Al Haouz

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Provinz Al Haouz in der ehemaligen Region Marrakesch-Tensift-Al Haouz
Bergort Amizmiz
Stein- und Lehmhäuser der Berber im Ourika-Tal
Bergort Imlil bei Asni
Bergsee bei Oukaïmeden

Al Haouz (arabisch إقليم الحوز, DMG Iqlīm al-Ḥauz, Tamazight: ⵜⴰⵙⴳⴰ ⵏ ⵍⵃⴰⵡⵣ) ist eine Provinz im Zentrum des Hohen Atlas in Marokko. Sie gehört seit 2015 zur Region Marrakesch-Safi (davor Marrakesch-Tensift-Al Haouz) und liegt im Süden des Landes, unweit von Marrakesch. Die Provinz hat ca. 575.000 Einwohner (2014)[1] bei einer Fläche von ca. 5.100 km²[2].

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Die Provinz Al-Haouz grenzt im Westen an die Provinz Chichaoua, im Nordwesten an die Präfektur Marrakesch, im Norden an die Provinzen Rehamna und El Kelaâ des Sraghna, im Osten an die Provinz Azilal, im Südosten an die Provinz Ouarzazate und im Südwesten an die Provinz Taroudannt.

Landschaft[Bearbeiten]

Die Provinz Al Haouz umfasst die höchsten Bergregionen Marokkos, d. h. das Gebiet des 4167 m hohen Jbel Toubkal und des 4089 m hohen Jbel Ouanoukrim. Die bewohnten Ortschaften liegen zumeist in Höhen von 1000 bis 2000 m ü. d. M.

Klima[Bearbeiten]

Aus der Höhenlage resultieren vergleichsweise kalte Temperaturen, die in den Winternächten deutlich unter den Gefrierpunkt absinken können, während am Tag meist 10° bis 20° erreicht werden. Im Sommer wird die 30°-Grenze nur selten überschritten. Niederschläge fallen eigentlich nur in den Wintermonaten November bis Februar; die Schneefallgrenze liegt bei etwa 3000 m.

Bevölkerung, Wirtschaft und Geschichte[Bearbeiten]

Das zumeist etwa 1000 bis 2000 m hoch gelegene Gebiet diente über Jahrtausende der Jagd und später als Sommerweide für umherziehende Berbernomaden. Der allmähliche Prozess der Sesshaftwerdung begann wahrscheinlich erst vor etwa 500 bis 1000 Jahren – dabei wurden kleine Häuser aus Steinen und Erde mit Dächern aus Holz, Schilf und einer Erdabdeckung gebaut und Parzellen in den Tal- und Hanglagen als Anbauflächen für Gerste und Gemüse (Zwiebeln, Möhren, Bohnen) hergerichtet. Die Menschen lebten als Selbstversorger; erst im 20. Jahrhundert wurden die alten Wege als Pistenstraßen ausgebaut, von denen die meisten inzwischen asphaltiert sind.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1994 2004 2014
Einwohner 435.090 484.312 573.128

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Abgesehen von der – besonders im Frühjahr – beeindruckenden Berglandschaft, die besonders im Ourika-Tal und im Tal des Oued Nfiss zur Geltung kommt, befindet sich in der Provinz eine der ältesten und beeindruckendsten Moscheen des Landes – die Moschee von Tinmal. Auch die prähistorischen Felszeichnungen im Gebiet des Jbel Yagour und von Oukaïmeden verdienen Beachtung.

Eine der schönsten Trekking-Touren Marokkos führt von Imlil nach Setti Fatma. Auch der Jbel Toubkal, der Jbel Ouanoukrim und andere Gipfel in deren Umgebung können in meist dreitägigen Bergtouren bestiegen werden.

Größte Orte[Bearbeiten]

Die mit (M) gekennzeichneten Orte sind als städtische Siedlungen (Municipalités) eingestuft; die übrigen gelten als Landgemeinden (communes rurales) und bestehen aus mehreren Dörfern.

Gemeinde Einwohner
1994 2004 2014
Aït Ourir (M) 12.162 20.005 39.108
Aït Faska 16.210 19.239 26.210
Aït Sidi Daoud 17.307 19.286 18.976
Amizmiz 11.919 13.711 14.364
Asni 16.252 18.674 21.244
Ghmate 20.460 22.805 25.220
Ijoukak 6.305 6.641 6.700
Moulay Brahim 10.503 10.979 11.813
Oukaïmeden 3.798 4.440 4.861
Ourika 21.982 26.990 37.316
Setti Fatma 20.545 22.283 24.129
Sidi Abdallah Ghiat 16.298 20.649 29.498
Tameslohte 17.138 21.408 28.978
Tidili Mesfioua 22.056 21.106 21.706
Tighedouine 20.939 22.353 22.971
Zerkten 18.239 19.154 19.926

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Provinz Al Haouz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsstatistik Marokko
  2. Statistik Provinz Al Haouz