Alajos Stróbl

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Hans Temple: Alajos Stróbl an der Arbeit, um 1880

Alajos Stróbl (auch Aloys Strobl, ungarisch Stróbl Alajos; * 21. Juni 1856 in Liptovský Hrádok; † 13. Dezember 1926 in Budapest) war ein ungarischer Bildhauer.

Leben[Bearbeiten]

Der aus der heutigen Slowakei stammende Künstler deutscher Herkunft war der Sohn eines gräflichen Gutsverwalters. Er hatte eine jüngere Schwester Zsófia (1860–1941), die Malerin wurde. Alajos Stróbl besuchte zunächst ein Gymnasium und ab 1874 die Wiener Kunstgewerbeschule, wo er unter anderem von Ferdinand Laufberger unterrichtet wurde. Danach war er von 1876 bis 1880 ein Schüler von Caspar von Zumbusch an der Akademie der bildenden Künste Wien. Neben Zumbusch wurde seine künstlerische Entwicklung auch durch Victor Tilgner beeinflusst.

Erstes Aufsehen erweckte 1878 eine Perseus-Statue des jungen Künstlers. 1880 durfte er zwei Komponistenstatuen der Budapester Oper gestalten. Er war einer der um die Wende zum 20. Jahrhundert meistbeschäftigten ungarischen Künstler und schuf unter anderem das monumentale Reiterdenkmal des ungarischen Königs Stephan I. auf der Fischerbastei und das Denkmal von Ignaz Semmelweis.

1881 zog Stróbl nach Pest. Dort lehrte er ab 1885 an der Meisterschule für Bildhauerei, deren Leitung er 1920 übernahm. Auf der Weltausstellung Paris 1900 gewann er den Grand Prix für seine Sitzstatue „Unsere Mutter“. 1906 wurde ihm der Orden der Eisernen Krone III. Klasse verliehen und im Folgejahr das Komturkreuz des Franz-Joseph-Ordens. 1913 wurde er in den ungarischen Adelsstand erhoben und erhielt das Prädikat „von Liptóujvár“.

Werk[Bearbeiten]

Marmorskulptur „Unsere Mutter“ von Alajos Stróbl, 1894

Alajos Stróbl war ein bedeutender Vertreter des ungarischen Späthistorismus bzw. Wiener Neobarock. Zu seinem Gesamtwerk gehören rund 300 Porträtbüsten sowie Grabskulpturen, monumentale Denkmäler und Bauplastiken. Seltener gestaltete er Plaketten und Medaillen. Werke von ihm befinden sich in den Sammlungen der Ungarischen Nationalgalerie und des Historischen Museums in Budapest.

Werke (Auswahl)
  • Statue „Perseus“
  • Budapester Oper: zwei Attikafiguren (Spontini, Cherubini), monumentale Sitzstatuen Franz von Liszts und Ferenc Erkels (1881–1884), Sphingen
  • ehemals Budapester Redoute: Statue „Fandango“
  • Budapest: Denkmal des Dichters János Arany, 1893
  • Porträtbüste „Luischen“, Modell stand Stróbls spätere Frau Lujza Kratochwill, 48 cm, weißer Marmor, 1884, Ungarische Nationalgalerie[1]
  • Porträtbüste von Károly Lotz, Bronze, 35 cm, 1887, Ungarische Nationalgalerie
  • Porträtbüste von Mihály von Munkácsy, Bronze, 35 cm, 1887, Ungarische Nationalgalerie
  • Porträtbüste von Ferenc Pulszky, Bronze, 53 cm, 1890, Ungarische Nationalgalerie
  • Porträtbüste von Marie Jászai, 1893
  • Sitzstatue „Unsere Mutter“ („Anyánk“), Modell stand Stróbls Mutter Karolina Wirosztek, 161 cm, Marmor, 1894, Ungarische Nationalgalerie[2]
  • Justitia im Justizpalais, 1896
  • Budapest, Burgpalast: König-Matthias-Brunnen, 1904
  • Budapest, Fischerbastei: Denkmal König Stephan des Heiligen, 1906, Reiterstatue
  • Ignaz-Semmelweis-Denkmal, 1906
  • Coburg, St. Augustin: Marmorsarkophag der Prinzessin Clementine von Sachsen-Coburg in der Gruft der Kirche, 1910
  • Stansted, England: Kriegerdenkmal

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alajos Stróbl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Strobl, Alajos: Luischen mng.hu. Abgerufen am 31. Mai 2014.
  2. Strobl, Alajos: Our Mother mng.hu. Abgerufen am 31. Mai 2014.