Ainring

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ainring
Ainring
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ainring hervorgehoben
Koordinaten: 47° 49′ N, 12° 57′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Berchtesgadener Land
Höhe: 459 m ü. NHN
Fläche: 32,96 km2
Einwohner: 9672 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 293 Einwohner je km2
Postleitzahl: 83404
Vorwahlen: 08654, 08656
Kfz-Kennzeichen: BGL, BGD, LF, REI
Gemeindeschlüssel: 09 1 72 111
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Salzburger Straße 48
83404 Ainring
Webpräsenz: www.ainring.de
Bürgermeister: Hans Eschlberger (CSU)
Lage der Gemeinde Ainring im Landkreis Berchtesgadener Land
Berchtesgaden Eck (gemeindefreies Gebiet) Schneizlreuth Schellenberger Forst Ainring Anger (Berchtesgadener Land) Bad Reichenhall Bayerisch Gmain Berchtesgaden Bischofswiesen Freilassing Laufen (Salzach) Marktschellenberg Piding Ramsau bei Berchtesgaden Saaldorf-Surheim Schneizlreuth Schönau am Königssee Teisendorf Landkreis Traunstein ÖsterreichKarte
Über dieses Bild

Ainring ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Berchtesgadener Land nahe der Stadt Salzburg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Grenze zu Österreich bildet die Saalach. Auf dem Gemeindegebiet bestehen lediglich zwei Fußgängerbrücken, die nächsten Grenzübergänge für Kraftfahrzeuge sind die Bundesstraße in Freilassing (nördlich) oder über die Autobahn A 8 in Piding (südlich).

Südlich führt die A 8 vorbei, mit der Ainring durch die B 20 und die B 304 verbunden ist. Vor allem die Industriegebiete in den Ortsteilen Mitterfelden, Feldkirchen und Hammerau profitieren von dieser günstigen Verkehrslage.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden auf bayerischer Seite von Nord nach Süd sind Saaldorf-Surheim, Freilassing, Teisendorf, Anger und Piding sowie auf österreichischer Seite Wals-Siezenheim.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Ainring besteht aus den Gemarkungen Ainring und Straß, die in ihrer Ausdehnung etwa den ehemaligen, bis 1969 bestehenden Gemeinden entsprechen.

Ortsteile sind:[2]

Adelstetten, Ainring, An der Straß, Au, Berg, Bicheln, Bruch, Ed, Eschlberg, Feldkirchen, Fürberg, Gepping, Hagenau, Hammerau, Hausmoning, Heidenpoint, Hofer, Hort, Kohlstatt, Langacker, Mitterfelden, Moos, Mühlreit, Mühlstatt, Mürack, Perach, Pirach, Rabling, Rauchenbücheln, Reit, Schiffmoning, Schmiding, Simonhäusl, Ulrichshögl und Wiesbach (Gemeinde Ainring in ihren ursprünglichen Grenzen)

Thundorf, Abfalter, Altmutter, Bach, Buchreit, Doppeln, Gehring, Gessenhart, Hasholzen, Hinterau, Höglau, Niederstraß, Oberholzen, Öd, Ottmaning, Rain, Straß, Sur, Thundorfermühle, Weng und Winkeln (frühere Gemeinde Straß)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche St. Laurentius

Frühgeschichte, Namensgebung und Ersterwähnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine erste nachgewiesene Besiedlung erfolgte am Auhögl bei Hammerau bereits um 5000 v. Chr. im Neolithikum (Jungsteinzeit).

In der Römerzeit führte die Handelsstraße von Iuvavum (Salzburg) nach Augusta Vindelicum (Augsburg) durch das Gemeindegebiet, etwa dem Verlauf der heutigen Bundesstraße 304 folgend.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Ainring als „Ainheringa“ in der Notitia Arnonis (verfasst 788–790). Um 715 schenkte Herzog Theodebert aus dem Geschlecht der Agilolfinger(regierte etwa 711–719) Ainring an das Salzburger Stift Nonnberg. Der Ortsbezeichnung liegen der Personenname Einher und das Zugehörigkeitssuffix -ing zu Grunde. Demnach bedeutet der bajuwarische Ortsname „Bei den Leuten des Einher“.

Gründung der Eisengewerkschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historisch und wirtschaftlich bedeutend war die Gründung der „Privat-Eisengewerkschaft Achthal-Hammerau“ im Jahr 1537 auf Initiative des Salzburger Erzbischofs Matthäus Lang von Wellenburg. Im Bereich der heutigen Gemeinde Ainring lag das Hammerwerk der Eisengewerkschaft in Hammerau, wo das in Achthal gewonnene Eisen weiterverarbeitet wurde. Aus dem ehemaligen Hammerwerk entwickelte sich das Stahlwerk Annahütte, heute einer der bedeutendsten Arbeitgeber der Gemeinde.

