Ajelet Schaked

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Ajelet Schaked

Ajelet Schaked; hebr. איילת שקד;‎ auch Ayelet Shaked geschrieben (* 7. Mai 1976 in Tel Aviv)[1] ist eine israelische Politikerin. Sie war Vorsitzende der national-religiösen außerparlamentarischen Bewegung Mein Israel (Jisrael scheli) und ist seit 2013 Abgeordnete der Knesset für die Partei HaBajit haJehudi („Jüdisches Heim“).

Biographie[Bearbeiten]

Schaked diente in den Streitkräften der Golani-Brigade als Unteroffizierin. Von 2006 bis 2008 war sie Stabs-Sekretärin von Benjamin Netanjahu.[2]

An der Universität Tel Aviv erhielt sie den Abschluss des Bachelor of Science in „Electrical Engineering and Computer Science“.[1] Sie ist Senior Engineer bei einer internationalen High-Tech Firma.[2] Shaked lebt im Tel Aviver Stadtteil Bavli, ist mit einem Kampfpiloten verheiratet und hat zwei Kinder.[3]

2010 gründete sie zusammen mit Naftali Bennett, den sie während ihrer Arbeit unter Netanyahu kennenlernte, die außerparlamentarische Bewegung Mein Israel. 2012 kandidierte sie als erstes säkulares Mitglied der eigentlich nationalreligiösen Partei „Jüdisches Heim“ für die Vorwahlen. Sie begegnete der Kritik damit, als säkulare Kandidatin der Partei Schwung zu verhelfen und neue Wählerschichten zu erreichen.[3]

Schaked erhielt 2012 den Abramowitz Israeli Prize for Media Criticism.[4]

Politische Positionen[Bearbeiten]

Nach Ansicht Schakeds bewegte sich der Likud mit jeder Regierungsperiode ein Stück nach links. Für ihre politische Positionen und Werte käme er nicht in Frage. Deshalb sei für sie die Partei „Jüdisches Heim“ die richtige Wahl. Unter anderem müsse Israel unbedingt ein jüdischer demokratischer Staat bleiben und dürfte nicht eine „Nation für Alle“ werden.[5]

Sie möchte sich für eine Schließung der soziokulturellen Lücke in der Gesellschaft stark machen, um etwa Kindern in der Peripherie die gleichen Chancen zu ermöglichen, wie den Kindern in ihrem Tel Aviver Stadtviertel. Sie würde gerne Bildungs- oder Außenministerin werden.[5]

Anlässlich des Streits Anfang 2014 um die Israelischen Siedlungsgebiete warf sie dem US-Außenminister John Kerry vor, dass dieser Fakten verdrehe. Dabei wären einerseits Abmachungen zum Bau bindend und andererseits der Bau oder Stop selbst nicht entscheidend für den Frieden. Entscheidend sei Mahmud Abbas' ablehnende Haltung zu Israel als jüdischem Staat.[6]

Bezüglich palästinensischer Terroristen und Mörder tritt sie für eine lebenslange Freiheitsstrafe ohne vorzeitige Haftentlassung und damit eine Verschärfung ein.[6] Das Kabinett billigte die Gesetzesvorlage.[7]

Schaked setzt sich für einen Migrationsstop aus Afrika ein und ist Vorsitzende des „Ausschuss über Infiltratoren” des Knesset. Sie zeigt sich besorgt über die Auswirkungen der afrikanischen Zuwanderung in der direkten Umgebung ihres Arbeitsplatzes in Tel Aviv. Die Bürger fühlten sich im Stich gelassen und die Regierung müsse Antworten liefern, was sie durch Ausweisung von 1500 Personen in einigen Monaten zurück in deren Heimat tun würde. Die Regierung müsse sich um die Überprüfung der Exekutivbefugnisse kümmern, was ihr Aufgabenbereich sei.[6]

Als im „Ausschuss für Immigration, Eingliederung und Diaspora-Angelegenheiten“ über die zunehmend negative Stimmung gegenüber Israel an amerikanischen Universitäten debattiert wurde, erklärte Schaked, dass die jüdische Studentenorganisation Hillelpostzionistische Gruppen“ wie z.B. J Street, den New Israel Fund und die Kampagne Boycott, Divest, Sanction, unterstützt und zu Veranstaltungen eingeladen hätte, was sie ablehnt. Hillels Richtlinien schließen Organisationen, die Israel die Legitimität absprechen, von ihren Veranstaltungen aus.[8]

Kontroversen[Bearbeiten]

Nach der Ermordung dreier Jugendlicher im Westjordanland im Juni 2014 veröffentlichte sie auf ihrer Facebook-Seite kurzzeitig einen Artikel eines israelischen Journalisten, in dem dieser angeblich forderte, auch „die Mütter der Märtyrer“ zu töten und „ihren Söhnen nachfolgen“ zu lassen, sonst würden sie „weitere kleine Schlangen großziehen“. Wenig später bestätigte eine Sprecherin Shakeds das Posting, bestritt aber, dass die Abgeordnete damit zur Gewalt aufrufen wollte. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan verglich sie anschließend öffentlich mit Adolf Hitler.[9] In ihrer Reaktion warf sie militanten Linken und der zugehörigen Presse vor, bewusst Worte aus dem Kontext gerissen zu haben. Dabei nannte sie explizit Gideon Resnick vom The Daily Beast, der zu schlecht Hebräisch könne, und die Haaretz, die es nicht schaffe, objektiv über politische Gegner zu berichten. Zwar hätte The Daily Beast anschließend eine Lüge von Resnick aus dem Artikel gestrichen, doch der Schaden sei bereits angerichtet. Viele Blogger und Zeitungen hätten sich auf die falschen Aussagen gestützt und diese weitertransportiert.[10]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Ayelet Shaked auf der Website der Knesset, 14. Mai 2014
  2. a b Ayelet Shaked to the Knesset, Crowdfunding Mimoona Profil
  3. a b Ayelet Shaked: I’ll Look to Rabbi Ronsky on Religion Israel National News 30 September 2012
  4. Joel Meltzer: An Interview with Ayelet Shaked, Secular Candidate for HaBayit HaYehudi, The Jewish Press, 15. August 2012
  5. a b An Interview with Ayelet Shaked, Secular Candidate for HaBayit HaYehudi, Jewish Press, 15. August 2012
  6. a b c Lahav Harkov: Ayelet Shaked told you so, The Jerusalem Post, 11. April 2014
  7. Lahav Harkov: Israel’s Cabinet Approves Bill Permitting Life Sentence Without Parole for Murderers, The Algemeiner, 8. Juni 2014
  8. Judy Maltz: Israeli lawmaker warns ‘post-Zionist’ groups infiltrating Hillel around the U.S., Haaretz, 25. November 2014
  9. Jonny Hogg: Turkey's Erdogan accuses Israel of 'tyranny', likens Israeli MP to Hitler, reuters, 15. Juli 2014
  10. Ayelet Shaked: Exposing militant leftist propaganda, The Jerusalem Post, 16. Juli 2014