Aladdin (1992)
| Film | |
| Titel | Aladdin |
|---|---|
| Produktionsland | USA |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 1992 |
| Länge | 91 Minuten |
| Altersfreigabe |
|
| Produktionsunternehmen | Disney Animation |
| Stab | |
| Regie | |
| Drehbuch |
|
| Produktion | John Musker |
| Musik | Alan Menken |
| Schnitt | H. Lee Peterson |
| → Synchronisation | |
| Chronologie | |
Aladdin ist der 31. abendfüllende Zeichentrickfilm der Walt-Disney-Studios und basiert frei auf dem Märchen Aladin und die Wunderlampe (ANE 346) aus Tausendundeine Nacht. Hauptfiguren sind Aladdin, die Prinzessin Jasmin und der Lampengeist Dschinni, der im Original von Komiker Robin Williams gesprochen wird. In den US-Kinos startete er am 11. November 1992, in Deutschland erst am 18. November 1993.[1]
Das Musical-Abenteuer war ein großer Erfolg bei Publikum wie Kritikern und erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter den Oscar für die beste Filmmusik und den besten Song, A Whole New World. Es folgten die Direct-to-Video-Fortsetzungen Dschafars Rückkehr (1994) und Aladdin und der König der Diebe (1996), eine Trickserie sowie eine Bühnenfassung. 2019 erschien eine Neuverfilmung als Spielfilm.
Handlung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ein fahrender Händler preist in der arabischen Stadt Agrabah dem Zuschauer seine Ware an und zieht schließlich eine Lampe hervor, die keine gewöhnliche sei, sondern verbunden mit dem Schicksal eines jungen Mannes, eines einst „ungeschliffenen Diamanten“. Der Händler beginnt die Geschichte zu erzählen, „sie beginnt in einer finsteren Nacht, wo ein finsterer Mann in finsterer Absicht lauert.“
In der Wüste trifft der geheimnisvolle Fremde auf den Dieb Gazzim, der ihm den zweiten Teil eines Zauberskarabäus besorgt hat. Als der Fremde beide Teile zusammenfügt, erwacht der Skarabäus zum Leben und führt die beiden Männer zu einem Ort in der Wüste, aus der plötzlich, in Form eines Tigerkopfes, der Eingang einer Schatzhöhle aus dem Sand emporwächst. Der Fremde schickt Gazzim hinein, um dort eine Öllampe zu suchen. Als dieser die Höhle betreten will, beginnt der Tigerkopf zu sprechen und sagt, dass nur ein „ungeschliffener Diamant“ die Höhle betreten dürfe. Gazzim setzt sich über die Warnung hinweg und betritt die Höhle, worauf sich der Schlund schließt und ihn verschlingt. Dem Fremden wird klar, dass er jene Person finden muss, die der „ungeschliffene Diamant“ ist.
In den Straßen von Agrabah versucht der gutherzige Dieb Aladdin zusammen mit seinem Affen Abu sein tägliches Überleben zu sichern. Eines Tages begegnet er dem Prinzen Ahmed, der in der Stadt um die Hand der Sultanstochter Prinzessin Jasmin anhalten will. Aladdin träumt von einem sorgenlosen Leben in Reichtum und Würde. Im Palast lehnt Prinzessin Jasmin Ahmeds Antrag ab, der empört von dannen zieht. Der liebevolle, alte Sultan sorgt sich um seine Tochter, die er durch eine Heirat mit einem guten Bewerber in gute und sie versorgende Hände geben will. Jasmin will jedoch keine Zwangsehe eingehen, sondern nur aus Liebe heiraten und hadert mit ihrem Leben als von der Außerwelt abgeschirmte, einsame Prinzessin. Ihr einzig wahrer Freund ist ihr Tiger Radscha. Der Sultan ist verzweifelt ob Jasmins Starrsinn, ersucht um Rat bei seinem Großwesir Dschafar, der sich als der mysteriöse Fremde erweist, der die Wunderhöhle entdeckt hat. Mithilfe seines hypnotisierenden Zauberstabes bringt Dschafar den Sultan dazu, ihm einen mystischen blauen Diamanten auszuhändigen, mit dem er durch weitere Zauberkraft die Person finden will, die die Wunderhöhle als „ungeschliffenen Diamanten“ bezeichnet hat. Währenddessen flieht Prinzessin Jasmin in der Nacht aus dem Palast.
