Alberschwende

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Alberschwende
Wappen von Alberschwende
Alberschwende (Österreich)
Alberschwende
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Vorarlberg
Politischer Bezirk: Bregenz
Kfz-Kennzeichen: B
Fläche: 21,11 km²
Koordinaten: 47° 27′ N, 9° 49′ OKoordinaten: 47° 27′ 0″ N, 9° 49′ 0″ O
Höhe: 721 m ü. A.
Einwohner: 3.283 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 156 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6861
Vorwahl: 05579
Gemeindekennziffer: 8 02 01
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hof 3
6861 Alberschwende
Website: www.alberschwende.at
Politik
Bürgermeister: Angelika Schwarzmann (ÖVP)
Gemeindevertretung: (2015)
(24 Mitglieder)
13
5
3
3
13 
Von 24 Sitzen entfallen auf:
  • ÖVP: 13
  • UBL: 5
  • AA: 3
  • FPÖ: 3
Lage der Gemeinde Alberschwende im Bezirk Bregenz
Alberschwende Andelsbuch Au Bezau Bildstein Bizau Bregenz Buch Damüls Doren Egg Eichenberg Fußach Gaißau Hard Hittisau Höchst Hörbranz Hohenweiler Kennelbach Krumbach Langen bei Bregenz Langenegg Lauterach Lingenau Lochau Mellau Mittelberg Möggers Reuthe Riefensberg Schnepfau Schoppernau Schröcken Schwarzach Schwarzenberg Sibratsgfäll Sulzberg Warth Wolfurt VorarlbergLage der Gemeinde Alberschwende im Bezirk Bregenz (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Blick auf die Pfarrkirche hl. Martin
Blick auf die Pfarrkirche hl. Martin
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Alberschwende ist eine Gemeinde mit 3283 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Bezirk Bregenz des österreichischen Bundeslands Vorarlberg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alberschwende liegt im westlichsten Bundesland Österreichs, Vorarlberg, im Bezirk Bregenz südlich des Bodensees im Bregenzerwald, nordöstlich oberhalb von Dornbirn und südlich der Bregenzer Ach.

37,8 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Den höchsten Punkt im Gemeindegebiet bildet mit 1182 m ü. A. der Brüggelekopf, der Hausberg der Gemeinde, das Gegenstück dazu, der tiefste Punkt im Gemeindegebiet, findet sich mit 440 m ü. A. im Flussbett der Bregenzer Ach.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Alberschwende grenzt mit ihrem Gemeindegebiet an neun andere Vorarlberger Gemeinden. Acht davon liegen ebenfalls im politischen Bezirk Bregenz, nämlich Bildstein, Buch, Langen bei Bregenz, Doren, Langenegg, Lingenau, Egg und Schwarzenberg. Einzig die südwestlich von Alberschwende gelegene Stadt Dornbirn befindet sich in einem anderen politischen Bezirk, dem Bezirk Dornbirn. An die Gemeinde Langen bei Bregenz grenzt Alberschwende auf einer Strecke von nur rund 450 Metern im Flussbett der Bregenzer Ach im äußersten Norden des Gemeindegebiets.

Bildstein

Langen
bei Bregenz

Langenegg

Nachbargemeinden Lingenau
Dornbirn
(Bez. Dornbirn)
Schwarzenberg Egg

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt nur eine Ortschaft und Katastralgemeinde Alberschwende. Die vier Gemeindeteile sind Müselbach, Fischbach, Dreßlen und Hof. Hauptort ist das Dorf Alberschwende.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Namensgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname leitet sich ab von einer Rodung (Schwende) durch einen Alberich oder Albrich, der insoferne im Rodungsnamen als erster Siedler Erwähnung fand. Alberschwende wird als Albrichsswendi in einer Schutzurkunde Papst Gregors IX. vom Dezember 1227 erstmals urkundlich erwähnt.