Säkularisation und Entstehung der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Rupertiwinkel und damit damals zum Fürsterzbistum Salzburg gehörend, wurde Ainring bei der Säkularisation infolge des Reichsdeputationshauptschlusses von 1803 unter Ferdinand III. Teil des am 26. Dezember 1802 gebildeten Kurfürstentums Salzburg und kam danach 1805 im Frieden von Preßburg an das Kaisertum Österreich. Im Frieden von Schönbrunn fiel der Ort 1809 schließlich an das Königreich Bayern.

Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Zeit des Nationalsozialismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im heutigen Ortsteil Mitterfelden wurde 1933 ein Flugfeld errichtet, das als Flughafen Reichenhall-Berchtesgaden vor allem für Flüge der NS-Regierung zur Reichskanzlei Dienststelle Berchtesgaden diente.

Nachkriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde auf dem Flugfeld ein DP-Lager für so genannte „Displaced Persons“ errichtet. 1947 wurde das DP-Lager geschlossen und die Insassen ins Lager Lechfeld bei Augsburg verlegt. Nach Auflösung des Lagers wurden in den Baracken Heimatvertriebene untergebracht. Aus der Barackensiedlung entstand der Ortsteil Mitterfelden.

Gebietsreform und Umgemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum 30. Juni 1972 gehörte Ainring zum Landkreis Laufen, dessen südlicher Teil im Zuge der bayerischen Gebietsreform am 1. Juli 1972 zusammen mit dem Landkreis Berchtesgaden sowie der kreisfreien Stadt Bad Reichenhall zum neuen Landkreis Bad Reichenhall zusammengeschlossen wurde. Am 1. Mai 1973 erhielt der Kreis seine heutige Bezeichnung „Landkreis Berchtesgadener Land“.

1978 wurden der bis dahin zur Gemeinde Ainring gehörende Ortsteil Bichlbruck nach Piding umgemeindet.[3][4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ainring ist nach den Städten Bad Reichenhall und Freilassing, aber noch vor der Stadt Laufen und den Märkten Berchtesgaden und Teisendorf die drittgrößte Gemeinde im Landkreis Berchtesgadener Land.

  • 1961: 05.830 Einwohner
  • 1970: 06.482 Einwohner
  • 1987: 08.099 Einwohner
  • 1991: 09.283 Einwohner
  • 1995: 09.763 Einwohner
  • 2000: 09.570 Einwohner
  • 2005: 10.010 Einwohner
  • 2010: 09.877 Einwohner
  • 2015: 09.672 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Kommunalwahl vom 16. März 2014 wurden die 24 Gemeinderäte[5] sowie der erste Bürgermeister[6] gewählt. Der Gemeinderat setzt sich für die Wahlperiode 2014–2020 wie folgt zusammen:[7]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1. Bürgermeister: Hans Eschlberger (seit Mai 2002) (CSU)

Innerhalb des Gemeinderates wurden gewählt:

  • 2. Bürgermeister: Gerhard Kern (UBL)
  • 3. Bürgermeisterin: Rosemarie Bernauer (CSU)

Gemeinderäte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • CSU: 13 Sitze
  • Überparteiliche Wählergruppe Ainring (ÜPW): 6 Sitze
  • Umweltorientierte Bürgerliste (UBL): 3 Sitze
  • SPD: 2 Sitze

Steuereinnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen des Jahres 2013 betrugen 9,53 Millionen Euro; am stärksten war dabei die Gewerbesteuer mit netto 4,78 Millionen Euro.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Ainring
Wappenbeschreibung:

„Geteilt von Gold und Schwarz; oben nebeneinander schräg gekreuzt ein schwarzer Hammer und ein schwarzer Schlägel sowie ein rot gezungter schwarzer Löwenkopf; unten ein goldener Ring mit silbernem Stein.“[8]

Wappenbegründung:

Der Löwenkopf und die Feldfarben Gold und Schwarz verweisen auf die über tausendjährige Landesherrschaft des Erzstifts Salzburg. Hammer und Schlägel, das so genannte „Gezäh“, weisen auf die Bedeutung des Eisenwerkes Hammerau hin. Der Ring schließlich ist dem Familienwappen des Ainringer Pfarrers Friedrich von Rüsenbach entnommen, der 1532 den Pfarrhof erbauen ließ. Der Ring kann zudem für den Namen „Ainring“ als naiv redende Figur gedeutet werden.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Größere Unternehmen in der Gemeinde sind das Stahlwerk Annahütte, Pössl Freizeit und Sport sowie die Niederlassung des Kranherstellers Palfinger.

Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft zwölf, im produzierenden Gewerbe 752 und im Bereich Handel und Verkehr 479 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 589 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 2741. Im verarbeitenden Gewerbe (sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden) gab es vier Betriebe, im Bauhauptgewerbe neun Betriebe. Im Jahr 1999 zudem bestanden 123 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1967 ha. Davon waren 633 ha Ackerfläche und 1331 ha Dauergrünfläche.

