Aladdin (Oper)

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Operndaten
Titel: Aladin
Originaltitel: Aladdin
Form: Oper in drei Akten
Originalsprache: Schwedisch
Musik: Kurt Atterberg
Libretto: Bruno Hardt-Warden und Ignaz Michael Welleminsky
Literarische Vorlage: Märchen Aladin aus Tausendundeine Nacht
Uraufführung: 18. März 1941
Ort der Uraufführung: Königliche Oper Stockholm
Spieldauer: ca. 2 Stunden
Ort und Zeit der Handlung: Samarkand, Märchenzeit
Personen
  • Aladin, ein junger Träumer (Tenor)
  • Nazzredin, Sultan von Samarkand (Bass)
  • Prinzessin Laila, seine Tochter (Sopran)
  • Muluk, der Großwesier (Bariton)
  • Balab und Derim, Freunde Muluks (Tenor und Bariton)
  • Blinder Bettler, identisch mit Dschababirah, Geist aus der Wunderlampe (Bass)
  • Zwei Muslime (Bariton)
  • Ausrufer des Sultans (Tenor oder Bariton)
  • Haschischverkäufer (Tenor)
  • Chor und Ballett

Aladdin ist eine Adaption des Märchens Aladin aus Tausendundeiner Nacht von Kurt Atterberg für die Oper. Das Libretto stammt von Bruno Hardt-Warden und Ignaz Michael Welleminsky. Die Komposition (op. 43) entstand ab 1936 und wurde 1941 in der Königlichen Oper Stockholm unter dem Dirigat von S. A. Axelson in schwedischer Sprache uraufgeführt.[1]

Bei der Uraufführung sangen Einar Andersson (Aladdin), Ruth Moberg (Yasmine), Joël Berglund (Muluk), Björn Forsell, Arne Wirén, Leon Björker und Folke Johnson.[2]

Die deutsche Erstaufführung erfolgte am 18. Oktober 1941 am Opernhaus Chemnitz.[3] Obwohl der Intendant euphorisch urteilte: „Schon nach der Ouvertüre starker Beifall, der sich von Bild zu Bild steigerte und zum Schluss zu lebhaften Ovationen anwuchs. Glaube an den bleibenden Erfolg dieses publikumswirksamen Werkes.“,[4] war der Erfolg allerdings bescheiden und es kam seither zu keiner weiteren Aufführung.[5][6]

Am 11. März 2017 fand die weltweit erst dritte Aufführung am Staatstheater Braunschweig unter der musikalischen Leitung von Jonas Alber statt, die live im Deutschlandradio Kultur übertragen wurde[7] und von der Kritik begeistert aufgenommen wurde.[8] Die Aufführung weicht jedoch aus Gründen der politischen Korrektheit vom Libretto des Jahres 1941 ab[6] und verlegt die Handlung in die Gegenwart, in eine ehemalige mittelasiatische Sowjetrepublik.[8]

Das Werk bedient sich einer spätromantisch-dramatischen Klangsprache. Es „dominieren in dieser Oper leuchtende Klangfarben, große melodische Linien und folkloristisch-orientalische Einsprengsel“.[4] Andere Kritiker sehen die Oper als „musikalische Kreuzung aus dem Orientalismus der Opern von Nikolaj Rimski-Korsakow mit den Streichersätzen und Backgroundchören amerikanischer Röhrenradioschlager...“[8] Während Atterbergs Sinfonien nach wie vor in Konzerten zu hören sind, ist Aladdin wie seine anderen Opern in Vergessenheit geraten.[4] Es gab bis zum Mitschnitt der Braunschweiger Aufführung keine Aufnahme des Werks,[6] lediglich die gleichnamige Ouvertüre (op. 44), im Untertitel als Perpetuum mobile Orientale benannt, war eingespielt worden.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aladdin, Besprechung auf musirony, abgerufen am 29. Januar 2017.
  2. 18. März 1941: „Aladdin“ im Almanacco von Gherardo Casaglia auf Amadeus Online.
  3. Karl-Josef Kutsch, Leo Riemens: Großes Sängerlexikon, Band 4, 4. Auflage, de Gruyter, 2004
  4. a b c Aladin, Staatstheater Braunschweig, abgerufen am 11. März 2017.
  5. Erik Levi: Opera in the Nazi period. In: John London (Hrsg.): Theatre under the Nazis. Manchester University Press, 2000, S. 136–186.
  6. a b c Norddeutscher Rundfunk: Aladin: Premiere für eine vergessene Oper, abgerufen am 11. März 2017.
  7. Deutschlandradio Kultur: Schleierhaft schön, abgerufen am 11. März 2017.
  8. a b c Frankfurter Allgemeine Zeitung: Der Staat endet, und das Glück fängt an, 13. März 2017.