AirPlay (Schnittstelle)

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Icon der AirPlay-Schnittstelle

AirPlay ist eine proprietäre Schnittstelle zur kabellosen Übertragung von Inhalten von iOS- und macOS-Geräten auf AirPlay-fähige Empfängergeräte wie Lautsprecher, AV-Empfänger, Stereosysteme und Fernseher. Technisch ist AirPlay ein Streaming-Protokoll, das vom US-amerikanischen Hersteller Apple entwickelt wurde und von anderen Herstellern für den Einbau in Empfangsgeräte lizenziert werden kann.

Vorgänger AirTunes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit AirTunes konnte man Audio-Inhalte von iTunes an Apple-Endgeräte wie AirPort Express oder Apple TV per Streaming übertragen. Durch Berücksichtigung der Netzlatenzzeiten kann AirTunes mehrere Räume synchron beschallen.

AirTunes verwendet primär Wireless Local Area Network (WLAN). Wenn ein lokales Netzwerk vorhanden ist, kann AirTunes es mitnutzen und damit kabelgebundene und kabellose Empfangsgeräte gemeinsam erreichen. AirTunes-fähige Endgeräte werden automatisch in iTunes eingebunden. Der Anwender kann wählen, ob er nur bestimmte Lautsprecher oder alle – auch in verschiedenen Räumen – erreichen will und eine gemeinsame Lautstärke einstellen.

AirTunes wurde im Juni 2010 durch AirPlay abgelöst.

AirPlay 2[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

im Juni 2017 wurden erste Informationen über den Nachfolger AirPlay 2 mit iOS11 bekannt. Die als Multiroom angepriesene Neuerung der synchronen Musikwiedergabe über mehrere Lautsprecher ist allerdings schon mit AirPlay möglich. Einige Premium-Hersteller haben bereits angekündigt, entsprechende Updates für Ihre Geräte zur Verfügung zu stellen.[1]

Funktionsumfang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AirPlay überträgt Musik, Videos und Fotos von kompatiblen Geräten (iTunes, neuere Apple-Rechner und iOS-basierte Geräte) auf andere Geräte. Auch der aktuelle Bildschirminhalt kann übertragen werden, etwa um Browserinhalte oder Videospiele auf einem größeren Bildschirm darzustellen.

Dritthersteller können eine Lizenz für AirPlay erwerben und ihre Lautsprecher, HiFi-Anlagen usw. mit der Schnittstelle ausstatten, so dass keine zusätzlichen Geräte benötigt werden. Vorher musste immer ein Apple-Produkt dazwischengeschaltet sein, wie etwa die WLAN-Station AirPort-Express oder Apple TV.

AirPlay kann eine Übertragungsrate von bis zu 120 Megabit pro Sekunde erreichen. Musik wird mit einer maximalen Abtastrate von bis zu 44,1 Kilohertz und 16 Bit zum Empfänger übertragen. Dies entspricht der Qualität einer Audio-CD.[2]

Peer-to-Peer-AirPlay[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit September 2014 beherrscht das AirPlay-Protokoll auch den sogenannten „Peer-to-Peer-AirPlay“-Modus, mit dem ein Apple TV der 3. Generation sich beispielsweise mit einem iOS-Gerät verbinden kann, ohne dass dieses zuvor auf ein bestehendes WLAN konfiguriert werden muss. Die automatische Konfiguration erfolgt über Bluetooth, die eigentliche Datenübertragung wie bisher über WLAN, aber hierzu eröffnet das Apple TV ein eigenes zusätzliches WLAN.[3]

Alternative Implementierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl das Protokoll nicht offen dokumentiert ist, gibt es mittlerweile zahlreiche Portierungen auf andere Plattformen, etwa AirPlayer von Erica Sadun für macOS, Shairport für Windows von Franck Friesel[4], Shairport für Linux von James Laird[5], AirMediaPlayer von Apostolos Georgiadi, AirReceiver[6] von Florian Pflug und Aerodrom[7] für Windows und Windows Media Center.

Ähnliche Lösungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ähnliche Lösungen sind Google Cast und Amazon Fling. Plattformunspezifische Lösungen sind Miracast und Digital Living Network Alliance (DLNA).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. turn-on.de – Diese Verbesserungen bringt AirPlay 2 in iOS 11 (abgerufen 10. Juni 2017)
  2. http://www.gravis.de/blog/airplay-10-fragen-10-antworten/
  3. heise.de – Direktes AirPlay nur für allerneueste Apple-TV-Revision (abgerufen 21. Februar 2016)
  4. Shairport4w auf SourceForge.net. Abgerufen am 12. August 2014.
  5. Licenses. Abgerufen am 10. Januar 2014.
  6. AirReceiver. Abgerufen am 10. Juni 2011.
  7. Aerodrom. Abgerufen am 3. März 2013.