Aiwa

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Aiwa

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Rechtsform Kabushiki-gaisha (Aktiengesellschaft)
Gründung 1951
2011 (Neugründung)
Auflösung 1. Oktober 2002 (Unternehmen)
2006 (Marke)
Sitz Tokio, Japan
Branche Elektronik
Website www.eu-aiwa.com

Aiwa Diktiergerät von ca. 1988
Aiwa F810

Aiwa K.K. (jap. アイワ株式会社) war ein japanisches Unternehmen, das sich auf Multimediageräte spezialisiert hatte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aiwa wurde 1951 als AIKO Denki Sangyo Co., Ltd. gegründet und stellte anfangs nur Mikrofone her. 1959 erfolgte die Umbenennung in Aiwa.[1] Das Unternehmen erreichte Bekanntheit durch Pionierarbeit auf dem Gebiet HiFi-tauglicher Kassettenrekorder und produzierte Japans erstes digitales Tonbandgerät.

Ab 1967 begann Sony Aiwa Aktien zu erwerben und war ab ca. 1982 Mehrheitsinhaber.[1][2] Die BASF hatte in den 1970er Jahren Verträge mit Aiwa und hat einige Kassettenrekorder, z. B. die Radiorekorder 9300 und den 9301, unter eigenem Namen vertrieben. Die hohe Innovationsfähigkeit konnte das Unternehmen dauerhaft nicht halten und ging in den 1990er Jahren fast konkurs, obwohl damals fast das gesamte japanische Management bis hinunter zu den Landesgesellschaften durch Sony-Manager ersetzt wurde.[3]

Ende der 1990er Jahre geriet das Unternehmen zunehmend unter Druck und musste sechs Aiwa-eigene Fertigungsstätten, darunter eine hochmoderne Produktionsanlage in Wales verkaufen.[4] Mit dem Erlös und einer für Aiwa in Japan anstehenden Steuer-Verlustzuweisung wurde 2002 die vollständige Firmenübernahme des bisherigen Teilhabers Sonys finanziert.[5] Dabei blieb unter dem Strich für das Fiskaljahr 2002/2003 für Sony ein kleiner Überschuss übrig, der deren Bilanz etwas verbesserte. Die zu diesem Zeitpunkt durch Aiwa bereits angekündigten ersten LCD-Fernseher für den Fachhandel wurden zurückgezogen und erst Jahre später unter dem Markennamen Sony angeboten.

Nach der Übernahme verkaufte Aiwa als ein erweiterter Vertriebskanal für Sony vor allem Geräte aus dem Audio-Bereich, wie Hi-Fi-Anlagen, Discmans und MP3-Player bis hin zu Fernbedienungen.

Im Jahr 2004 wurden neue Produkte eingeführt, die jedoch negative Presseberichte erhielten. Im selben Jahr stellte Sony die Unterstützung der Aiwa-Produkte ein. Ab 2005 wurden die Aiwa-Produkte nur noch in einigen Ländern verkauft. Im Jahr 2006 stellte Sony die Marke Aiwa ganz ein.

2013 erwarb die US-amerikanische River West Brands die Markenrechte von Aiwa und ging daraufhin eine Partnerschaft mit Hale Devices aus Chicago ein, die sich 2015 in Aiwa umbenannten. Als Gründungsdatum der neuen Aiwa Corporation wird 2011, das Gründungsdatum der Hale Devices angegeben.[6] Unter der neuen Marke wird Audiozubehör wie Bluetooth-Lautsprecher und Kopfhörer vertrieben.[7]

Für Südamerika übernahm 2017 Audio Mobile Americas, S.A. die Markenrechte.[8]

Webpräsenz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit August 2010 existiert die Webseite "aiwa.com" nur noch als Weiterleitung auf die Webseite von Sony. Mit "aiwa.co" und "eu-aiwa.co" unterhält das neue Unternehmen eigene Webseiten. Audio Mobile Americas, S.A ist unter "aiwalatinoamerica.com" zu erreichen.

Logos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: AIWA – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Aiwa Co., Ltd. auf encyclopedia, abgerufen am 1. April 2021
  2. Aiwa im Hifi Museum, abgerufen am 1. April 2021
  3. Sony Official To Aiwa Unit New York Times am 2. Januar 1992, abgerufen am 1. April 2021
  4. Aiwa: Halbe Belegschaft muss gehen in Der Spiegel am 27. März 2001, abgerufen am 1. April 2021
  5. Sonys leise Übernahme von Aiwa Torge Löding auf Heise Online am 3. Oktober 2002, abgerufen am 1. April 2021
  6. Über uns auf Aiwa Europe, abgerufen am 1. April 2021
  7. John Carpenter: How Aiwa, a former global stereo brand, is getting resurrected in Chicago. 11. März 2015. Abgerufen am 23. November 2016.
  8. AIWA Trademark Information (englisch), auf Trademarkia, abgerufen am 1. April 2021