Von dem Anfängen bis 1338[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 18.000 vor Christus war Alberschwende beinahe gänzlich von mächtigen Eismassen bedeckt. Selbst der Brüggelekopf, der mit 1.183 Metern die höchste Erhebung im Gemeindegebiet von Alberschwende ist, lag zur Gänze unter Eis. Als die Römer 15 vor Christus den Großteil Vorarlbergs in Besitz nahmen, lebte hier bereits zwei keltische Stämme: die Vindeliker sowie die Brigantier. Nach zweitgenanntem Stamm benannten die Römer ihr neu aufgebautes Handels- und Militärzentrum Brigantium, das heutige Bregenz. Die Einwohner dieser frühen Siedlung waren auf Lebensmittel aus der Umgebung angewiesen. Da das Alpenrheintal zu dieser Zeit dauernd überschwemmt wurde und der Rhein oftmals den Verlauf änderte, begannen die Römer auf die Flanken des Rheintals auszuweichen. Aus diesem Grund ist davon auszugehen, dass die Römer in der damaligen Zeit das, dem Rheintal naheliegende Gemeindegebiet von Alberschwende, als Jagdgebiet nutzten. Es wird jedoch angenommen, dass bereits vor der Ankunft der Römer Teile des Bregenzerwaldes im Sommer zur Alpwirtschaft genutzt wurden. So stammen Flurnamen wie „Lorena“, „Bullersch“, „Subers“ oder „Schadona“ aus keltischer Besiedlungszeit.

Im Jahr 259 nach Christus eroberten und zerstörten die Alamannen Brigantium und das umliegende Land. Die kriegerischen Auseinandersetzungen dauerten etwa bis ins Jahr 400 vor Christus an. Während der Römerzeit wurde ein Großteil Vorarlbergs besiedelt und kultiviert. Vorerst war Alberschwende Jagd-, in späterer Zeit auch Alpgebiet. Nach den Wirren der Völkerwanderung wurde es noch vor dem Jahr 1000 dauerhaft besiedelt gewesen. In weiterer Folge eroberten zuerst die Goten und später die Franken Vorarlberg. Nicht bestätigt ist die Möglichkeit, dass sich schon zu jener Zeit einzelne Menschen in das Gebiet rund um Alberschwende zurückzogen, da die kriegerischen Auseinandersetzungen fast ausschließlich im Rheintal ausgetragen wurden. Trotzdem erfolgte die Besiedlung und allgemeine Landnahme erst einige Zeit später.

Während der Vorderwald vom Allgäu aus besiedelt wurde, erfolgte die Besiedelung in Alberschwende sowie dem gesamten Hinterwald aus dem Bregenzer Raum. Die Hauptsiedlungsroute dürfte über Wolfurt, Buggenegg und Roßgaß erfolgt sein, teilweise könnte die Besiedlung auch über Schwarzach und Farnach verlaufen sein. Damit ist Alberschwende Schlüsselpunkt der Besiedelung des Bregenzerwaldes. Es ist jünger als die Orte im Rheintal, jedoch älter als alle Siedlungen im Bregenzerwald.

Grafen von Bregenz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Grafen von Bregenz verwalteten in der Zeit zwischen 1000 und 1100 das Gebiet um Bregenz und errichteten in Alberschwende eine Kirche. Die Habsburger regierten die Orte in Vorarlberg wechselnd von Tirol und Vorderösterreich (Freiburg im Breisgau) aus.

Ab etwa 1600 war Alberschwende eigenes Gericht. Von 1805 bis 1814 gehörte Vorarlberg zu Bayern und mit dem Untergang Napoleons dann wieder zu Österreich. Zum österreichischen Bundesland Vorarlberg gehört Alberschwende seit der Gründung des Vorarlberger Landtages 1861.

Der Ort war 1945 bis 1955 Teil der französischen Besatzungszone in Österreich.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Der Ausländeranteil lag Ende 2002 bei 6,2 Prozent.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

13
3
5
3
13 
Von 24 Sitzen entfallen auf:

Die Gemeindevertretung besteht aus 24 Mitgliedern. Die Zusammensetzung nach der Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahl 2015 ist:

  • 13 Mandate ÖVP Alberschwende (ÖVP)
  • 05 Mandate Unabhängige Bürgerliste Alberschwende (UBL)
  • 03 Mandate Alberschwende Aktiv (AA, Umfeld der Grünen)
  • 03 Mandate FPÖ und Parteifreie Alberschwende (FPÖ)

Bürgermeisterin ist Angelika Schwarzmann von der ÖVP, die in der Gemeindevertretungssitzung am 15. März 2013 einstimmig gewählt wurde und vom Wahlvolk im Rahmen der Bürgermeister-Direktwahl 2015 mit 86,61 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt wurde.[1] Ihr Vorgänger war Reinhard Dür.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AUT Alberschwende COA.jpg

Wappenbeschreibung:

Schild linksgeteilt von Silber und Rot. In Silber ein grüner Lindenzweig mit drei Blättern; in Rot ein schwarzer Baumstumpf, darin steckt ein silbernes Beil mit schwarzem Stiel.