Am nächsten Tag entdeckt Aladdin die hübsche Jasmin auf dem Markt, wobei er sie aus einer misslichen Lage rettet und zu seinem Unterschlupf geleitet. Jasmin verheimlicht ihre royale Abstammung vor Aladdin, und die beiden beginnen, Gefühle füreinander zu entwickeln. Schließlich werden beide von den Palastwachen entdeckt, die es auf Aladdin abgesehen haben. Jasmin enthüllt ihre Identität, um den verblüfften Aladdin zu retten, doch die Wachen lehnen ab, da sie Anweisungen von Dschafar haben. Jasmin eilt zu Dschafar, von dem sie entsetzt erfährt, dass Aladdin – im vermeintlichen Irrglauben, dass er Jasmin entführt habe – bereits durch Enthauptung hingerichtet worden sei. Tatsächlich jedoch hat Dschafar Aladdin in den Kerker werfen lassen, wo dieser auf einen alten, gebrechlichen Gefangenen trifft, der ihm von der mit Schätzen gefüllten Wunderhöhle erzählt. Im Tausch für die Schätze der Höhle, mit denen Aladdin Prinzessin Jasmin für sich gewinnen könnte, fordert der Alte, dass Aladdin ihm die geheimnisvolle Lampe besorgt. Aladdin flieht mit dem Alten, bei dem es sich in Wahrheit um Dschafar handelt, aus dem Gefängnis.
An der Höhle angekommen wird Aladdin von dem sprechenden Höhlenschlund gewarnt, nichts außer der Lampe zu berühren. Auf dem Weg zur Lampe trifft er Perser, einen fliegenden Teppich, der ihn zur Lampe bringt. Aladdin nimmt die Lampe an sich, doch sein Affe Abu berührt den verbotenen Schatz, worauf die Höhle einzustürzen beginnt. Zwar erreichen sie rechtzeitig den Ausgang, doch Dschafar nimmt Aladdin die Lampe ab und wirft ihn zurück in die Höhle, die sich nun versiegelt. Als Aladdin an der Lampe reibt, die Abu Dschafar wieder abgenommen hat, erweist sich diese als Wunderlampe, die einen Dschinn enthält, der sich als Dschinni vorstellt und Aladdin drei Wünsche gewährt. Zusammen entkommen sie der Höhle. Währenddessen muss Dschafar wegen Aladdins vermeintlicher Hinrichtung vor dem Sultan Rechenschaft ablegen. Dabei wird ihm klar, dass er sein Ziel – die Herrschaft über Agrabah – auch ohne die Wunderlampe erreichen kann, indem er Prinzessin Jasmin heiratet, wozu er den Sultan notfalls mit seiner Zauberkraft zwingen will.
Aladdin überlegt, wie er seine drei Wünsche nutzen könnte, wobei er Jasmin für sich gewinnen will – doch Dschinni kann niemanden dazu bringen, sich in jemanden zu verlieben. Um an Jasmin heranzukommen, die nach dem Gesetz ausschließlich einen Prinzen heiraten darf, löst Aladdin seinen ersten Wunsch ein, um zu einem Prinzen zu werden. Kurz darauf zieht er als „Prinz Ali“ in einem pompösen Aufzug in Agrabah ein, wo er auf den höchst erfreuten Sultan trifft. Jasmin jedoch ist empört, dass ohne ihre Meinung einzuholen, über ihre Zukunft diskutiert wird und sie wie eine Ware behandelt wird. Dschafar will Aladdin als Rivalen um Jasmins Hand beseitigen.
