al-Māʾida

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Vers 68 und 69 der 5. Sure im maghrebinischen Duktus – Koran-Exemplar aus dem 13. oder 14. Jahrhundert

Al-Māʾida (arabisch المائدة ‚Der Tisch‘) ist die 5. Koransure. Sie umfasst 120 Verse und ist damit die zwöftlängste Sure. Offenbart wurde sie in Medina. In chronologischer Reihenfolge ist sie die 114. und damit letzte Sure des Korans. Der Titel der Sure bezieht sich auf ihren 114. Vers, in dem vermutlich auf die Wundersame Brotvermehrung und das Abendmahl Jesu Bezug genommen wird.

In Sure 5:3 wird eine Beziehung zwischen Islām und dem arabischen Begriff Dīn hergestellt, der die Bedeutung von "Religion" hat, allerdings auch die Konnotation von "Schuld" besitzt: „Ich habe für euch den Islam als Religion erwählt“.

Sure 5:6 enthält die Offenbarung der Reinheitsregeln. Diese sind im Rahmen von Al-Mash ʿalā l-chuffain umstritten.

Der Koran erzählt in der Sure unter anderem die Geschichte von Kain und Abel ohne Namensnennung, wobei der unschätzbare Wert des menschlichen Lebens unterstrichen wird.(Sure 5:27–31).[1][2]

Al-walāʾ wal-barāʾa ist ein Rechtsbegriff und muslimischer Grundsatz im Umgang mit den Anhängern anderer Religionen. Zur Begründung wird häufig Sure 5:51 herangezogen.

„Ihr Gläubigen! Nehmt euch nicht die Juden und die Christen zu Freunden! Sie sind untereinander Freunde (aber nicht mit euch). Wenn einer von euch sich ihnen anschließt, gehört er zu ihnen (und nicht mehr zu der Gemeinschaft der Gläubigen). Gott leitet das Volk der Frevler nicht recht.“

Übersetzung Rudi Paret: Sure 5,51, seine Ergänzungen in Klammern

Vers 5:56 enthält den Begriff حزب الله / Ḥizbu 'llāh im Sinne von „Partei Gottes“ und erscheint dementsprechend auf der Fahne der Hisbollah: وَمَن يَتَوَلَّ اللَّـهَ وَرَسُولَهُ وَالَّذِينَ آمَنُوا فَإِنَّ حِزْبَ اللَّـهِ هُمُ الْغَالِبُونَ (Wer sich Gott und seinen Gesandten und diejenigen, die glauben, zu Freunden nimmt (gehört zu ihnen): Die Partei Gottes sind die Obsiegenden).

Sure 5:90-92 bezeichnet Wein und Glücksspiele als „Greuel von Satans Werk“. Siehe auch Alkoholverbot im Islam.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Online Qoran Project (OQP): Al-Maaida (Sure 5)
  2. Adel Theodor Khoury: Der Koran. Übersetzt und kommentiert von A. T. Khoury. S. 161. Gütersloher Verlagshaus, 2007. ISBN 978-3-579-08023-9
Vorherige Sure:
an-Nisā'
Der Koran Nächste Sure:
al-Anʿām
Sure 5

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114