Aktivsenioren Bayern

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Aktivsenioren Bayern e. V.
Vereinslogo
Rechtsform eingetragener Verein
Gründung 1984
Gründer Gründungsvater und erster Vorsitzender: Heinz Herrmann
Sitz München
Aktionsraum alle 10 Regierungsbezirke Bayerns
Website aktivsenioren.de

Die Aktivsenioren Bayern sind ein gemeinnütziger Verein in München, der Existenzgründer und kleine und mittlere Unternehmen in allen betriebswirtschaftlichen Fragen ehrenamtlich berät.

Über den Verein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die rund 400 Mitglieder sind ehemalige Unternehmer, Führungskräfte, Fachkräfte, oder Freiberufler, die ihr Wissen und ihre Erfahrung weiter geben und damit der Gesellschaft dienen wollen. Sie halten dieses Wissen durch Schulungen und interne Fortbildungen auf dem neuesten Stand. In komplexeren Fällen werden Berater-Teams zusammengestellt. Neutralität und Unabhängigkeit gehören zu den Prinzipien der Aktivsenioren. Die Mitgliedschaft in diesem Verein ist beitragsfrei. Der dreiköpfige Vorstand besteht aus Reinhold Heiß (Sprecher), Hans-Joachim Schneider (IT) und Gerhard Weiß (Finanzen). Die Schwerpunktthemen der Beratungstätigkeit sind Existenzgründung und -sicherung, Unternehmensführung, Geschäftsmodell-Analyse, Unternehmensnachfolge und Digitalisierung. Alle Beratungen sind – da ehrenamtlich – honorarfrei. Der Verein erhebt jedoch einen geringfügigen Kostenbeitrag zur Finanzierung der Geschäftsstelle in München.

Weitere Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildungsprojekte des Vereins[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2006 engagieren sich die Aktivsenioren auch im Bildungsbereich. Als Trainer für die Jugend sind sie in öffentlichen Schulen, in Universitäten, Fachhochschulen, Berufs- und Volkshochschulen sowie in Bildungszentren tätig. Sie vermitteln den Abschlussklassen in Mittelschulen aktuelle, praxisnahe Informationen für den Berufseinstieg; Studenten und Meister- Aspiranten werden in unternehmerischem Denken geschult und auf die Selbständigkeit vorbereitet. Zahlreiche Aktivsenioren der Region Mittelfranken engagieren sich auch in dem von einem Vereinsmitglied entwickelten Projekt „Der Lesekoch“[1]. Mit Hilfe eines computergestützten Leseprogramms lernen leseschwache Schüler nicht nur richtig und flüssig lesen, ihr Erfolg übersetzt sich auch in echte Freude am Lesen. Dieses Programm wird inzwischen in mehr als 15 mittelfränkischen Schulen mit Hilfe von über 40 Lesementoren erfolgreich umgesetzt.

Selbstverständnis des Vereins[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter dem Motto „Unsere Erfahrung für Ihre Zukunft“ leistet der Verein Hilfe zur Selbsthilfe für den Mittelstand und als Trainer für die Jugend. Die Aktivsenioren sehen ihre Stärke in dem vielfältigen Fachwissen der Mitglieder, der breiten beruflichen Erfahrung und der vollständigen Unabhängigkeit der Berater. Bei den Schul- und Hochschulprojekten steht die Orientierungshilfe für Schüler und Studenten bei der Wahl der richtigen Ausbildungsberufe bzw. beruflicher Laufbahnen im Vordergrund.

Berichterstattung in den Medien über den Verein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wahrnehmung der Aktivsenioren in der Öffentlichkeit und den Medien hat sich seit 2017 signifikant verbessert. Dazu trugen auch Auszeichnungen wie der Luise-Kiesselbach-Preis (2017) des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes sowie die sechsmalige Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an verdiente Mitglieder bei. Über die Aktivsenioren und ihre Projekte wird regelmäßig in der Presse berichtet. Beispiele aus dem Medienspiegel der AS-Website:

  • Win-Win-Situation für alle (Mein München)[2]
  • Die Starthelfer für Erfolg im Berufsleben (Main Post)[3]
  • Es gibt viel, das Ältere weitergeben können (Münchner Merkur)[4]
  • Beistand für junge Gründer (Nürnberger Nachrichten)[5]
  • Lebenserfahrung hilft Jungunternehmern (Börse München)[6]

Klienten oder auch Interessenten für eine Mitgliedschaft werden dank Presseartikel, Homepage oder auch Netzwerkpartner auf die Aktivsenioren aufmerksam. Auch Mundpropaganda spielt eine große Rolle. Zweimal im Jahr veranstaltet der Verein ein Seminar für neue Mitglieder, um diese mit dem Selbstverständnis, den Werten und den Arbeitsweisen des Vereins vertraut zu machen.

Arbeitsweise des Vereins[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Kontakte knüpfen potentielle Klienten bei den Info- und Sprechtagen[7][8], die in allen 10 Regionen regelmäßig abgehalten werden. In den Regionen finden diese Sprechtage in der Regel in den Landratsämtern statt. Existenzgründer, die aus der Arbeitslosigkeit heraus gründen, werden zumeist von den Arbeitsagenturen an den Verein verwiesen. Die Regionen des Vereins sind weitgehend selbständig in ihren Aktivitäten, die zentrale Verantwortung für die Finanzen und Buchhaltung liegt allerdings bei der Geschäftsstelle in München.