In der Nacht besucht Aladdin Jasmin, die er schließlich dazu bringt auf seinem fliegenden Teppich mit ihm einen Spazierflug zu unternehmen. Jasmin erkennt im Prinzen den Straßenjungen wieder, doch Aladdins geringes Selbstwertgefühl bringt ihn dazu, zu behaupten, er sei wirklich ein Prinz und habe sich bei ihrem ersten Treffen nur als einfacher Bürger verkleidet, um dem Stress im Palast zu entkommen. Jasmin gibt sich damit zufrieden und erwidert Prinz Alis Liebe. Als die beiden sich voneinander verabschiedet haben, lässt Dschafar durch die Wachen Prinz Ali festnehmen und ins Meer werfen – nur durch den zweiten Wunsch Dschinnis überlebt Aladdin und kehrt in den Palast zurück. Dort erfährt die entsetzte Jasmin, dass ihr Vater entschieden hat, dass sie Dschafar heiraten soll, bis Aladdin auftaucht, der herausfindet, dass Dschafar mit seinem Zauberstab den Sultan kontrolliert. Daraufhin zerstört Aladdin diesen; Dschafar flieht aus dem Palast. Der Sultan ist überglücklich, als Jasmin ihm erklärt, dass sie sich Prinz Ali zum Gatten nehmen will. Dschafar enttarnt Prinz Ali als Aladdin und lässt durch seinen Papageien Jago die Lampe stehlen.
Dschafar lässt sich vom Dschinni in seinem ersten Wunsch zum Sultan von Agrabah machen und durch den zweiten zum mächtigsten Zauberer der Welt. Er verbannt Aladdin, nimmt den Sultan gefangen und macht Jasmin zu seiner in Ketten gelegten Sklavin. Dschafar will ihre Liebe und sie als Ehefrau gewinnen. Aladdin kehrt nach Agrabah zurück, wo es zum finalen Kampf mit Dschafar kommt. Als die Lage schon völlig aussichtslos erscheint, gelingt es Aladdin seinen Widersacher mit einem Trick zu überwältigen. Aladdin redet Dschafar ein, dass er nur von Dschinnis Gnaden seine Macht habe, woraufhin Dschafar seinen letzten Wunsch ausspricht, zu einem allmächtigen Dschinni zu werden. Doch auch zum größten Dschinni gehört stets eine Lampe, die ihn zum Diener macht, woraufhin Aladdin Dschafar in eine Lampe einsperrt. Dschinni seinerseits befördert die Lampe in die Wunderhöhle zurück. Mit seinem letzten Wunsch schenkt Aladdin Dschinni die Freiheit und erhält schließlich vom Sultan die Erlaubnis, obwohl er kein Prinz ist, Jasmin zu heiraten.
Inspirationen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Disneys Aladdin bedient sich primär beim Märchen Aladin und die Wunderlampe aus Tausendundeine Nacht sowie Motiven aus dem Film Der Dieb von Bagdad (1940). Des Weiteren gibt es zahlreiche Parallelen zum nie fertiggestellten britischen Trickfilm The Thief and the Cobbler (englisch für ‚Der Dieb und der Schuster‘).[2][3] Eine von Miramax bearbeitete Fassung erschien zwar erst ein Jahr nach Aladdin, aber Oscarpreisträger Richard Williams (u. a. Falsches Spiel mit Roger Rabbit) widmete sich diesem Projekt bereits seit den 1960ern unter Mitwirkung zahlreicher Disney-Animatoren wie dem Dschinni-Chefzeichner Eric Goldberg.
Tausendundeine Nacht
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Für den Film wurden die in der Erzählung zwei verschiedenen Figuren des missgünstigen Wesirs und des bösen Zauberers zur Figur und Rolle des Dschafar vereint.
- In der Erzählvorlage spielt die Geschichte in China, im Film in der arabischen Welt.
- Der in der Erzählung verwendete arabische Name der Prinzessin – Badr al-Budur – wurde im Film in den für ein amerikanisch-europäisches Publikum einfacheren Namen Jasmin umgewandelt.
- Anders als im Film begegnet Aladin der Prinzessin erstmals nicht auf dem Markt, sondern unerlaubterweise vor einem Badehaus.
