Alagoas

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Alagoas
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Symbole
Flagge
Flagge
Wappen
Wappen
Basisdaten
Staat Brasilien
Hauptstadt Maceió
Fläche 27.778,5 km²
Einwohner 3.375.823 (Schätzung 2017[1])
Dichte 122 Einwohner pro km²
ISO 3166-2 BR-AL
Webauftritt www.governo.al.gov.br
Politik
Governador José Renan Vasconcelos Calheiros Filho
Wirtschaft
BIP 21.235 Mio. R$
6290 R$ pro Kopf
(2009)

Koordinaten: 9° 40′ S, 36° 42′ W

Alagoas (portug. a[s] lagoas, die Seen, benannt nach zwei markanten Binnenseen) mit der Hauptstadt Maceió ist ein Bundesstaat im Nordosten von Brasilien und gehört dementsprechend zur Região Nordeste. Zum 1. Juli 2017 wurde die Bevölkerung auf 3.375.823 Einwohner geschätzt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alagoas grenzt an die brasilianischen Bundesstaaten Pernambuco, Sergipe und Bahia sowie an den Atlantischen Ozean. Es ist der flächenmäßig zweitkleinste Bundesstaat von Brasilien, nur Sergipe ist kleiner.

Alagoas verfügt über eine 230 Kilometer lange Küstenlinie, an der sich weiße Sandstrände befinden. Davon liegen 65 Kilometer Strand im Einzugsgebiet der Hauptstadt Maceió. Entlang des Rio São Francisco (Spitzname „o Velho Chico“, „alter Junge“), der die Grenze zu den Bundesstaaten Sergipe und Bahia bildet, liegen einige historische Kolonialstädte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang des 16. Jahrhunderts besetzten Franzosen das Gebiet, nach deren Vertreibung durch die Portugiesen im Jahr 1535 wurde Alagoas, das bis 1817 zur Capitania Pernambuco gehörte, von 1630 bis 1654 durch die Niederländische Westindien-Kompanie okkupiert. Die Portugiesen mussten sich in das oft sumpfige Hinterland zurückziehen. Von dort unternahmen sie immer wieder Vorstöße, bis die Holländer endgültig das Land verließen. Der Versuch eines Niederländisch-Brasilien war gescheitert und wurde nie wieder aufgegriffen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die meisten Einwohner Alagoas leben von Tourismus und Zuckerrohranbau, ein weiterer Arbeitgeber ist die öffentliche Verwaltung. Alagoas ist der zweitgrößte Produzent von Zucker und Ethanol in Brasilien. Etwa die Hälfte der Landesfläche bedecken Zuckerrohrplantagen, der Rest der landwirtschaftlich genutzten Fläche wird für die Rinder- und Geflügelzucht sowie für Ananas-, Bananen-, Baumwolle-, Mais-, Kokosnuss- und Reisanbau genutzt. Um die Stadt Arapiraca herum gibt es Tabakpflanzungen. Küstenfischerei wird betrieben.

Die Industrie produziert Lebensmittel, Zement und Textilien, fördert Eisenerz, Mineralsalze, Erdöl und Gas sowie Marmor und Granit.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsreichste Städte in Alagoas
Nr. Munizip Einwohner
Schätzung 2017[1]
Bild
1 Maceió 000000001029129.00000000001.029.129 Maceió
Maceió

Arapiraca
Arapiraca
Maragogi
Maragogi
2 Arapiraca 000000000234185.0000000000234.185
3 Rio Largo 000000000076019.000000000076.019
4 Palmeira dos Índios 000000000074208.000000000074.208
5 União dos Palmares 000000000066477.000000000066.477
6 Penedo 000000000064497.000000000064.497
7 São Miguel dos Campos 000000000061827.000000000061.827
8 Campo Alegre 000000000057548.000000000057.548
9 Coruripe 000000000057498.000000000057.498
10 Delmiro Gouveia Expression-Fehler: Unerwartete ZahlExpression-Fehler: Unerwartete Zahl52 597
11 Marechal Deodoro 000000000052260.000000000052.260
12 Santana do Ipanema 000000000048232.000000000048.232
13 Atalaia 000000000047744.000000000047.744
14 Teotônio Vilela 000000000044666.000000000044.666
15 Girau do Ponciano 000000000041279.000000000041.279
16 Pilar 000000000035552.000000000035.552
17 São Luís do Quitunde 000000000034961.000000000034.961
18 São Sebastião 000000000034551.000000000034.551
19 Maragogi 000000000032940.000000000032.940
20 São José da Tapera 000000000032626.000000000032.626

Die Mehrzahl der weißen Bevölkerung ist portugiesischer Abstammung, während die Schwarzen Nachkommen afrikanischer Sklaven sind.