Das Wappen wurde der Gemeinde am 22. Dezember 1970 verliehen. Es entstand 1969 nach einem Entwurf des Schrunser Künstlers und Heraldikers Konrad Honold.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Ort gab es im Jahr 2003 56 Betriebe der gewerblichen Wirtschaft mit 327 Beschäftigten und 52 Lehrlingen. Lohnsteuerpflichtige Erwerbstätige gab es 1.220. Landwirtschaft spielt eine wichtige Rolle; der Anteil der landwirtschaftlichen Flächen an der Gesamtfläche liegt bei 54,1 Prozent.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick von der Lingenauer Hochbrücke auf Alberschwende-Müselbach

Alberschwende ist das verkehrstechnische „Tor zum Bregenzerwald“. Durch das Gemeindegebiet führt die wichtigste Verkehrsachse der Region, die Bregenzerwaldstraße (L 200). Sie führt von Dornbirn bzw. Schwarzach im Rheintal kommend durch den Achraintunnel ins Alberschwender Ortszentrum, von wo aus die Straßenführung weiter vorbei an den Alberschwender Ortsteilen Lanzen, Dreßlen und Müselbach nach Egg führt. Die L 200 bindet den Bregenzerwald direkt an das höchstrangige Straßennetz an, innerhalb von 10 bis 15 Minuten kann so von Alberschwende aus die Rheintal/Walgau Autobahn (A 14) erreicht werden.

Direkt im Ortszentrum der Gemeinde treffen zudem mit der Bregenzerwaldstraße, der Achrainstraße (L 49) und der Bucher Straße (L 14) drei Vorarlberger Landesstraßen aufeinander. Alternativ zur Befahrung des seit Jänner 2009 eröffneten Achraintunnels ist auch die Fahrt durch das Schwarzachtobel über die Schwarzachtobelstraße (L 7) möglich, die kurz nach dem oberen Tunnelportal des Achraintunnels wieder auf die Bregenzerwaldstraße trifft.

Im Ortsteil Müselbach zweigt weiters die Hittisauer Straße (L 205), eine weitere Hauptverkehrsachse zur Erschließung des Vorderen Bregenzerwalds, von der Bregenzerwaldstraße ab. Diese Straße führt von Müselbach zunächst über das Tal der Bregenzer Ach nach Lingenau und überquert dabei auf der Gemeindegrenze zwischen Alberschwende und Lingenau die Lingenauer Hochbrücke, eine der größten Stahlbeton-Bogenbrücken Mitteleuropas. Die Müselbacher Straße (L 25) verbindet über die alte Landstraße Müselbach mit der auf der anderen Talseite der Bregenzer Ach gelegenen Gemeinde Langenegg.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Alberschwende gibt es einen Kindergarten, vier Volksschulen und eine Hauptschule mit insgesamt 407 Schülern (Stand im Januar 2003).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauten und Naturobjekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Alberschwende

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alberschwende ist auch bekannt durch den Eishockeyverein EC Bregenzerwald. Dieser spielte bis 2016 in der Inter-National-League, der zweithöchsten österreichischen Eishockeyliga und wurde dort in der Saison 2012/13 Meister. Außerdem hat Alberschwende einen eigenen Fußballverein mit zahlreichen Mitgliedern. Seit 2013 spielt der FC Alberschwende in der Vorarlbergliga, der höchsten Spielklasse in Vorarlberg.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Käseklatsch im Sommer
  • Rock-Night im Sommer

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Töchter und Söhne der Gemeinde:

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Alberschwende – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ORF Vorarlberg: Bürgermeisterwechsel in Alberschwende. vorarlberg.orf.at, Artikel vom 15. März 2013.
  2. Sagen-Weg auf den Spuren der drei seligen Geschwister, deus3.com