Alba (Piemont)

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Alba
Wappen
Alba (Italien)
Alba
Staat Italien
Region Piemont
Provinz Cuneo (CN)
Koordinaten 44° 42′ N, 8° 2′ OKoordinaten: 44° 42′ 0″ N, 8° 2′ 0″ O
Höhe 172 m s.l.m.
Fläche 54 km²
Einwohner 31.609 (31. Dez. 2019)[1]
Fraktionen Gallo, Mussotto, Scaparone, San Cassiano, Santa Rosalia, Biglini, Madonna di Como, San Rocco Seno d’Elvio, San Rocco Cherasca, Altavilla
Postleitzahl 12051
Vorwahl 0173
ISTAT-Nummer 004003
Volksbezeichnung Albesi
Schutzpatron San Lorenzo (10. August)
Website Comune Alba

Alba ist eine Stadt mit 31.609 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) in der nordwestitalienischen Region Piemont. Sie liegt in der Provinz Cuneo am Rande der Poebene und ist der Hauptort des Hügellandes der Langhe. Die Einwohner werden auf Italienisch Albesi genannt.

Alba ist Sitz des Bistums Alba der römisch-katholischen Kirche. Bürgermeister ist Carlo Bo (Forza Italia, Wahl 2019).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alba liegt 50 Kilometer südlich von Turin am Fluss Tanaro – einem großen Nebenfluss des Po – zwischen den Hügellandschaften der Langhe und des Roero.

Sie ist die größte Stadt der Langhe und liegt 60 Kilometer nordöstlich der Provinzhauptstadt Cuneo, 27 Kilometer südwestlich von Asti und 13 Kilometer östlich von Bra. Etwas oberhalb der Stadt mündet die Stura di Demonte in den Tanaro.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Siedlungsgeschichte von Alba reicht bis in das Neolithikum zurück (6. bis 3. Jahrtausend v. Chr.). In der zweiten Hälfte des ersten vorchristlichen Jahrtausends bewohnte der ligurische Stamm der Statieller die Region am Tanaro. Aus der ligurischen Sprache stammt auch der Ortsname, der vermutlich schon in vorrömischer Zeit «weiße Siedlung» bedeutete.

Im Jahr 173 v. Chr. kam das Gebiet unter die Herrschaft des Römischen Reiches und die am Südufer des Tanaro liegende Ortschaft ist seit 89 v. Chr. unter dem Namen Alba Pompeia als römisches Municipium beurkundet. Seit Augustus lag die Stadt in der italischen Landschaft Regio IX Liguria. Der römische Schriftsteller Plinius der Ältere berichtet von einer entwickelten Tradition des Weinbaus in der Region von Alba Pompeia.

Der Palazzo Marro, ein herrschaftliches Haus aus dem Mittelalter

Im Frühmittelalter wurde Alba von den Burgunden, den Langobarden und später den Franken erobert und litt unter dem Einfall der Sarazenen. Im 12. Jahrhundert wurde Alba eine freie Stadt (comune) und schloss sich dem Lombardenbund der norditalienischen Städte an. Es entstanden mehrere Klöster und vier Spitäler (Markusspital, Spital Santo Spirito del Ponte, Antoniusspital, Lazarusspital) im ummauerten Stadtgebiet. Umkämpft zwischen Montferrat und den Visconti, fiel es der Herrschaft der Gonzaga zu, wurde drei Mal von Karl Emanuel I. erobert und wieder verloren und geriet dann in den Machtkonflikt zwischen Frankreich und Spanien. Mit dem Frieden von Cherasco (1631) fiel Alba an die Savoyer.

Im 18. Jahrhundert erlebte Alba eine kulturelle Blütezeit. Die Accademia filarmonico-letteraria wurde gegründet, mehrere Kirchen entstanden neu. Die Schriften des Historikers und Politikers Giuseppe Vernazza (1745–1822), Staatsminister unter König Karl Emanuel III. von Sardinien und Staatssekretär unter dessen Nachfolger Viktor Amadeus III., geben ein lebendiges Bild von den damaligen Verhältnissen in der Stadt.

Flagge der Republik Alba, 1796–1801

Während der Herrschaft Napoleon Bonapartes bestand die Republik Alba zwischen dem 26. April 1796 und dem 19. April 1801. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt dank dem Bau neuer Wohnhäuser und öffentlicher Gebäude wie dem Teatro Sociale und dem Palazzo Miroglio. An der urbanen Entwicklung hatte der Architekt Giorgio Busca einen erheblichen Anteil. Im Jahr 1865 nahm der Bahnhof Alba den Betrieb auf.

