Air Baltic

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Air Baltic Corporation AS
Logo der Air Baltic
Bombardier CS300 der Air Baltic
IATA-Code: BT
ICAO-Code: BTI
Rufzeichen: AIRBALTIC
Gründung: 1995
Sitz: Riga, LettlandLettland Lettland
Drehkreuz:

Flughafen Riga

Heimatflughafen:

Flughafen Riga

Unternehmensform: AS
IATA-Prefixcode: 657
Leitung: Martin Gauss
Mitarbeiterzahl: 1300[1] (2009)
Fluggastaufkommen: 2,95 Millionen[1] (2013)
Vielfliegerprogramm: BalticMiles
Flottenstärke: 28 (+ 17 Bestellungen)
Ziele: national und international
Website: www.airbaltic.com

Air Baltic (Eigenschreibweise airBaltic) ist die staatliche Fluggesellschaft Lettlands mit Sitz in Riga und Basis auf dem Flughafen Riga.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Avro RJ70 der Air Baltic im Jahr 2002

Gründung und erste Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Air Baltic entstand als neue nationale lettische Fluggesellschaft durch den Zusammenschluss der privaten Baltic International und der staatlichen Latavio – Latvian Airlines im September 1995. An dem neuen Unternehmen war der lettische Staat mit einer Kapitalmehrheit von 51 % beteiligt. Weitere Teilhaber waren Baltic International, SAS Scandinavian Airlines und zwei Investmentfirmen. Erstes Flugzeug der neuen Gesellschaft war eine Saab 340, der im Frühjahr 1996 drei Avro RJ70 folgten. Die Übernahme der früheren Latavio-Routen konnte erst nach der langwierigen Abwicklung dieser Fluggesellschaft im Jahr 1998 durchgeführt werden, weswegen Air Baltic bis dahin in ihren strategischen Entwicklungsmöglichkeiten eingeschränkt war.

Nach dem Ausstieg der Baltic International zum Jahresende 1998 übernahm SAS im Januar 1999 deren Anteile und transferierte einige Fokker 50 für den Einsatz auf den Routen von Riga nach Kopenhagen und Stockholm. Nach der Umstrukturierung hielt der lettische Staat 52,6 % und Baltic Aviation Systems (BAS) 47,2 % der Anteile.

Von der European Regions Airline Association (ERA) wurde Air Baltic zur Fluggesellschaft des Jahres 2009/10 gewählt. Air Transport World, das bedeutendste Magazin der Branche, hat Air Baltic 2010 den Phoenix Award als Anerkennung für die erfolgreiche Umstrukturierung verliehen.

2008 gelangten zwei Boeing 757-200, die vorher bei Audeli Air für Iberia im Einsatz standen, zur Flotte. Die beiden Flugzeuge wurden mit Winglets ausgerüstet und einzeln in den Jahren 2011 und 2012 an TonleSap Airlines abgegeben.

Im Juni 2010 wurde eine neue Basis in Tallinn eröffnet, Air Baltic war damit erstmals in allen baltischen Staaten – Estland, Lettland und Litauen – vertreten. Allerdings wurden seitdem sowohl in Tallinn als auch in Vilnius, wo bereits zuvor eine Basis bestand, alle Flugrouten bis auf die Verbindungen nach Riga gestrichen und diese Basen wieder geschlossen.

Finanzaffäre und Verstaatlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Boeing 737-300 der Air Baltic

2011 geriet Air Baltic zunehmend in Liquiditätsprobleme. Die lettische Regierung machte die Gewährung eines Kredits zur Erhöhung des Grundkapitals jedoch vom Rücktritt des Geschäftsführers Bertolt Flick abhängig, dem intransparente Methoden vorgeworfen wurden. Im Juni 2011 bezichtigte Flick auf einer Pressekonferenz seinerseits die Regierung, den Wert des Unternehmens durch eine Schmutzkampagne zu reduzieren, um so die Staatsanteile noch vor den Parlamentswahlen zur 11. Saeima verkaufen zu können.[2] Im September kam es zu einem Affront, als kurzfristig mehrere Flüge der Air Baltic abgesagt wurden. Unter den Betroffenen befand sich der lettische Staatspräsident Andris Bērziņš, der nach seinem Antrittsbesuch bei der Europäischen Union in Brüssel einen Tag unfreiwilligen Aufenthalt hatte. Am 16. September, dem Tag vor den Parlamentswahlen kam es laut einem Sprecher des Haupteigentümers BAS schließlich zu einer Einigung über die Geldzuschüsse.[3]