- Die Anzahl der gewährbaren Wünsche des Lampengeistes sind im Film nicht unbegrenzt, sondern auf lediglich drei beschränkt.
- In der Literaturvorlage ist Aladin ein Halbwaise, der bei seiner Mutter wohnt. Deren Figur wurde im Film gänzlich gestrichen.
- In der Erzählung heiraten Aladin und die Prinzessin inmitten der Geschichte.
- Im Film ist es Prinzessin Jasmins eigene Idee Dschafar zu verführen, in der literarischen Erzählung stiftet Aladin die Prinzessin dazu an.
- Im Film wird der Palast durch den Lampengeist lediglich auf einen Berg bei Agrabah versetzt, in der Originalerzählung von China nach Nordafrika.
- Anders als im Film versucht die Prinzessin in der Originalerzählung dem luxuriösen Leben des Palastes nicht zu entfliehen, sondern ist im Gegenteil sehr zufrieden damit. Ebenso weist sie ihre Bewerber ab, sondern heiratet den Sohn des Wesirs, bis die Ehe durch Aladins kräftiges Zutun aufgelöst wird.
Der Dieb von Bagdad
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Aus dem Film Der Dieb von Bagdad wurden unter anderem folgende Inhalte übernommen:
- In Der Dieb von Bagdad tritt der böse Zauberer und Wesir Dschafar auf. Seine Rolle, einschließlich des Namens wurden übernommen. Der Name Dschafar geht auf Dscha'far ibn Yahya zurück, den im Jahr 803 hingerichteten Wesir des Abbasiden-Kalifen Harun al-Raschid (766–809, reg. 786–809), der ebenfalls eine häufig in Tausendundeine Nacht auftretende Figur ist.
- Der rundliche infantile, mit Spielzeug beschäftigte Sultan.
- Die Rolle des Abu, des besten Freundes und ständigen Begleiters des Helden, der im Film von 1940 jedoch kein Affe, sondern ein zeitweise in einen Hund verwandelter Mensch ist.
- Auch andere Motive, wie der große Einzug in die Stadt, wo die Sänfte von einem Elefanten getragen wird, oder der Sprung vom Balkon der Prinzessin, finden sich dort wieder.
Entstehung und deutsche Fassungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Figur | Originalsprecher | Deutscher Sprecher |
|---|---|---|
| Aladdin | Scott Weinger | Michael Deffert |
| … Gesang | Brad Caleb Kane | Peter Fessler |
| Jasmin | Linda Larkin | Maud Ackermann |
| … Gesang | Lea Salonga | Sabine Hettlich |
| Dschinni | Robin Williams | Peer Augustinski |
| Erzähler | Jürgen Kluckert | |
| … Gesang | Bruce Adler | Bernd Klinzmann |
| Dschafar | Jonathan Freeman | Joachim Kemmer |
| Jago | Gilbert Gottfried | Wolfgang Ziffer |
| Sultan | Douglas Seale | Gerry Wolff |
| Abu | Frank Welker | |
| Razoul | Jim Cummings | Wolfgang Kühne |
| Tigerkopf (Hüter der Wunderhöhle) |
Frank Welker | Michael Chevalier |
| Gazzim | Charlie Adler | Santiago Ziesmer |
Ursprünglich sollte sich Dschinni in den Erzähler vom Anfang verwandeln, nachdem er befreit wird. Das würde erklären, woher er die Geschichte kennt und die Lampe besitzt. Da aber ein zweiter Teil unmöglich wäre, wenn man die Figur grundlegend veränderte, wurde diese Idee gestrichen. Dschinnis menschliche Form kann man allerdings noch beim Lied Prinz Ali sehen. Der Erzähler taucht dafür zum Schluss von Aladdin und der König der Diebe wieder auf und beendet seine Erzählung vom Beginn des ersten Teils und spannt damit den Bogen zu einer echten Trilogie. Robin Williams sang alle Lieder mit dem Dschinni selbst und schrieb sogar noch einige Zeilen davon eigenhändig.