Zwischen dem 10. Oktober und 2. November 1944 bestand die von der lokalen Widerstandsbewegung gegen die faschistische Diktatur in Italien ausgerufene Repubblica partigiana di Alba.[2]

1948 und 1994 richteten starke Hochwasser des Tanaro schwere Schäden im Stadtgebiet an.[3]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt ist umgeben von berühmten Wein- sowie Obstanbaugebieten.

Sie ist ein Zentrum der Süßwarenindustrie (seit 1946 Hauptsitz der Firma Ferrero). Außerdem ist in Alba die Unternehmenszentrale der Firma MONDO, eines der größten Produzenten von Kautschukbelägen und Bällen. Die Firma rüstet seit 1976 die Leichtathletikstadien für Olympische Spiele aus.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Westlich der Stadt verläuft die Autostrada A 33 mit zwei Anschlussstellen für Alba (-Ovest und -Est). Ferner liegt die Stadt an der Bahnstrecke Alessandria–Cavallermaggiore. Der innerstädtische öffentliche Nahverkehr wird durch fünf Autobuslinien bewältigt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus der Römerzeit sind die Überreste einer Befestigungsanlage mit Mauern und einem Tor erhalten sowie einige mit Mosaiken ausgelegte Gebäude.

Zu den bedeutendsten Bauten zählen der Dom aus dem 15. Jahrhundert, die Johannes dem Täufer geweihte Kirche (Chiesa di San Giovanni Battista) und die frühgotische Kirche San Domenico.

Im Mai 2009 wurde die neue Verklärungskirche (Chiesa della Trasfigurazione) im rasch wachsenden Stadtteil Mussotto eingeweiht, ein Juwel moderner Architektur[4][5]: Der ganz in Weiß gehaltene Innenraum gestaltet sich in vielen scharfen Kanten und spitzen Winkeln wie ein Himmelszelt (die Architektur soll an die drei Zelte bei der Verklärung Jesu im Lukasevangelium erinnern: "Lasset uns drei Hütten machen: dir eine, Mose eine und Elia eine." Kap. 9, Vers 33), während das Taufbecken mit harmonischen Rundungen und Dunkelblau kontrastiert; Altar und Kanzel stehen sich gegenüber, während Orgel mit Spieltisch und Sedilien sich auch gegenüberstehen.

Das im Jahr 1897 gegründete Museo Civico Archeologico e di scienze naturali "Federico Eusebio" dokumentiert die Archäologie und die Naturgeschichte der Region von Alba.

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die berühmten Weine der Langhe sowie die weißen Trüffel, die in der unmittelbaren Umgebung zu finden sind, locken besonders im Oktober viele Touristen in die Stadt und ihre Umgebung.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter:

Personen mit Beziehung zur Stadt:

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • M. Venturino Gambari: Studi per una storia d'Alba. Navigatori e contadini. Alba e la valle del Tanaro nella preistoria. Famija Albeisa, Alba 1995.
  • G. Parusso, Alba: Il Novecento. Appunti per una cronaca. Araba Fenice, Boves 2005.
  • Giuseppe Mazzatinti: Note per la storia della città di Alba. Tipografia e libreria Sansoldi, Alba 1887.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Alba – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Alba (Piemont) – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2019.
  2. http://resistenza.eu
  3. F. Luino, L. Turconi, C. Petra, G. Nigrelli: Uncorrected land-use planning highlighted by flooding. The Alba case study (Piedmont, Italy). In: Natural hazards and earth system sciences, 12, 2012, S. 2329–2346.
  4. Internetseite des Architekturbüros, abgerufen am 4. April 2018
  5. Internetseite der Baufirma (Memento des Originals vom 5. April 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.barberisaldo.com, abgerufen am 4. April 2018
  6. Stefano Liberti: Das Haselnuss-Imperium – Wie das italienische Familienunternehmen Ferrero zu einem der weltweit größten Süßwarenhersteller aufstieg. In: Barbara Bauer Dororthee d’Aprile (Hrsg.): Le Monde diplomatique. Nr. 01/26. TAZ/WOZ, Januar 2020, ISSN 1434-2561, S. 20 f. (übersetzt von Ambros Waibel).