Historie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Oktober 1984 gründeten sieben engagierte Senioren in München den Verein „Aktion Senioren helfen jungen Existenzen Bayern e. V.“ Ihr Ziel war es, ihr Wissen und ihren Erfahrungsschatz jungen Unternehmern kostenlos zur Verfügung zu stellen, um damit deren frühes Scheitern zu verhindern. Den heutigen Namen erhielt der Verein zwei Jahre später. Die Geschäftstätigkeit entwickelte sich so rasch, dass sich schon 1995 in allen Regierungsbezirken Außenstellen etablierten, die heute Ausdruck der Dezentralisierung des Vereins sind. Bei der Wende 1989 erhielt der Verein das Mandat, auch in den neuen Bundesländern beratend tätig zu werden.

Beratertätigkeit in den neuen Bundesländern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter Wirtschaftsminister Günter Rexrodt griff das Wirtschaftsministerium auf Seniorenvereine und deren Erfahrungsschatz zurück, um die Lücken in den privaten und öffentlichen Beratungsnetzwerken zu schließen. Die AKTIVSENIOREN BAYERN e.V. waren sofort bereit, die Aufgabe Ost – in den Ländern Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt anzupacken. Unter der Leitung von Max Mühlbauer (später Karl Wydra) wurde die Arbeitsgruppe "Neue Bundesländer" gegründet. Von den damals rund 100 Vereinsmitgliedern waren etwa 40 bis zum Sommer 1995 im aktiven Einsatz im Osten.

Jüngste Vergangenheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein ist auch bestrebt, durch Kontaktpflege und Networking mit den verschiedensten Verbänden (u. a. Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft), öffentlichen und privaten Institutionen seinen Wirkungskreis ständig zu erhöhen und die Aktionsfelder zu verbreitern. Intensiviert wurde vor allem die Zusammenarbeit mit dem Bund der Selbständigen, den Arbeitsagenturen sowie den kommunalen Fördereinrichtungen. Auch die Kontakte zu Universitäten, Fachhochschulen und Forschungszentren wurden ausgebaut. Für neue Beratungsfelder – z. B. Geschäftsmodell-Analyse, Unternehmensnachfolge und Digitalisierung sind in internen Arbeitskreisen Beratungsrichtlinien erstellt und interessierte Mitglieder umfassend geschult worden. Bayerische Landratsämter suchen neuerdings die Unterstützung der Aktivsenioren bei der Beratung in Fragen der Ablaufoptimierung und Effizienzsteigerung gemeinnütziger Vereine.

Mitgliederwerbung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um in allen Regionen die Beratungsleistungen in zufriedenstellender Qualität flächendeckend anbieten zu können, hat die Suche nach neuen qualifizierten Mitgliedern für den Verein hohe Priorität. Ab 2019 sollen vor allem in den Flächenregionen Niederbayern, der Oberpfalz, in Teilen von Ober- und Unterfranken und in Schwaben die Lücken im Beraternetzwerk geschlossen werden. Rentner und Pensionäre finden in der ehrenamtlichen Beratungstätigkeit bzw. dem Engagement in den Bildungsprojekten nicht nur eine erfüllende Aufgabe und eine neue Herausforderung; dank des breiten Schulungsangebots im Rahmen der virtuellen Aktivsenioren-Akademie können sich die Mitglieder auch ständig weiterbilden und ihr Wissen erweitern. Die Neuzugänge werden von erfahrenen Mitgliedern eingewiesen und Schritt für Schritt an die Beratungstätigkeit herangeführt. Nach einem Zuwachs von über 10 Prozent allein im Jahr 2018 hat sich die Zahl der Mitglieder kontinuierlich auf über 400 erhöht, davon sind 9 Prozent weiblich. Die Arbeitskreise IT und Bildungsprojekte werden von Frauen geleitet, die auch in den Führungsteams der Regionen zunehmend vertreten sind.

30-jähriges und 35-jähriges Jubiläum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai 2015 feierte der Verein nachträglich sein 30-jähriges Jubiläum im Rahmen eines kleinen Festakts und im Beisein von Emilia Müller, der Bayerische Staatsministerin für Soziales, Arbeit, Familie und Integration. Zahlreiche Gäste, Freunde und Förderer der Aktivsenioren waren der Einladung gefolgt. Staatsministerin Müller würdigte das ehrenamtliche Engagement der Senioren und ihren wertvollen gesellschaftspolitischen Beitrag. Im Herbst 2019 wird der Verein sein 35-jähriges Jubiläum begehen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Siegbert Rudolph – Das Kochrezept zum Lesenlernen. In: der-lesekoch.de. Abgerufen am 5. April 2016.
  2. Dominik Graf: Win-win-Situation für alle. In: Mein Muenchen - Business Blog. 30. Oktober 2018, abgerufen am 18. Februar 2019 (deutsch).
  3. Die Starthelfer für Erfolg im Berufsleben. 4. Dezember 2018, abgerufen am 18. Februar 2019.
  4. Altersforscher: „Es gibt viel, das Ältere weitergeben können“. 7. November 2018, abgerufen am 18. Februar 2019.
  5. Ella Schindler - Nürnberger Nachrichten: Beistand für junge Gründer. In: Nürnberger Nachrichten. Nürnberger Nachrichten, 5. Oktober 2018, abgerufen am 6. Oktober 2018 (deutsch).
  6. Börse München: Lebenserfahrung hilft Jungunternehmern. Abgerufen am 18. Februar 2019.
  7. Landratsamt Erlangen-Höchstadt: Aktivsenioren. In: www.wirtschaft-erh.de. 7. März 2016, abgerufen am 5. April 2016.
  8. Aktivsenioren bieten am Infotag ihre Hilfe an. In: mainpost.de. Abgerufen am 5. April 2016.