Akkuwerkzeug

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Der Akkuschrauber – ein weit verbreitetes Akkuwerkzeug
Akku-Tacker

Als Akkuwerkzeuge werden alle stromnetzunabhängigen Elektrowerkzeuge bezeichnet, deren Stromversorgung mit Hilfe eines Akkumulators geschieht.

Akkuwerkzeuge haben mittlerweile einen hohen Anteil am Verkauf von Elektrowerkzeugen. Das wurde durch die beständige Verbesserung der Akkutechnologien und die damit verbundene Erhöhung von Leistung und Betriebszeit bei den Geräten möglich.

Typische Spannungswerte orientieren sich an der Art der Akkus. Waren früher NiCd-Akkus üblich, orientieren sich die die Spannungsniveaus der Akkus inzwischen an Lithium-Ionen-Akkus. Dort liegen die Spannungsniveaus bei 3,6 V und 7,2 V für meist fest eingebaute Akkus und für Wechselakkus bei 10,8/12 V, 14,4 V (auslaufend, nur noch für industrielle Anwendungen), 18/20 V oder 36/40 V. Die genannten, nahe beieinander liegenden Spannungsniveaus erklären sich aus einer geänderten Prüfvorschrift. Durch eine solche Änderung haben einige Hersteller in letzter Zeit die Bezeichnung ihrer Akkus beispielsweise von 10,8 V auf 12 V geändert, obwohl laut Herstellerangaben[1] kein technischer Unterschied vorliegt.

Gebrauchseigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorteile

  • Im gewerblichen Umfeld in Deutschland unterliegen Akkuwerkzeuge mit Spannungen ≤60 V nicht den regelmäßigen elektrischen Überprüfung nach den Anforderungen der DGVU[2].
  • Ohne Kabel ergibt sich eine größere Bewegungsfreiheit
  • Arbeiten auch ohne Stromanschluss bzw. Kabelverlegung möglich, z. B. Dach, Rohbau, Gerüst
  • Akku und Werkzeug sind getrennt und können zwischen Maschinen des gleichen Systems und der gleichen Spannungsklasse getauscht werden.
  • Bei stromsparenden Antriebskonzepten mit bürstenlosen Gleichstrommotoren entfällt der Verschleiß und Tausch von Kohlebürsten

Nachteile

  • Ist eine Staubabsaugung erforderlich, schränkt dies die Bewegungsfreiheit eines Akku-Werkzeugs auf die eines kabelgebundenen Werkzeugs ein.
  • Geräte mit prinzipiell hoher Leistungsaufnahme (beispielsweise Winkelschleifer, Bohrhammer)
  • werden durch den maximalen Entladestrom des Akkus in der Leistung begrenzt
  • entleeren Akkus so schnell, dass wegen häufiger Akkuwechsel entweder ein Stromanschluss für das Ladegerät oder das Mitführen von Ersatzakkus erforderlich sein kann.
  • Kapazitätsverlust begrenzt die Lebensdauer der Akkus, dadurch Folgekosten im Vergleich zu kabelgebundenen Werkzeugen
  • Begrenzte Kapazität der Akkus und dadurch begrenzte Arbeitszeit
  • Zusatzgewicht am Werkzeug durch den Akku, vor allem bei Maschinen mit größeren Akkus
  • Keine einheitliche Schnittstelle für Akkus, die meisten Hersteller bieten zu anderen Herstellern inkompatible Systeme an.
  • In der Vergangenheit führten Maschinenhersteller regelmäßig neue Akkusysteme ein, gleichzeitig wurde es schwierig, fabrikfrische Akkus für ältere Maschinen zu erhalten.

Häufig führen die Nachteile der Akkutechnik dazu, dass Hersteller verkleinerte Ausgaben ihrer Netzgeräte anbieten, z. B. Winkelschleifer oder Kreissägen mit kleinen Scheibendurchmessern.

Typen von Akkuwerkzeugen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schrauber: Meist ein Gerät mit einem Gang und niedrigen, stufenlos regulierbaren Umdrehungszahlen.
  • Bohrschrauber: Besitzt ein Zweigang-Getriebe mit niedrigen und hohen Drehzahlen des Bohrfutters (dementsprechend hohes Drehmoment zum Schrauben und niedrigeres zum Bohren). Einige 1-Gang-Geräte werden zuweilen auch als Akku-Bohrschrauber angeboten.
  • Winkelschrauber: Das Bohrfutter ist um 90° abgewinkelt um auch an schwer zugänglichen Stellen zu arbeiten.
  • Knickschrauber: Kleines, handliches Gerät vorwiegend für Montagearbeiten. Der Griff kann im hinteren Teil abgeknickt werden, um auch in engere Räume zu kommen.
  • Stabschrauber: Ähnlich dem Knickschrauber, ohne verstellbaren Griff. Der Akku ist häufig nicht entnehmbar.
  • Schlagschrauber: Vorwiegender Einsatz im Kfz- oder anderen maschinellen Bereichen. Erreicht hohe Drehmomente.
  • Schlagbohrmaschine: Akku-Bohr-Schrauber mit Schlagfunktion mittels Ratschenscheiben. Zum Bohren in Steinmaterial geeignet.
  • Bohrhammer: Ausgerüstet mit einem pneumatischen Schlagwerk und SDS-plus-Bohrfutter.
  • Handkreissäge
  • Winkelschleifer
  • Säbelsäge
  • Stichsäge
  • Blechschere
  • Blechnibbler (siehe auch Nibbeln)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Umstellung von 10,8V auf 12V ab 2017. Bosch Power Tools GmbH, abgerufen am 26. September 2021 (deutsch).
  2. "Wiederkehrenden Prüfungen ortsveränderlicher elektrischer Arbeitsmittel", herausgegeben von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung e.V. (DGUV) als Information 203-070, Stand Dezember 2016

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]