Als der Film in der Rohfassung Jeffrey Katzenberg vorgeführt wurde, war dieser von dem Ergebnis derart enttäuscht, dass er sämtliche Szenen überarbeiten und neu zeichnen ließ, um mehr Schwung und Witz hineinzubringen. Die völlige Überarbeitung des Konzepts kippte darüber hinaus einige wichtige Figuren wie Aladdins Mutter.
Die deutsche Synchronfassung entstand bei der Berliner Synchron. Frank Lenart war für Dialogbuch und -regie verantwortlich, Andreas Hommelsheim für die Musikalische Leitung.[4] Nach Abschluss der Synchronarbeiten ließ Disney Character Voices International insgesamt sechs Textpassagen noch einmal neu einsprechen.[5] Diese Fassung wurde dann im Kino gezeigt. Bei der VHS-Erstauflage wurde jedoch aus Versehen die unveränderte Version genommen. Alle späteren Veröffentlichungen nutzen wieder die Kinofassung.[6]
2004 erschien eine „Special Edition“ mit umfangreichen Extras auf zwei DVDs. Nachfolgende Auflagen verzichteten auf die Bonusdisc. Bei den Blu-ray-Veröffentlichungen (ab 2013) sind die meisten dieser Bonusinhalte der Filmdisc beigefügt.[7]
Rezeption
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Quelle | Bewertung |
|---|---|
| Rotten Tomatoes (Tomatometer) | 96 %[8] |
| Metacritic (Metascore) | 86/100[9] |
| Prädikat der FBW | wertvoll[10] |
| AllMovie | |
| CinemaScore | A+[12] |
Kritiken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Aladdin erhielt ein sehr gutes Presseecho, was sich auch in den Auswertungen US-amerikanischer Aggregatoren widerspiegelt. So erfasst Rotten Tomatoes fast ausschließlich wohlwollende Besprechungen und ordnet den Film dementsprechend als „Verbrieft Frisch“ ein.[8] Metacritic ermittelt aus den vorliegenden Bewertungen „Einhelliges Lob“.[9]
„Mit Aladdin ist 1992 ein neues Zeichentrickalter angebrochen, vorbei waren die Tage der verklärten Märchen: Denn in dieser Animationsextravaganz, die vor Einfallsreichtum geradezu explodiert, wurden die Möglichkeiten moderner Tricktechnik voll ausgereizt.“
Kino.de bezeichnete den Film weiterhin als „[r]eines Gagfeuerwerk“ und befand, dass dies einer der bisher erfolgreichsten Zeichentrickfilme sei. Ein „makelloses Meisterwerk“ und kein Vergleich mehr zu den klassischen Disney-Produktionen. Außerdem sei Aladdin 1992 „mit bewundernswerten Computergrafiken zum bahnbrechenden Kassenschlager“ geworden.
Auf moviemaster.de stellte man fest, dass sich Aladdin sehr stark von seinen Vorgängern wie Arielle, die Meerjungfrau und Die Schöne und das Biest unterscheide, denn der Film sei „weniger ein verträumtes Märchen, sondern eine lebendige, pulsierende Geschichte“. Selbst die verwendeten Lieder untermalten nur noch den Film, während sie früher einen Teil der Geschichten miterzählten.