Rasse Anzahl Anteil
Weiße 1.005.204 33,3 %
Pardos 1.808.160 59,9 %
Schwarze 202.000 6,7 %
Indios / Asiaten 3.000 0,1 %

Bevölkerungsentwicklung ab 1872[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quelle: IBGE, 2017 ist eine Schätzung.[2]

Justiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alagoas ist der brasilianische Bundesstaat mit der höchsten Mordrate. In 2010 kamen insgesamt 2.226 Menschen gewaltsam zu Tode, dies entspricht einer Quote von 71,3 Morden pro 100.000 Einwohner. Nicht in der Zahl inbegriffen sind Raubüberfälle mit Todesfolge.[3]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Staat Alagoas umfasst drei Bistümer der Römisch-Katholischen Kirche: Das Erzbistum Maceió, das Bistum Palmeira dos Índios und das Bistum Penedo, ca. drei Viertel der Einwohner von Alagoas sind römisch-katholisch. Es gibt zahlreiche evangelische Kirchen, etwa 20 Prozent der Einwohner von Alagoas gehören ihnen an. In Alagoas gibt es eine Synagoge (in Maceió) und keine Moschee.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zumbi, geboren 1655 in Palmares. Zumbi war einer der berühmtesten Repräsentanten des schwarzen Widerstandes gegen die Sklaverei in Brasilien und seit 1670 Führer des größten Quilombo von Brasilien (Flüchtlingslager geflohener Sklaven), Quilombo dos Palmares mit über 30.000 Bewohnern. Der Quilombo lag in der Region Serra da Bariga, die zur Stadt União dos Palmares gehört. Er wurde ca. 1600 gegründet und erst 1694 zerstört. Zumbi wurde am 20. November 1695 von ehemaligen Mitstreitern denunziert, gefangen genommen und mit 40 Jahren enthauptet. Zumbi dos Palmares ist der Namensgeber des internationalen Flughafens in Maceió.
  • Manuel Deodoro da Fonseca, geboren am 5. August 1827 in Cidade de Alagoas, der ersten Hauptstadt der Provinz Alagoas, proklamierte als Marschall am 15. November 1889 die Republik und war ihr erster Präsident. 1939 wurde seine Geburtsstadt in Marechal Deodoro umbenannt.
  • Floriano Peixoto, geboren am 30. April 1839 in Maceió, Stadtteil Ipioca, war Vizepräsident unter Marechal Deodoro da Fonseca und nach dessen Rücktritt zweiter Präsident der Republik.
  • Aurélio Buarque de Holanda Ferreira, geboren am 3. Mai 1910 in Passo de Camaragipe, gestorben am 28. Februar 1989 in Rio de Janeiro, war ein Literaturkritiker, Lexikograph, Sprachwissenschaftler, Lehrer, Übersetzer und Essayist. Sein bekanntestes Werk ist das Novo Dicionário da Língua Portuguesa (Neues Wörterbuch der portugiesischen Sprache), in der portugiesischsprachigen Welt einfach als "Der Aurélio" bezeichnet. Im alten Gouverneurspalast in Maceió, der seit 2005 auch als Museum genutzt wird, ist eine Dauerausstellung über sein Leben und Werk eingerichtet.
  • Lêdo Ivo, geboren am 18. Februar 1924 in Maceió, gestorben am 20. Januar 2013 in Sevilla, Spanien, war ein Journalist, Poet, Kronist, Essayist und Romanautor, der viele Auszeichnungen in Brasilien und im Ausland erhalten hat. Am 13. November 1986 wurde er in die Academia Brasileira de Letras (Rio de Janeiro) aufgenommen, in Brasilien die größte Auszeichnung für einen Schriftsteller. Auch über sein Leben und Werk findet sich im alten Gouverneurspalast in Maceió eine Dauerausstellung.
  • Graciliano Ramos de Oliveira, geboren am 27. Oktober 1892 in Quebrangulo, gestorben am 20. März 1953 in Rio de Janeiro, war ein Schriftsteller und Poet. Für sein Werk Vidas Secas (Karges Leben, Suhrkamp Verlag KG, 1992, ISBN 3-518-37167-3) erhielt er 1962 den William Faulkner Foundation Preis. 1963 wurde es in Brasilien verfilmt.
  • Djavan, geboren am 27. Januar 1949 in Maceió, Sänger und Grammy-Preisträger.
  • Mário Zagallo, geboren am 9. August 1931 in Maceió, war der erste Fußballer, der die Weltmeisterschaft sowohl als Spieler (1958, 1962) als auch als Trainer (1970) gewann.
  • Marta Vieira da Silva, am 19. Februar 1986 in Dois Riachos geboren, wurde 2010 zum fünften Mal in Folge von der FIFA zur Weltfußballerin des Jahres gewählt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Alagoas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Estimativas da população residente no Brasil e unidades da federação com data de referência em 1° de julho de 2017. In: ibge.gov.br. Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (IBGE), 2017, abgerufen am 28. März 2018 (PDF; 2,7 MB, portugiesisch).
  2. IBGE: Alagoas - panorama. Abgerufen am 28. Januar 2018 (portugiesisch).
  3. Alagoas registra em 2010 maior taxa de homicídio da história de um Estado aufgerufen 7. Oktober 2011 (pt)