Alaunen

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Die Alaunen waren vermutlich ein keltischer Teilstamm aus dem Königreich Noricum, das sich großteils im heutigen Österreich und Altbayern befand und vom Hauptstamme der Noriker beherrscht wurde. Ihr Siedlungsgebiet reichte wahrscheinlich vom unteren Saalachtal bis zum Chiemsee. Das Stammeszentrum soll in Karlstein bei Bad Reichenhall gewesen sein, wo die Kelten in der Latènezeit die Solequellen ausbeuteten und eine Münzprägung unterhielten.

Erwähnt werden sie bei Claudius Ptolemäus (Geographike Hyphegesis 2, 13, 2: Ἀμβισόντιοι) zusammen mit fünf norischen Stämmen:

„Von Mitternacht die Sevazer, und Alaunen, wie auch die Ambisontier, und näher gegen Osten die norischen Ambitraver und Ambiliker.[1]

Zusammen mit den südlich von ihnen siedelnden Ambisonten werden sie einige Mal in den Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde unter der Bezeichnung Alaunen der Alpen als die dem Salzbetriebe sich widmende Volkszahl oder Genossenschaft genannt.[2]

Nach Gatterer nennt sie Ptolemaeus in einem anderen Text Europäische Alanen oder Alaunen, meint damit aber offenbar ein Volk, das er im „Alaunischen Gebirge um die Quellen des Dnepr“ ansiedelt. Im gleichen Buch wird gesagt, dass Prokopios von Caesarea diese „Alaunen“ den Goten zurechne.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Johann Franz Thaddäus von Kleinmayrn: Nachrichten vom Zustande der Gegenden und Stadt Juvavia vor, während, und nach Beherrschung der Römer bis zur Ankunft des heiligen Ruperts und von dessen Verwandlung in das heutige Salzburg. Waisenhausbuchhandlung, 1784, S. 8, § 12. (online)
  2. Gesellschaft für Salzburger Landeskunde: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. Band 19, Verlag Die Gesellschaft, 1879, S. 4–7. (online)
  3. Johann Christoph Gatterer: Einleitung in die synchronistische Universalhistorie. Im Verlag der Wittwe Vandenhoeck, Göttingen 1771, Band 2, S. 868.(online)