„Wer noch immer glaubt, Zeichentrickfilme seien nur was für Kinder, dem ist bei Aladdin nicht mehr zu helfen. Denn Kinder dürften die sein, die sich zwar an den Figuren und den farbkräftigen Bildern erfreuen, aber von den vielen Anspielungen und Stichelein (sic!) wenig mitbekommen.“
Rückblickend wird Prinzessin Jasmin teilweise als zu fremdbestimmt gesehen. Cole Reilly attestierte: „Jasmin ist erst die Gefangene ihres restriktiven Vaters, dann Dschafars Sklavin, die sich seinen Wünschen nach ihrer Zuneigung unterwirft, und schließlich eine Eroberung durch ihren vornehmen Geliebten.“[14] Sie sei zwar klug und selbstbewusst, aber während Aladdin Dschafar letztlich mit Verstand und Geschick zu Fall bringe, unterstütze Jasmin hierbei nur mithilfe ihres Äußeren.[15]
Publikumszuspruch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Auch das Publikum war begeistert. Gegenüber einem geschätzten Budget von 28 Mio. US-Dollar spielte er weltweit rund 480 Mio. (Inflationsbereinigt etwa 1.073 Mio.) US-Dollar ein, davon 217 Mio. US-Dollar in den Vereinigten Staaten.[16] Dort vergaben die Kinobesucher einen seltenen CinemaScore von A+ entsprechend der deutschen Schulnote 1+.[12] Außerdem setzen die Nutzer der Filmdatenbank IMDb Aladdin auf Platz 248 ihrer Top 250 beliebtesten Filme[17] sowie als drittbeliebtesten Zeichentrickfilm der 64 „Disney Meisterwerke“.[18]
Auszeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1995: ASCAP Film and Television Music Award für Alan Menken für den Besten Song[Anm. 1]
- 1994: BMI Film Award für Alan Menken für den Besten Song[Anm. 1]
- 1994: Grammy für Alan Menken und Tim Rice für den Besten Song[Anm. 1]
- 1994: Grammy für Alan Menken für die Beste Filmmusik
- 1993: MTV Movie Award für Robin Williams in der Kategorie „Best Comedic Performance“
- 1993: Golden Globe für Alan Menken und Robin Williams
- 1993: BMI Film Music Award für Alan Menken
- 1993: Oscar für Alan Menken für die Beste Filmmusik
- 1993: Oscar für Alan Menken und Tim Rice für den Besten Song[Anm. 1]
- 1992: Saturn Award für den besten Nebendarsteller für Robin Williams
- 1992: Los Angeles Film Critics Association Award in der Kategorie „Best Animation“
- ↑ a b c d für A Whole New World
Weitere Reaktionen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Lied Arabische Nächte hieß es in der englischen Kinofassung: “I come from a land […] where they cut off your ear, if they don't like your face.” (deutsch: „Ich komme aus einem Land […] wo sie dir das Ohr abschneiden, wenn sie dein Gesicht nicht mögen.“) Dies kritisierte Jack Shaheen vom American-Arab Anti-Discrimination Committee in einem Gastbeitrag für die Los Angeles Times,[19] woraufhin die Zeilen für die Video-Veröffentlichung geändert wurden.[20] Er attestierte dem Film später in seiner Film-Enzyklopädie Reel Bad Arabs weitere Stereotype: Abgesehen von den „anglizisierten“ Hauptfiguren Aladdin und Jasmin seien die restlichen Araber ruchlose, unzivilisierte Karikaturen.[21] The Encyclopedia of Racism in American Films zählt Disneys Aladdin neben Der Scheich (1921), Lawrence von Arabien (1962) und Jäger des verlorenen Schatzes (1981) zu den einflussreichsten Darstellungen von Arabern im westlichen Kino.[22]

Jasmins freizügiges Outfit aus Haremshosen und eng anliegenden schulter- und bauchfreien Oberteilen ist über den Film hinaus populär, u. a. als Cosplay.[23] Muslimische Autoren sahen darin die Sexualisierung arabischer Frauen.[21][15] Kritik entzündet sich besonders daran, dass Jasmin später als Dschafars Dienerin versklavt wird: Dschafar zeigt nun offen sein Begehren und will die widerspenstige Prinzessin mit seinem letzten Dschinni-Wunsch unter einen Liebesbann stellen. Doch Jasmin täuscht vor, dass sein Wunsch bereits erfüllt ist und versucht ihn ihrerseits zu verführen. Mohamed Belamghari sieht hier letztlich Sex-Sklaverei.[15] Diese Szene wird in einer Liste über BDSM in Mainstream-Filmen aufgeführt[24] und auch in nicht jugendfreien Kontexten rezipiert.[25] Kirsten Malfroid findet es „bemerkenswert, dass sich ihr Harems-Outfit von ihrem von ihrem normalen Prinzessinnen-Outfit nur in der Farbe unterscheidet; man könnte sich fragen, ob es für das Schicksal der Frauen einen großen Unterschied macht, Prinzessin oder Sklavin zu sein.“[26]
Fortsetzungen und Adaptionen
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Film und Fernsehen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Erfolg des Films führte zur Veröffentlichung von zwei Direct-to-Video-Nachfolgefilmen: 1994 erschien Dschafars Rückkehr, 1996 folgte Aladdin und der König der Diebe.
