Aken (Elbe)

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Wappen Deutschlandkarte
?
Aken (Elbe)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Aken (Elbe) hervorgehoben

Koordinaten: 51° 51′ N, 12° 3′ O

Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Anhalt-Bitterfeld
Höhe: 60 m ü. NHN
Fläche: 59,91 km2
Einwohner: 7417 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 124 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 06385,
06386 (Kleinzerbst)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 034909
Kfz-Kennzeichen: ABI, AZE, BTF, KÖT, ZE
Gemeindeschlüssel: 15 0 82 005
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 11
06385 Aken (Elbe)
Website: www.aken.de
Bürgermeister: Jan-Hendrik Bahn (parteilos)
Lage der Stadt Aken (Elbe) im Landkreis Anhalt-Bitterfeld
AkenBitterfeld-WolfenSüdliches AnhaltSüdliches AnhaltKöthenMuldestausee (Gemeinde)Osternienburger LandSüdliches AnhaltRaguhn-JeßnitzSandersdorf-BrehnaSüdliches AnhaltSüdliches AnhaltZerbst/AnhaltZörbigSachsen-AnhaltKarte
Über dieses Bild
Romanisch-gotische Kirche St. Nikolai

Die Stadt Aken (Elbe) Zum Anhören bitte klicken!Abspielen [ˈaːkn̩] liegt im Landkreis Anhalt-Bitterfeld in Sachsen-Anhalt (Deutschland).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aken am Südufer der mittleren Elbe liegt ca. acht Kilometer westlich von Dessau-Roßlau in einem ausgedehnten Tieflandsgebiet innerhalb des Biosphärenreservates Mittelelbe. Etwa 15 km westlich von Aken mündet die Saale in die in diesem Abschnitt nur wenig Gefälle aufweisende Elbe. Östlich der Hafeneinfahrt ändert sich der Flussverlauf (Ost-West-Richtung) in Richtung Nordwesten.

Aken (Elbe), Luftaufnahme (2019)

Gliederung der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Stadt Aken gehören folgende Ortschaften:

  • Kleinzerbst
  • Kühren
  • Mennewitz
  • Susigke mit den Wohnplätzen Forsthaus Olberg, Heidehof und Obselau.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im heutigen Ortsteil Kleinzerbst wurde in der Zeit zwischen den Weltkriegen und in den Jahren 1964 bis 1969 und 1979 bis 1981 ein germanisches Gräberfeld aus der frühen römischen Kaiserzeit ausgegraben.[2] Die Akener Burg Gloworp wurde erstmals im 12. Jahrhundert erwähnt. Die erste urkundliche Erwähnung der Stadt 1162 erfolgte in einem Schriftstück des Magdeburger Erzbischofs Wichmann. Als Stadtgründer wird Albrecht der Bär angesehen, der um 1150 flämische Siedler in die Gegend holte. In der Zeit des französisch beherrschten Königreichs Westphalen war Aken Verwaltungssitz des gleichnamigen Kantons.

19. bis 21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom 19. Jahrhundert an entwickelte sich Aken zu einem wichtigen Industriestandort der Region.

Am 1. Juli 1950 wurden die bis dahin eigenständigen Gemeinden Kühren, Mennewitz und Susigke eingegliedert.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner[3] Jahr Einwohner[4]
1875 5.092 1970 12.154
1880 5.284 1990 10.223
1890 6.109 1995 10.186
1933 10.151 2000 9.777
1939 11.490 2005 9.017
2011 8.197
2015 7.799

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2019
Wahlbeteiligung: 55,4 %
 %
50
40
30
20
10
0
19,1 %
9,4 %
9,0 %
8,9 %
6,4 %
47,2 %
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
f Frei & Fair für Aken
Stadtrat Aken – Sitzverteilung ab 2019
      
Insgesamt 20 Sitze

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte in Aken zu den Ergebnissen, die in den nebenstehenden Diagrammen dargestellt sind.[5]

Rathaus Aken

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Bürgermeisterwahl am 22. März 2015 erreichten die beiden Parteilosen Jan-Hendrik Bahn und Michael Kiel 49,3 % bzw. 22,7 % der abgegebenen Stimmen und traten in der Stichwahl am 12. April 2015 an. Jan-Hendrik Bahn konnte mit 53,8 Prozent der gültigen Stimmen die Wahl für sich entscheiden und ist damit zum Bürgermeister gewählt.[6]

Ortschaftsräte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Ortschaften Kleinzerbst, Kühren, Mennewitz und Susigke wird die Ortschaftsverfassung gemäß §§ 86 ff. der Gemeindeordnung Sachsen-Anhalt eingeführt. Die Zahl der Mitglieder in den Ortschaftsräten wird mit fünf festgelegt.

Dienstsiegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtsiegel Aken

Die Stadt Aken (Elbe) führt ein farbiges Dienstsiegel. Im Dienstsiegel ist folgendes Bildsiegel dargestellt: „Unter einem hohen gotischen Bogen, zwischen zwei gezinnten Rundtürmen mit Spitzdach, auf gequadertem Sockel stehend ein Bischof mit erhobener rechter Hand und zum Schwur ausgestreckten Fingern, der in der linken Hand den Bischofsstab hält. Die Türme sind von je einem kleinen schwebenden quergeteilten rot-weißen Wappenschild mit dem Kopf des heiligen Mauritius beseitet.“

Das Siegel ist mit der Umschrift Signetum Burgensium Urbis Aquensis Fidelis Filiae Ecclesiae Magdeburgensis (Siegel der Bürger der Stadt Aken, der treuen Tochter der Magdeburger Kirche) auf gelbem Untergrund versehen.

Stadtflagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge der Stadt zeigt die Farben rot/weiß. Auf der Flagge befindet sich das farbliche Bildsiegel der Stadt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche St. Marien
Heimatmuseum Aken
  • Heimatmuseum: Das Schifffahrts- und Heimatmuseum Aken wurde 1926 gegründet. Anfangs gliederte sich die Ausstellung in die vier Bereiche Vorgeschichte und Geologie, Schifffahrt, Volkskunde und Naturkunde. Während des Zweiten Weltkriegs und in den Nachkriegsjahren wurden die Museumsbestände mehrfach umgesiedelt. Seit 1960 befindet sich das Schifffahrts- und Heimatmuseum im Berliner Hof in der Köthener Straße 15. Zwischen 1997 und 2004 wurde das Museum umfassend saniert, erweitert und modernisiert. Die Hauptabteilung Schifffahrt nimmt heute den größeren Teil des Museums ein. Die zweite Abteilung des Museums widmet sich weiterhin der Stadtgeschichte von der Früh- und Vorzeit über das Mittelalter und den Beginn der Neuzeit bis in die Zeit der „Wende“. Ergänzt wird das Angebot durch wechselnde Sonderausstellungen.[11]
Geschichtsdenkmal
  • Gedenkstein aus dem Jahre 1948 am Thälmannpark – heute Bismarckplatz – für die örtlichen Opfer des Faschismus, mit acht namentlich genannten NS-Gegnern sowie neun namentlich genannten jüdischen Opfern der Shoa
Wasserturm Aken, Luftaufnahme (2019)

Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bedingt durch die von Weißstörchen gewählte Westroute über Spanien (vgl. Ostroute über die Türkei) nach Afrika, fliegt diese Vogelart die Stadt besonders früh an.[12] Ein weiterer Grund ist die Lage im UNESCO-Biosphärenreservat »Mittlere Elbe«, welche zu einem reichhaltigen Nahrungsangebot beiträgt.[13]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof
Gierseilfähre
Einfahrt in den Hafen

Der Bahnhof Aken wird nurmehr von Güterzügen bedient, seitdem der Schienenpersonenverkehr zwischen der Kreisstadt Köthen (Anhalt) und Aken als Endbahnhof zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2007 eingestellt wurde.

Aken liegt an der B 187a von Zerbst/Anhalt nach Köthen, der einzigen direkten Straßenverbindung zwischen diesen beiden Städten, die zwischen Aken und Steutz durch eine Gierseilfähre unterbrochen wird. Außerdem bestehen Straßenverbindungen nach Calbe (Saale) und Dessau-Roßlau durch die L 63. Vom südöstlichen Stadtrand gelangt man zu den Ortsteilen Susigke und Kleinzerbst und weiter nach Elsnigk zur B 185.

Aken verfügt seit 1891 (Baubeginn: 1889) über einen Binnenhafen. Dieser war für die Stadt Aken von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Durch den Ausbau des Eisenbahnschienennetzes in den folgenden Jahren nahm der Verkehr auf der Elbe weiter zu und damit auch die Menge der Umschlaggüter im Hafen. Während des Zweiten Weltkriegs kam der Hafenbetrieb jedoch fast vollständig zum Erliegen und wurde erst in den nachfolgenden Jahrzehnten wiederbelebt. Nach der politischen Wende 1989 war der Betrieb zunächst von der Treuhandanstalt verwaltet, bis 1993 die Stadt Aken das Unternehmen übernahm. Sie gründete die Hafenbetrieb Aken GmbH, die den Hafen seitdem verwaltet. Von 1992 bis 2006 erfolgte eine grundlegende Sanierung und Erweiterung des Hafenterminals und es wurden etwa 15,5 Millionen Euro investiert.[14] Im Hafen befinden sich heute ein Containerterminal, ein Massengutterminal sowie ein Schwergutterminal mit der höchsten stationären Tragkraft an der Elbe zwischen Hamburg und Dresden (270 t). Alle Terminals sind trimodal angeschlossen. Der Hafen gilt neben seiner Funktion bis heute als eines der Wahrzeichen der Stadt Aken.[15]