Am 30. Juni 2013 gab es in der Gemeinde 2531 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze; von der Wohnbevölkerung waren 2987 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Die Auspendler überwogen somit um 456 Personen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Torfbahn Ainring

Ainring liegt an der Bahnstrecke Freilassing–Berchtesgaden, welche seit 2006 von der Linie S3 der S-Bahn Salzburg befahren und seit dem 13. Dezember 2009 zusätzlich durch die Berchtesgadener Land Bahn bedient wird. Im Gemeindegebiet existieren im Personenverkehr die zwei 2 Haltepunkte Ainring/Mitterfelden und Hammerau. Zur Annahütte zweigt ein Industriegleis für den Güterverkehr ab.

Die Bahnstrecke München–Salzburg führt durch das nördliche Gemeindegebiet über Straß, Niederstraß und Mühlreit. An ihr existieren aber keine Haltepunkte mehr innerhalb der Gemeinde. Die nächstgelegenen Bahnhöfe befinden sich in Freilassing und Teisendorf.

Die Torfbahn Ainring ist eine Schmalspurbahn, die früher zum Transport und heute als Museumseisenbahn eingesetzt wird.[9]

Flugverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ainring nächstgelegene Flughafen ist der Flughafen Salzburg im Stadtgebiet von Salzburg in Österreich.

Der 1933 mit Beginn der Zeit des Nationalsozialismus errichtete Flughafen Reichenhall-Berchtesgaden ist seit Ende des Zweiten Weltkrieges nicht mehr in Betrieb und das ehemalige Flughafengelände im Umfeld des parallel dazu neu entstandenen Gemeindeortsteils Mitterfelden inzwischen bebaut.

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Ainring verläuft die Bundesstraße B 20, die eine Anbindung der Gemeinde an die nächstliegenden Mittelzentren Freilassing und Bad Reichenhall herstellt. Mit der B 304 führt eine weitere Bundesstraße durch das Gemeindegebiet, die eine Verbindung über Teisendorf Richtung Westen nach Traunstein herstellt und das nordwestliche Gemeindegebiet mit Freilassing verbindet. Das weitere Straßennetz in der Gemeinde bilden die Kreisstraßen BGL 10 und 18 sowie Gemeindestraßen.


Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2014 existierten vier Kindertageseinrichtungen mit 261 Plätzen und einer Belegung mit 234 Kindern, darunter 36 unter drei Jahren. In zwei Volksschulen mit zusammen 39 Lehrern wurden im selben Jahr 487 Schüler unterrichtet.

Aus den beiden Grundschulen in Feldkirchen (mit dem Schulhaus Mitterfelden) und Thundorf ist im August 2012 die Grundschule Ainring entstanden.[10]

Im Ortsteil Mitterfelden unterhält die Bayerische Polizei ein Fortbildungsinstitut.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Pfarreien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pfarrei Ainring
  • Pfarrei Feldkirchen
  • Pfarrei Thundorf

Evangelische Pfarrei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Freilassing

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter Ainrings[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Ainring verbunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eugen Sänger (1905–1964), Ingenieur und Pionier auf dem Gebiet der Luft- und Raumfahrt; während des Zweiten Weltkriegs Abteilungsleiter in der Versuchsanstalt für Segelflug in Ainring, entwickelte hier das Staustrahlrohr (Ramjet) weiter, mit dem eine mehrfache Schallgeschwindigkeit erreicht werden konnte.
  • Hans Söllner (* 1955), Bayerischer Liedermacher; wohnt in Ainring.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gemeinde Ainring (Hrsg.): Heimatbuch Ainring, Brauchtum – Kirche – Kultur – Vereine. Ainring 2005.
  • Gemeinde Ainring (Hrsg.): Ainring, Heimatbuch. Tittmoning 1990.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ainring – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, hg. vom Bayerischen Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, München 1987 (Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns), S. 70.
  3. Unbequellte Angabe dazu im Artikel Piding, online unter bgl.wiki
  4. Ortsgeschichte, online auf der Gemeindehomepage unter gemeinde-piding.de
  5. Die Ergebnisse der Kommunalwahl vom 16. März 2014 zum Gemeinderat, PDF-Datei, online unter ainring.de
  6. Die Ergebnisse der Kommunalwahl - Bürgermeister, PDF-Datei, online unter ainring.de
  7. Gemeinderat, online unter ainring.de
  8. hdbg.de Zu Bedeutung und Ursprung des Wappens von Ainring im Haus der Bayerischen Geschichte.
  9. [File:Torfbahn Ainring.jpg Fakten für Fachleute und Interessierte.]
  10. Homepage GS Ainring, online unter grundschule-ainring.de
  11. Der Ainringer Einsiedlerpoet Kulturverein Ainring