Zwischen 1994 und 1996 entstand die 86-teilige Trickserie Disneys Aladdin, die zeitlich zwischen dem zweiten und dritten Film spielt.
2019 veröffentlichte Disney ein Spielfilm-Remake. Regie führt Guy Ritchie nach einem Drehbuch von John August. Die Titelrolle verkörperte Mena Massoud, Prinzessin Jasmin Naomi Scott, Will Smith spielte den Dschinni, weitere Darsteller waren Marwan Kenzari, Navid Negahban, Nasim Pedrad, Billy Magnussen und Numan Acar.
Musicals
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]2011 wurde Disneys Aladdin als Musical uraufgeführt. Seit 2014 finden Aufführungen am Broadway statt. Gekürzte (etwa 30 bis 50 Minuten lange) Versionen des Musicals werden in Theatern von Disney-Themenparks[27] und auf Disney-Kreuzfahrtschiffen[28] angeboten.
Computerspiele
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahr nach Veröffentlichung des Films brachten mit Sega und Capcom zwei Hersteller nahezu gleichzeitig unterschiedliche Spiele unter dem Titel Disney’s Aladdin auf den Markt.[29] Während der Sega-Titel Unterstützung von Disney erhielt und neben dem Mega Drive auf zahlreichen weiteren Plattformen erschien, beschränkte sich der Capcom-Titel auf das Super Nintendo und wurde erst später nochmals für den Game Boy Advance portiert.
- Disney’s Aladdin (1993, Sega/Virgin) – Mega Drive, Amiga, DOS, Game Boy, Game Boy Color, NES
- Disney’s Aladdin (1994, Sega/SIMS) – Game Gear, Sega Master System
- Disney’s Aladdin (1993, Capcom) – SNES, Game Boy Advance
Disney selbst veröffentlichte später ein weiteres Spiel:
- Disney’s Aladdin: Nasiras Rache (2000, Disney/Argonaut Games) – Windows, PlayStation
Daneben existieren weitere Franchise- und Marketingartikel mit der Aladdin-Marke.
Musik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Arabische Nächte (englisch Arabian Nights) – Eröffnungstitel. Gesungen von einem reisenden Händler, der beginnt, die Geschichte zu erzählen.
- Schnell weg (englisch One Jump Ahead) – Gesungen von Aladdin auf der Flucht vor den Wachen.
- Nur’n kleiner Freundschaftsdienst (englisch Friend Like Me) – Gesungen von Dschinni in der Wunderhöhle, als er Aladdin seine Fähigkeiten demonstriert.
- Prinz Ali (englisch Prince Ali) – Gesungen von Dschinni, während Prinz Ali alias Aladdin in einer großen Parade durch die Stadt zieht.
- Ein Traum wird wahr (englisch A Whole New World) – Gesungen von Aladdin und Jasmin. Während ihres gemeinsamen Flugs auf dem Teppich verlieben sie sich ineinander.
- Prinz Ali – reprise (englisch Prince Ali – reprise) – dieser zweite Song wird von Dschafar gesungen, nachdem er mit Hilfe der Lampe die Macht an sich gerissen hat und Aladdin als Hochstapler enttarnt.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Elmar Biebl, Dirk Manthey, Jörg Altendorf: Die Filme von Walt Disney. Die Zauberwelt des Zeichentricks. 2. Auflage, 177 S. Milchstraße, Hamburg 1993, ISBN 3-89324-117-5.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Aladdin bei IMDb
- Aladdin bei Fernsehserien.de
- Aladdin bei Disney Plus
- Aladdin im Disney Wiki (englisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ a b Aladdin Film (1992), Kino.de, abgerufen am 5. September 2021
- ↑ Savino, Cris: The Thief and the Cobbler review. DVD snapshot, archiviert vom am 16. Dezember 2008 (englisch).
