Albana di Romagna

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Albana di Romagna (oder: Romagna Albana DOCG) ist ein italienischer Weißwein, der in einem großen norditalienischen Gebiet zwischen den Städten Imola und Savignano sul Rubicone in der Region Emilia-Romagna angebaut und hergestellt, welches die Provinzen Bologna, Forlì und Ravenna umfasst. Es handelt sich um Weine, die ab 1967 eine „kontrollierte Herkunftsbezeichnung“ (Denominazione di origine controllata – DOC) aufwiesen und seit dem 22. September 2009 in die nächsthöhere Qualitätsstufe (DOCG) eingruppiert wurden. Die Denominazione wurde zuletzt am 7. März 2014 aktualisiert.[1]

Erzeugung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wein muss zu mindestens 95 % aus der Rebsorte Albana bestehen. Höchstens 5 % andere weiße Rebsorten, die für den Anbau in der Region Emilia-Romagna zugelassen sind, dürfen zugesetzt werden. Der Weißwein wird in den Geschmacksrichtungen secco (trocken), amabile (lieblich), dolce (süß) und passito (süß auf der Basis getrockneter Trauben) ausgebaut. Alle diese Weine haben seit 1987 den Status einer DOCG. Diese Verleihung der höchsten Qualitätsstufe für italienische Weine ist jedoch häufig kritisiert worden, da Status und Qualität selten übereinstimmen. Im Jahr 2014 teilten sich 397 Winzer die 296 ha Rebfläche und bauten 16.420 hl Wein aus. (Stand 2014)[2]

Anbaugebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zugelassene Rebflächen befinden sich in den Gemeinden Borgo Tossignano, Casalfiumanese, Castel San Pietro Terme, Dozza, Fontanelice, Castrocaro Terme e Terra del Sole, Longiano, Meldola, Montiano, Roncofreddo, Brisighella, Casola Valsenio und Riolo Terme sowie in Teilgebieten der Gemeinden Imola, Ozzano dell’Emilia, Cesena, Forlì, Forlimpopoli, Savignano sul Rubicone, Castel Bolognese und Faenza.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Albana di Romagna secco[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der trockene Weißwein reift ca. 6 Monate beim Winzer und sollte möglichst rasch getrunken werden. Er kann maximal 2 Jahre gelagert werden.

  • Farbe: strohgelb, bei Reifung Tendenz zu goldfarben
  • Geruch: mit leichtem charakteristischen Geruch von Albana
  • Geschmack: trocken, ein wenig tanninhaltig, warm und harmonisch
  • Alkoholgehalt: mindestens 12,0 Vol.-%
  • Säuregehalt: mind. 4,5 g/l
  • Trockenextrakt: mind. 16,0 g/l

Albana di Romagna amabile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der liebliche Weißwein reift ca. 6 Monate beim Winzer und sollte ebenfalls möglichst rasch getrunken werden.

  • Farbe: strohgelb, bei Reifung Tendenz zu goldfarben
  • Geruch: mit leichtem charakteristischen Geruch von Albana
  • Geschmack: fruchtig, lieblich, angenehm, charakteristisch
  • Alkoholgehalt: mindestens 12,5 Vol.-%
  • Säuregehalt: mind. 4,5 g/l
  • Trockenextrakt: mind. 16,0 g/l
  • Gesamtzuckergehalt: mind. 12 g/l, aber nicht mehr als 30 g/l

Albana di Romagna dolce[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wein kann ca. 5–7 Jahre gelagert werden.

  • Farbe: strohgelb, bei Reifung Tendenz zu goldfarben
  • Geruch: mit leichtem charakteristischen Geruch von Albana
  • Geschmack: fruchtig, lieblich, angenehm, charakteristisch
  • Alkoholgehalt: mindestens 8,5 Vol.-%, mit einem Rest von mindestens 4,0 % potentiellem Alkoholgehalt
  • Säuregehalt: mind. 4,5 g/l
  • Trockenextrakt: mind. 18,0 g/l
  • Gesamtzuckergehalt: mind. 45 g/l, aber nicht mehr als 80 g/l

Albana di Romagna passito[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der passito wird aus getrockneten Trauben gekeltert und gehört zu den guten Dessertweinen Italiens. Durch den Trocknungsprozeß entstehen fast Rosinen, die zu Wein verarbeitet werden. Die Herstellung ist aufwändig. Der Wein kann max. 5–7 Jahre gelagert werden.

  • Farbe: goldgelb, Tendenz zu bernsteinfarben
  • Geruch: intensiv, charakteristisch
  • Geschmack: samtig, angenehm lieblich bis süß
  • Alkoholgehalt: mindestens 12,5 Vol.-%, mit einem Rest von mindestens 4,5 % potentiellem Alkoholgehalt
  • Säuregehalt: mind. 5,0 g/l
  • Trockenextrakt: mind. 27,0 g/l

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Burton Anderson: Italiens Weine 2004/2005. 11. Auflage. Hallwag, Gräfe und Unzer, 2004, ISBN 3-7742-6365-5.
  • Valeria Camaschella (Hrsg.): Lexikon der italienischen Weine – Sämtliche DOCG- & DOC-Weine. Hallwag, Gräfe und Unzer, München 2002, ISBN 3-7742-0756-9.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Produktionsvorschriften und Beschreibung, PDF (italienisch), auf wineacts.com, abgerufen am 11. Juli 2016
  2. Weinbau in Zahlen 2014, (PDF, italienisch), auf federdoc.com