al-Masdschid al-Harām

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Al-Haram-Moschee
Koordinaten: 21° 25′ 21,1″ N, 39° 49′ 34,2″ O21.42253472555639.826158285278Koordinaten: 21° 25′ 21,1″ N, 39° 49′ 34,2″ O
Ort Mekka
Grundsteinlegung 630
Eröffnung 638
Richtung/Gruppierung Islam
Architektonische Informationen
Einzelangaben
Kapazität 820.000
Grundstück 356.800 m²
Minarette 9
Minaretthöhe 89 m

Al-Masdschid al-Harām (arabisch المسجد الحرام, DMG al-masǧid al-ḥarām ‚Heiliger Anbetungsplatz, Heilige Moschee‘) in Mekka (Saudi-Arabien) ist die wichtigste Moschee des Islam – und zugleich die größte der Welt. Gemeinsam mit der Prophetenmoschee in Medina und der al-Aqsa-Moschee in Jerusalem gehört die Heilige Moschee in Mekka zu den drei heiligsten Stätten des Islam.

Koranische Aussagen[Bearbeiten]

Der Ausdruck al-masǧid al-ḥarām kommt mehrfach im Koran vor. So wird in Sure 17:1 Gott dafür gepriesen, dass er seinen Knecht nachts vom „Heiligen Gebetsort“ (al-masǧid al-ḥarām) zum „fernsten Gebetsort“ (al-masǧid al-aqṣā) reisen ließ. In Sure 8:34 wird Gottes Strafe für die Mekkaner gefordert, die die Gläubigen von der Heiligen Anbetungsstätte abhalten. Und in Sure 2:144 wird die „Heilige Anbetungsstätte“ (al-masǧid al-ḥarām) als neue Qibla festgelegt.

Das Bauwerk[Bearbeiten]

Die heilige Moschee beherbergt in ihrem Inneren das Zentralheiligtum des Islam, die Kaaba. Das ist der Ort, dem sich Muslime in aller Welt beim täglichen Gemeinschaftsgebet zuneigen. Das aktuelle Bauwerk stammt im Ursprung aus dem 16. Jahrhundert, hat neun Minarette und erstreckt sich über eine Fläche von 356.800 m² – die inneren und äußeren Gebetsflächen einschließend. Es kann bis zu 820.000 Gläubige während des Haddsch aufnehmen. Das ist eine der größten jährlichen Zusammenkünfte von Menschen in der Welt.

Seit einigen Jahren wird die Moschee erweitert. Nach der Fertigstellung soll sie 456.000 m² groß sein und Platz für 1.200.000 Gläubige bieten. Weiters soll sich die Zahl der Minarette auf elf erhöhen. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf 80 Milliarden Saudi-Riyal (ca. 20 Milliarden Euro).

Abgesehen von der Kaaba befinden sich im Innenhof der Heiligen Moschee gemäß der Zeichnung des Orientalisten Christiaan Snouck Hurgronje noch folgende Bauten:

Geschichte[Bearbeiten]

Die Heilige Moschee beim Beginn des Haddsch 2008

Zum ursprünglichen Heiligtum in Mekka gehörten schon in vorislamischer Zeit die Kaaba, der Brunnen Zamzam und Maqam Ibrahim. Im Jahre 8 der islamischen Zeitrechnung (630 n. Chr.) errichtete Mohammed hier eine Moschee. Bald wurde der Raum jedoch zu klein, und unter Kalif Umar und Kalif Uthman wurden die benachbarten Häuser abgerissen und eine Mauer errichtet. Abdallah ibn az-Zubair ließ über der Mauer ein einfaches Dach errichten, und unter den Umayyaden und den Abbasiden wurden weitere Vergrößerungen und Verschönerungen angebracht. Ihre endgültige Form erhielt die Moschee von 1572 bis 1577 unter Sultan Selim II., der unter anderem das Flachdach durch eine große Anzahl kleiner konischer, weiß gestrichener Kuppeln ersetzen ließ. Im Jahr 1979 wurde die Moschee von islamistischen Terroristen besetzt, wobei mehrere hundert Menschen ums Leben kamen.

Während der Gefechte, um die Besetzung zu beenden, wurde bei der Explosion einer Bombe der Boden der Kaaba aufgerissen. Darunter kamen mehrere (vorislamische) Idole zum Vorschein, die die saudischen Behörden schnell beseitigten. Über ihren Verbleib ist nichts bekannt.[1]

Die Moschee wird derzeit von Saudi Binladin auf ein Fassungsvermögen von 2,2 Millionen Menschen erweitert.

Am 11. September 2015, eine Stunde vor dem Abendgebet und etwa zehn Tage vor Beginn des Haddsch, stürzte bei heftigem Regen und Sturmböen mit bis zu 83 km/h ein großer Raupenkran mit Knickausleger (Liebherr LR 11350)[2] rücklings auf die Moschee und durchschlug mit den Abspannungs-Auslegern ein Hallendach im dritten Stock. Die Mastspitze knickte in den Hof dahinter. Dabei wurden mindestens 107 Menschen getötet und 238 verletzt.[3][4][5]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: al-Haram-Moschee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The Encyclopaedia of Islam. New Edition. Brill, Leiden. Bd. 9, S. 5 (sanam)
  2. http://mobil.n-tv.de/panorama/Unglueckskran-kam-aus-Deutschland-article15929196.html
  3. Über hundert Tote bei Unglück in Mekka. Bauarbeiten sollten mehr Platz schaffen. In: orf.at. 12. September 2015, abgerufen am 12. September 2015.
  4. Unglück in Saudi-Arabien: Kran stürzt auf Moschee von Mekka. In: focus.de. 11. September 2015, abgerufen am 12. September 2015.
  5. Mecca crane collapse: 107 dead at Saudi Arabia’s Grand Mosque. In: bbc.com. 11. September 2015, abgerufen am 12. September 2015 (englisch).