Akademische Freiheit

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Die akademische Freiheit oder Wissenschaftsfreiheit ist ein Begriff, der eine Reihe von Freiheiten und die dazugehörige Verantwortung für die Hochschulen, ihre Lehrer, die Hochschulverwaltung und die Studenten beinhaltet. Der Begriff geht auf die Antike zurück (Platons Akademie) und entwickelte sich im christlichen Mittelalter weiter – siehe „Freie Künste“.

Heute ist die akademische Freiheit in den meisten Staaten gesetzlich verankert, oft sogar in der Verfassung (z. B. deutsches Grundgesetz Art. 5 Abs. 3) und beinhaltet vor allem die „Freiheit von Forschung, Lehre und Studium“:

  • Freiheit der Forschung: Der Wissenschaftler ist frei in seiner forschenden Fragestellung, in seinem methodischen Vorgehen (sofern es nicht gegen andere Gesetze verstößt) sowie in der Bewertung und Verbreitung seiner Forschungsergebnisse.
  • Lehrfreiheit: Die Dozenten (Hochschullehrer) können die Lehrveranstaltungen (Vorlesungen, Übungen, Seminare usw.) inhaltlich und methodisch frei gestalten und sind berechtigt, ihre wissenschaftliche und künstlerische Lehrmeinung frei zu äußern. Dies entbindet sie aber nicht von der Verpflichtung, Lehrveranstaltungen abzuhalten, wie sie in den jeweiligen Studienordnungen definiert sind.
    • Die Lehrfreiheit ist damit eine akademische Spezialisierung der Redefreiheit.
  • Freiheit des Studiums: Innerhalb des Rahmens der Studien- und Prüfungsordnung können die Studenten frei wählen, welche Lehrveranstaltungen sie besuchen, und im Regelfall auch, ob/wann sie darüber Prüfungen ablegen. Aus diesem Freiraum ergeben sich für die Studenten je nach Studienrichtung mehr oder weniger große Spielräume in der Gestaltung ihrer akademischen Ausbildung.
    • Innerhalb des Studienganges können sie Schwerpunkte (Vertiefungsfach) nach eigener Wahl setzen.
    • Im Zeichen der Massenuniversität sind jedoch diese Freiheiten zunehmend eingeschränkt – wobei insbesondere (zu) detailliert vorgeschriebene Stundenpläne, vor allem bei Staatsexamens­studiengängen, dem Grundgedanken der „akademischen Freiheit“ widersprechen. Andererseits fühlen sich die Hochschullehrer zunehmend verantwortlich, eine für den Arbeitsmarkt chancenreiche Ausbildung anzubieten.
    • Die Studenten können sich eine eigene wissenschaftliche Meinung erarbeiten und sollen diese auch äußern. Widerspricht sie der Lehrmeinung, ist dies eine Gelegenheit, die Kunst der Argumentation zu üben.

Zur akademischen Freiheit zählen noch weitere Aspekte, die teilweise aus den 3 „Grundfreiheiten“ folgen, z. B.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]