Elbfähre Aken

1355 wurde in Aken erstmals eine Fähre urkundlich erwähnt. Von Anfang an diente sie nicht nur dem Personentransport über die Elbe, sondern wurde vorwiegend für den Lastentransport genutzt. 1878 wurde beim Neubau der Fähre die bis dahin genutzte Schrickfähre in eine Gierfähre umgewandelt. Diese Antriebstechnik gilt als besonders umweltfreundlich, da dafür die natürliche Strömung der Elbe genutzt wird. Die derzeit genutzte Fähre ist seit 1997 in Betrieb und besitzt eine Tragfähigkeit von 42 Tonnen. Sie dient als 'schwimmende Brücke' über die Elbe, sichert die Verbindung zwischen Aken und Steutz und bringt bis zu 12 PKW in 5 Minuten über die Elbe. Die Fähre ist nicht nur von Bedeutung für den gewerblichen Transportverkehr, sondern spielt auch touristisch eine wichtige Rolle, denn der Elberadweg führt von Aken mithilfe der Fähre in das Biosphärenreservat Steckby-Löddritzer Forst.[16]

Ortsansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1839: Leopold Olberg (1770–1854), Königl. Regierungs- und Forstrat; anlässlich des 50. Dienstjubiläums im Dezember 1839
  • 1848: Franz Gustav Geiss, Apothekenbesitzer, in Anerkennung seines Wirkens bei der Erwerbung der „königl. Domaine“ (heutige Sekundarschule)
  • 1863: Friedrich Wilhelm Steinbrecht (1796–1881), Leutnant im Freikorps Lützows, Lehrer und Küster; anlässlich des 50. Dienstjubiläums im November 1863
  • 1873: Daniel Heinrich Gottfried Cuhrt, Lehrer und Kantor; anlässlich des 50. Dienstjubiläums im November 1873
  • 1915: Georg Placke, Holzhändler, Schiffbauereibesitzer, Deichhauptmann, Major a. D.; im März 1915
  • 2001: Otto Benecke (1926–2010), Lehrer und Leiter des Heimatmuseums[17]
  • 2009: Friedrich Dickmann, ev. Pfarrer i. R. und Stadtrat a. D.
  • 2015: Hansjochen Müller, Ingenieur für Kraftmaschinenbau (1971–1990), Bürgermeister a. D. (1990–2015)

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Aken – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31. Dezember 2020 (PDF) (Fortschreibung) (Hilfe dazu).
  2. Erika Schmidt-Thielbeer: Kleinzerbst: ein germanisches Gräberfeld der Spätlatènezeit und der frühen römischen Kaiserzeit aus dem Landkreis Köthen. Band 51 der Veröffentlichungen des Landesamtes für Archäologie, Landesmuseum für Vorgeschichte, Sachsen-Anhalt, 1998
  3. Quellen 1875–1939: Statistik des Deutschen Reichs, Alte Folge Band 57; (neu) Bände 150, 240, 401, 450, 451, 552 (Verlag für Sozialpolitik, Wirtschaft und Statistik Berlin)
  4. Quellen ab 1970: Stadt Aken (Elbe)
  5. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Gemeinderatswahlen 2019 – Stadt Aken (Elbe), abgerufen am 13. Mai 2020.
  6. Sylke Hermann: Stichwahl in Aken – Jan-Hendrik Bahn wird Bürgermeister. In: Mitteldeutsche Zeitung. 12. April 2015, abgerufen am 20. März 2021.
  7. Historisches Rathaus. In: aken.de. Stadt Aken (Elbe), abgerufen am 20. März 2021.
  8. Türme. In: aken.de. Stadt Aken (Elbe), abgerufen am 20. März 2021.
  9. Wasserturm der Stadt Aken, abgerufen am 16. März 2021.
  10. Stadtwerke Aken: Historie der Wasserversorgung von Aken (Elbe), abgerufen am 16. März 2021.
  11. Stadt Aken: Aus der Geschichte des Heimatmuseums, abgerufen am 16. März 2021.
  12. mdr.de: Erste Störche in Sachsen-Anhalt gesichtet | MDR.DE. In: www.mdr.de. Archiviert vom Original am 6. Juni 2016; abgerufen am 5. November 2019.
  13. European White Stork Fact Sheet – National Zoo. In: nationalzoo.si.edu. Archiviert vom Original am 6. Juni 2016; abgerufen am 5. November 2019.
  14. Mitteldeutsche Zeitung – Köthener Zeitung, Positive Bilanz vom Elbufer – 15,5 Millionen Euro wurden hier in 15 Jahren investiert, 19. Sept. 2008
  15. Stadt Aken (Elbe) - Informationen zum Hafen abgerufen am 16. März 2021.
  16. Stadtwerke Aken - Wissenswertes zur Elbfähre abgerufen am 16. März 2021.
  17. Nachruf im Akener Nachrichtenblatt (Memento vom 5. März 2016 im Internet Archive) (PDF; 1,2 MB)