- ↑ Caryn James: A Late Finisher About Old Araby In: The New York Times, 26. August 1995. Abgerufen am 14. Februar 2017 (englisch).
- ↑ Aladdin. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 23. Februar 2018.
- ↑ Vergleich der Schnittfassungen FSK o. A. Video – FSK o. A. DVD von Aladdin bei Schnittberichte.com (DVD entspricht Kinofassung)
- ↑ Aladdin. In: trickfilmstimmen.de. Abgerufen am 25. Mai 2024.
- ↑ Aladdin in der Online-Filmdatenbank; abgerufen am 3. Januar 2026.
- ↑ a b Aladdin. In: Rotten Tomatoes. Fandango, abgerufen am 15. Januar 2026 (englisch, aggregiert aus 130 Kritiken).
- ↑ a b Aladdin. In: Metacritic. Abgerufen am 15. Januar 2026 (englisch, aggregiert aus 25 Kritiken).
- ↑ http://www.fbw-filmbewertung.com/film/aladdin
- ↑ Matthew Doberman: Kritik zu Aladdin ( vom 31. Juli 2019 im Internet Archive) bei AllMovie (englisch)
- ↑ a b Pamela McClintock: Why CinemaScore Matters for Box Office. In: The Hollywood Reporter. 19. August 2011, abgerufen am 28. März 2013 (englisch).
- ↑ Kritik von moviemaster.de abgerufen am 19. August 2013.
- ↑ Cole Reilly: An Encouraging Evolution Among the Disney Princesses? A Critical Feminist Analysis. In: Counterpoints, Nr. 477, Teaching with Disney, 2016, S. 51–63.
- ↑ a b c Mohamed Belamghari: Arab Women through a Cartoonist Lens, International Journal of Religion and Society, International Journal of Religion and Society; Hauppauge Bd. 5, Ausg. 1, (2014), S. 37f.
- ↑ Info in der Internet Movie Database
- ↑ Top 250 Movies. In: IMDb. Amazon, abgerufen am 2. September 2024.
- ↑ The 64 Disney Animated Classics. In: IMDb. Amazon, abgerufen am 3. Januar 2026 (englisch).
- ↑ Jack Shaheen: Arab Caricatures Deface Disney’s ‘Aladdin’. In: Los Angeles Times. 21. Dezember 1992, abgerufen am 3. Januar 2026 (englisch).
- ↑ David J. Fox: Disney Will Alter Song in 'Aladdin' In: Los Angeles Times, 10. Juli 1993. Abgerufen am 28. September 2022 (englisch).
- ↑ a b Jack G. Shaheen: Reel Bad Arabs – how Hollywood vilifies a People, Olive Branch Press, Northampton 2015. S. 56–60
- ↑ Salvador Jiménez Murguía (Hrsg.): The Encyclopedia of Racism in American Films, Rowman & Littlefield, Lanham 2018, S. 550.
- ↑ Beispiele bei Wikimedia Commons
- ↑ Steve Allen: Cinema, Pain and Pleasure: Consent and the Controlled Body, Palgrave Macmillan, Hampshire, 2013, S. 20
- ↑ z. B. in der erotischen Visual Novel Princess Trainer bei Itch.io
- ↑ Kirsten Malfroid: Gender, Class, and Ethnicity in the Disney Princesses Series, Universität Gent, 2009, S. 73.
- ↑ Disney's Aladdin – A Musical Spectacular auf YouTube, abgerufen am 26. Dezember 2023.
- ↑ Disney Cruise Line – Disney Fantasy: Aladdin – A Musical Spectacular! (ab 0:06:36) auf YouTube, abgerufen am 26. Dezember 2023.
- ↑ Aladdin ( vom 29. Juni 2012 im Internet Archive) auf stern.de