Am 21. September 2011 meldete Air Baltic infolge eines Defizits von etwa 84 Millionen Euro unter Aufrechterhaltung des Flugbetriebs Insolvenz an.[4] Am 27. November gab die lettische Regierung eine proportionale Erhöhung des Grundkapitals bekannt.[5] Der Staat sollte hierbei 57,6 Millionen Lats, die BAS 50 Millionen Lats investieren. Zu den Voraussetzungen der Einigung gehörte unter anderem der Rücktritt Flicks aus der Geschäftsführung. Anfang Dezember 2011 übte die lettische Regierung ihr Vorkaufsrecht aus und übernahm 99,8 % der Anteile an Air Baltic von BAS. Die Gesellschaft wurde somit verstaatlicht.[6]

Im Februar 2012 wurde Air Baltic von FlightStats als pünktlichste regionale Fluggesellschaft Europas ausgezeichnet.[7]

Für Herbst 2013 kündigte die Gesellschaft die Ausmusterung ihrer letzten Fokker 50 an. Mittelfristig solle die Flotte ausschließlich aus den beiden Bombardier-Modellen Dash 8Q-400 und CS300 bestehen.[8] Air Baltic erhielt ihre erste CS300 am 1. Dezember 2016 und ist damit Erstkunde dieser Version.[9]

Im November 2015 verkaufte die lettische Regierung ein Fünftel der Aktien an den deutschen Investor Ralf-Dieter Montag Girmes Dieser verkaufte die Aktien im April 2017 an die dänische Charterfluggesellschaft Jet Time, welche gelegentlich Flüge für Air Baltic durchführt.[10]

Flugziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flugziele der Air Baltic

Air Baltic bedient von Riga aus Städte- und Urlaubsziele in ganz Europa sowie in Vorderasien und dem Nahen Osten.[11]

Im deutschsprachigen Raum werden Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Genf, Hamburg und München, Salzburg und Zürich angeflogen.

Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bombardier Dash 8Q-400 der Air Baltic

Mit Stand Mai 2017 besteht die Flotte der Air Baltic aus 28 Flugzeugen mit einem Durchschnittsalter von 12,5 Jahren:[12]

Flugzeugtyp Anzahl bestellt[13] Anmerkungen Sitzplätze[14]
Boeing 737-300 07 6 mit Winglets ausgestattet; 1 betrieben durch Jet Time 142
144
146
Boeing 737-400 01 betrieben durch Go2Sky 167
Boeing 737-500 05 1 betrieben für Thomas Cook Airlines Belgium; 1 inaktiv 120
Bombardier CS300 03 17 Ersatz für 737 145
Bombardier Dash 8Q-400 12 76
Gesamt 28 17

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: AirBaltic – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b airbaltic.com – Fakten & Zahlen abgerufen am 29. Mai 2015
  2. airline-bewertungen.eu – Air Baltic / Bertolt Flick: Allein gegen die Mafia?, 18. Juni 2011 abgerufen am 17. September 2011
  3. apollo.lv – BAS piekrīt valdības izvirzītajiem nosacījumiem (lettisch), abgerufen am 17. September 2011
  4. airliners.de – Air Baltic flüchtet in Gläubigerschutz abgerufen am 23. September 2011
  5. bizness.delfi.lv – airBaltic sāga: valdība gatava ieguldīt lidsabiedrībā 57,6 miljonus latu, BAS – 50 miljonus latu, 27. September 2011 (lettisch)
  6. airliners.de – Lettland übernimmt Air Baltic, 1. Dezember 2011
  7. business-traveler.eu – Air Baltic: Europas pünktlichste Airline, 24. Februar 2012 abgerufen am 29. Mai 2015
  8. austrianaviation.net – Air Baltic stockt Q400-Flotte auf abgerufen am 4. September 2013
  9. aerotelegraph.com – Große C-Series bald in München, Frankfurt und Wien abgerufen am 24. November 2016
  10. aerotelegraph.com – Air Baltic hat neuen Aktionär abgerufen am 14. April 2017
  11. airbaltic.com – Reiseziele abgerufen am 29. Mai 2017
  12. ch-aviationairBaltic (englisch), abgerufen am 29. Mai 2017
  13. Bombardier AerospaceCommercial Aircraft Status Reports (englisch), abgerufen am 29. Mai 2017
  14. airbaltic.com – Flotte abgerufen am 29. Mai 2017