Alberswil

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Alberswil
Wappen von Alberswil
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern (LU)
Wahlkreis: Willisau
BFS-Nr.: 1121i1f3f4
Postleitzahl: 6248
Koordinaten: 642576 / 222266Koordinaten: 47° 9′ 0″ N, 8° 0′ 0″ O; CH1903: 642576 / 222266
Höhe: 522 m ü. M.
Fläche: 3,58 km²
Einwohner: 656 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 183 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
13,1 % (31. Dezember 2015)[2]
Website: www.alberswil.ch
Karte
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Alberswil (schweizerdeutsch: [ˈɑʊ̯b̥əɾʓˌʋɪʊ̯])[3] ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Willisau des Kantons Luzern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alberswil ist ein Strassendorf am westlichen Rand der Ebene des Wauwilermooses und liegt am Fuss eines Hügels namens Kasteln. Der Ort besteht aus den Ortsteilen Kasteln, Ober- und Unterdorf, sowie Burgrain. Von der Gemeindefläche von 358 ha sind 73,7 % landwirtschaftliche Nutzfläche, 18,2 % bestehen aus Wald und Gehölz und weitere 7,8 % des Gemeindegebietes werden als Siedlungsfläche gebraucht.

Nachbargemeinden von Alberswil sind Ettiswil im Osten, Gettnau im Westen, Schötz im Norden und Willisau im Süden.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zahl der Einwohner wuchs von 1798-1850 stark von 279 auf 429 Personen. Danach schwankte sie bis 1960 stets zwischen 400 und 500 Personen. 1970 wurde mit 360 Einwohnern ein Tiefpunkt erreicht. Seither wächst die Einwohnerschaft stetig an.

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsch ist die Hauptsprache in Alberswil und wird von 91,40 % der Bewohner als Umgangssprache verwendet. Albanisch mit 4,59 % und Türkisch mit 1,91 % sind die grössten Sprachminderheiten.

Religionen – Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich bestand die gesamte Einwohnerschaft aus Mitgliedern der Römisch-katholischen Kirche. Im Jahr 2000 waren noch 78,97 % der Einwohner römisch-katholische Christen. Religiöse Minderheiten waren die 9,37 % evangelisch-reformierten Christen, die 4,21 % Muslime und die 2,68 % Konfessionslosen.

Herkunft – Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2014 waren von den 643 Einwohnern 569 Schweizer und 74 (= 11,5 %) Ausländer.[4] Die Einwohnerschaft bestand aus 88,5 % Schweizer Staatsbürgern. Ende 2014 stammten die ausländischen Einwohner aus Serbien inklusive Kosovo (31,1 %), Deutschland (16,2 %), der Türkei (16,2 %), Portugal (4,1 %), Spanien (4,1 %) und Italien (1,4 %). 13,5 % stammten aus dem übrigen Europa und 13,5 % waren aussereuropäischer Herkunft.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals erwähnt wird Alberswile in einem Rodel des Klosters Einsiedeln von 1217 bis 1222 und 1236 in einem Schutzbrief von Papst Gregor IX. für das Kloster Engelberg. Der Ortsname ist wahrscheinlich eine Zusammensetzung aus dem althochdeutschen Personennamen A(tha)lbert und dem bei alamannischen Gründungen häufigen Hinterglied -wīlāri zur Bezeichnung neuer Hofsiedlungen.[3]

Erste bekannte Besitzer der Burg Kasteln, zu welcher Alberswil gehörte, waren die Herren von Lenzburg. Diesen folgten im Jahr 1258 die Grafen von Kyburg. 1273 verkaufte die Erbin Anna von Kyburg, welche mit Eberhard von Habsburg verheiratet war, dieses Erbe an Rudolf von Habsburg. Zwischen 1275 und 1415 übten im Namen der Habsburger verschiedene Lehnsherren die Herrschaft aus. 1415 kam die Gegend an Luzern, und der letzte habsburgische Lehnherr Peter von Luternau nahm 1416 das Burgrecht der Stadt Luzern an. Direkt von Luzern regiert wurde die Herrschaft Kasteln aber erst seit dem Jahr 1644. Am 23. Mai 1653 floh beim Anmarsch der Bauern im Bauernkrieg der letzte Bewohner der sonst leerstehenden Burg Kasteln, ein Feuerwächter. Die Bauern machten die Burg unbewohnbar, indem sie das Dach abdeckten. Die Burg Kasteln wurde so zur Ruine. 1884 ging die Gemeinde Alberswil, welche seit 1803 zum Amt Willisau gehörte, Konkurs durch den Bau einer Armenanstalt und eines Bürgerasyls im Gut Burgrain. Die Gemeinde wurde 1888-1898 vom Kanton Luzern zwangsverwaltet.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat Alberswil besteht aus drei Mitgliedern und ist wie folgt aufgestellt:

  • Erika Oberli-Gut (CVP): Gemeindepräsidentin
  • Josef Häfliger (CVP): Gemeindeammann; Finanzen, Bildung, Bau und Sicherheit
  • Josef Christen (FDP): Sozialvorsteher

Kantonsratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kantonsratswahlen 2015 des Kantons Luzern betrugen die Wähleranteile in Alberswil: CVP 44,2 %, SVP 26,3 %, FDP 26,0 %, GPS 1,7 %, SP 1,3 %, glp 0,4 %.[6]

Nationalratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2015 betrugen die Wähleranteile in Alberswil: SVP 33,9 %, CVP 32,3 %, FDP 26,8 %, SP 3,3 %, glp 1,4 %, BDP 0,9 %, Grüne 0,7 %.[7]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zahl der Erwerbstätigen betrug im Jahr 2000 289 Personen. 29 Zupendlern standen 203 Wegpendler (in die ganze Region verstreut) gegenüber. Früher arbeitete die Bevölkerung in der Landwirtschaft und in mehreren Mühlen. Letzteres Gewerbe ist ausgestorben. Heute (Stand 2001) gibt es noch 19 Landwirtschaftsbetriebe, welche 39,8 % der Beschäftigten einen Arbeitsplatz bieten. In Industrie und Gewerbe finden 18,6 % und in Dienstleistungsberufen 41,6 % ein Auskommen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alberswil ist durch den Busbetrieb von Nebikon nach Willisau durch den Öffentlichen Verkehr erschlossen. Die nächstgelegenen Bahnstationen sind Nebikon (Strecke Luzern-Olten) und Willisau (Strecke Langenthal-Luzern). Die Autobahnanschlüsse Dagmersellen und Sursee sind 8 respektive 10 km entfernt.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über einen Kindergarten und eine Primarschule, in der im Schuljahr 2003/2004 18 respektive 64 Schüler lernten. Ab der 7. Schulklasse gehen die Schüler von Alberswil im benachbarten Ettiswil zur Schule.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burgruine Kasteln ist historisch gesehen die bedeutendste Sehenswürdigkeit. Sie wurde von 1996 bis 2001 durch einen Gönnerverein teilrestauriert. Ebenfalls sehenswert ist das frühbarocke Landschloss Kasteln, welches 1682 der damalige Landvogt von Willisau, Heinrich von Sonnenberg, errichten liess. Der T-förmige Bau mit den zwei Gartenpavillons ist ein frühes Beispiel des barocken Landedelsitzes im Kanton Luzern. Das Schloss befindet sich immer noch in Familienbesitz.

Auf dem Hügel Burgrain steht die Kapelle St. Blasius. Sie wird erstmals im Jahr 1309 erwähnt als Besitz des Klosters Disentis. Nach mehreren Besitzerwechseln gelangte sie ans Kloster St. Urban. Die heutige Kapelle, deren steile Proportionen noch der Gotik verpflichtet sind, wurde wie das Landschloss im Jahr 1682 errichtet. Die sehenswerte Inneneinrichtung, vor allem die Hochaltäre sowie die alten Kassettendecken im Schiff und im Chor, stammen allerdings noch aus der ursprünglichen Kapelle.

Der Hof Burgrain, am gleichnamigen Hügel gelegen, war von 1873 bis 1962 Armenanstalt und Bürgerasyl. Danach übernahm die Landwirtschaftsschule Willisau das Gut und errichtete darin im Jahr 1974 das Schweizerische Museum für Landwirtschaft und Agrartechnik.

Das 1974 eröffnete Agrarmuseum Alberswil, auch unter dem Namen Landwirtschaftsmuseum Burgrain bekannt, gibt Einblick in die Arbeit der schweizerischen Bauern, sowie in die Entwicklung der Agrartechnik und führt dem Besucher die Veränderungen in der Landwirtschaft innerhalb der letzten Jahrzehnte vor Augen.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kunstdenkmäler der Schweiz. Kanton Luzern. Band V, Seiten 6-17. Basel, 1959.
  • Franz Daxecker: Ein Brief von P. Johann Baptist Cysat SJ - Dokumente zur Rechtsgeschichte der Burg Kasteln bei Alberswil im Kanton Luzern, Schweiz. In: Sammelblatt des Historischen Vereins Ingolstadt, 104. Jg., 251-256, 1995

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Alberswil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  3. a b Andres Kristol: Alberswil LU (Willisau) in: Dictionnaire toponymique des communes suisses – Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen – Dizionario toponomastico dei comuni svizzeri (DTS|LSG). Centre de dialectologie, Université de Neuchâtel, Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3-7193-1308-5 und Éditions Payot, Lausanne 2005, ISBN 2-601-03336-3, S. 80. Angegebene Lautschrift: [ˈɑʊbərʓˌʋɪʊ].
  4. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach demographischen Komponenten, institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit und Geschlecht (Bundesamt für Statistik, STAT-TAB)
  5. LUSTAT: Gemeindeprofil Alberswil
  6. LUSTAT: Gemeindeprofil Alberswil
  7. Nationalratswahlen 2015: Stärke der Parteien und Wahlbeteiligung nach Gemeinden. In: Ergebnisse Nationalratswahlen 2015. Bundesamt für Statistik, 2016, abgerufen am 3. Juni 2016.