Aktienart (China)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Aufgrund rechtlicher Beschränkungen teilt sich der Aktienmarkt Chinas in verschiedene Segmente auf, die zu unterschiedlichen Aktienarten führen. Eine Gesellschaft kann sowohl A- als auch B-Shares ausgeben. Da jedoch keine Arbitragegeschäfte zwischen den Aktienarten erlaubt sind, kann sich der Wert der beiden Aktien zum Teil deutlich unterscheiden.

A-Aktie (A-Share)[Bearbeiten]

Eine mit A-Share bezeichnete Aktie der Shanghai Stock Exchange oder der Shenzhen Stock Exchange bezieht sich auf die Aktie eines Unternehmens, welche in Renminbi, der Währung der Volksrepublik China, gehandelt wird. Ursprünglich konnten diese Aktien nur von chinesischen Staatsbürgern gehandelt werden. Seit 2002 sind diese auch für sog. Qualified Foreign Institutional Investor (QFII) erhältlich. Alle A-Aktien an der Börse Shanghai werden im SSE A Share Index gelistet, der am 21. Februar 1992 gestartet wurde.

B-Aktie (B-Share)[Bearbeiten]

Eine mit B-Share bezeichnete Aktie der Shanghai Stock Exchange oder der Shenzhen Stock Exchange bezieht sich auf die Aktie eines Unternehmens, welche in ausländischer Währung gehandelt wird. Der Nennwert von B-Shares ist in Renminbi festgesetzt. In Shanghai werden B-Shares in US Dollar und in Shenzhen in Hongkong-Dollar gehandelt. B-Shares sind im Gegensatz zu den A-Shares nur für ausländische Investoren verfügbar, sowie seit 2001 für chinesische Staatsbürger, die Konten für Ausländer (v.a. Auslandschinesen) eröffnen. Alle B-Aktien an der Börse Shanghai werden im SSE B Share Index gelistet, der am 17. August 1992 gestartet wurde.

H-Aktie (H-Share)[Bearbeiten]

Als H-Shares werden Aktien von Unternehmen Festlandchinas bezeichnet, welche an der Hong Kong Stock Exchange gehandelt werden. Eine Notierung als H-Share kann zusätzlich oder anstatt eines B-Share Listings erfolgen um dadurch für ausländische Investoren handelbar zu werden. Die Bilanzierung richtet sich nach dem internationalen Standard.[1]

Das erste chinesische Unternehmen das an der Hongkonger Börse gelistet wurde, war im Jahr 1993 die Tsingtao-Brauerei.[1]

Der größte Börsengang der Geschichte erfolgte durch die Industrial and Commercial Bank of China im Oktober 2006. Es wurden 14,95 Milliarden A-Aktien und 40,7 Milliarden H-Aktien ausgegeben.[2] Der Wert der Platzierung betrug damit umgerechnet circa 22 Milliarden US-Dollar.[2]

Die wichtigsten chinesischen Gesellschaften sind im Hang Seng China Enterprises Index geführt, unter anderem die so genannte Red Chips.

60 Prozent der Tagesumsätze an der Hongkonger Börse wird mit H-Aktien erzielt.[1]

Notierung an außerchinesischen Börsen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden der Börse Hongkong. Wiener Zeitung. Abgerufen am 17. November 2009.
  2. a b IPO erlöst 22 Milliarden Dollar. Manager Magazin. Abgerufen am 17. November 2009.

Literatur[Bearbeiten]