Albert-Martmöller-Gymnasium

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Albert-Martmöller-Gymnasium
AMG Witten Logo.png
Schulform Gymnasium
Schulnummer 169730
Gründung 1967
Adresse

Oberdorf 9

Ort Witten
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 26′ 21,5″ N, 7° 20′ 25,8″ OKoordinaten: 51° 26′ 21,5″ N, 7° 20′ 25,8″ O
Träger Stadt Witten
Schüler ca. 1.000[1]
Lehrkräfte 78[1]
Leitung Norbert Kiesow[2][3]
Website www.amg-witten.de
„Lehrereingang“ des Hauptbaus
„Neubau“ von 1977

Das Albert-Martmöller-Gymnasium (kurz AMG) ist eines von drei Gymnasien der Stadt Witten. Sein Namensgeber ist der Gewerkschafter Albert Martmöller.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitte der 1960er-Jahre kam es in Witten zu einem Schülerandrang, den die beiden bestehenden Gymnasien, das Schiller-Gymnasium und das Ruhr-Gymnasium Witten, nicht länger bewältigen konnten. Nachdem die beiden Schulen einen Antrag an die Stadtverwaltung stellten, eine geeignete Lösung zu finden, kam erstmals die Idee auf, ein drittes Gymnasium in Witten zu gründen. Nachforschungen der Stadt ergaben, dass ein Standort im Raum des Stadtteiles Annen den Ostteil Wittens schulisch besser versorgen würde. Daher wurde für das dritte Gymnasium ein städtisches Gelände an der Immermannstraße nahe dem Bahnhof Witten-Annen Nord, auf dem Gelände des ehemaligen KZ-Außenlagers Annener Gußstahlwerk erwogen, das später auch als für den Bau geeignet befunden wurde. Nach Erarbeitung der Baupläne für das Städt. Gymnasium Annen für Jungen und Mädchen stellte sich jedoch heraus, dass die notwendigen finanziellen Mittel nicht aufgewendet werden konnten. Da die Nachfrage an den zwei Wittener Gymnasien weiterhin zu groß war, bestand das Schulkollegium Münster darauf, ein weiteres einzurichten. 1967, als der vorgesehene Termin für die Aufnahme des Schulbetriebes des dritten Gymnasiums bereits verschoben worden war, beschloss der Schulausschuss, das frei gewordene Gebäude der Albert-Martmöller-Volksschule für das neue Gymnasium zu nutzen. Nach kurzer Zeit stellte man fest, dass das 1957/1958 erbaute Gebäude der Volksschule in wenigen Jahren den steigenden Schülerzahlen ebenfalls nicht standhalten wird. So beschloss man, ein weiteres Gebäude als Hauptbau an den Altbau anzuschließen. Der Innenausbau des Hauptbaus, der mehrere naturwissenschaftliche Fachräume beherbergt, wurde 1970 fertiggestellt. Im darauffolgenden Jahr baute man eine Turnhalle (sowie einen Gymnastik- und einen Werkraum) auf dem Gelände. 1977 wurde der Neubau an der Oberstraße errichtet.[4]

Unterricht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das vierzügige AMG wird zurzeit von etwa 1.000 Schülern besucht. Im Bereich der Leistungskurse findet eine Kooperation mit dem Schiller- und Ruhr-Gymnasium statt. In der Unterstufe (5–7) werden Bläser- und naturwissenschaftliche Profilklassen angeboten.[5][6] Das Fächerangebot umfasst das sprachlich-literarisch-künstlerische (Deutsch, Englisch, Latein, Französisch, Spanisch, Literatur, Musik, Kunst), gesellschaftswissenschaftliche (Geschichte, Politik/Sozialwissenschaften, Pädagogik) und mathematisch-naturwissenschaftlich-technische (Mathematik, Informatik, Biologie, Physik, Chemie) Aufgabenfeld sowie die Fächer Erdkunde, Philosophie, Religionslehre und Sport.[7] Zusätzlich zum regulären Unterricht gibt es zurzeit 15 verschiedene freiwillige Arbeitsgemeinschaften, die meist im Nachmittagsbereich liegen.[8]

Sprachprüfungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Albert-Martmöller-Gymnasium Witten können Sprachzertifikate in den Fächern Englisch (Cambridge ESOL), Spanisch (DELE-Programm) und Französisch (DELF-DALF-Programm) erworben werden.[9]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1984/85 erforschte die damalige Klasse 10a mit ihrem Lehrer Helmut Schorlemmer die Geschichte des KZ-Außenlagers Annener Gußstahlwerk und löste mit ihrem als Broschüre veröffentlichten Aufsatz eine öffentliche Diskussion über das kommunale Vergessen aus. Auf Initiative der Schüler stellte die Stadt Witten eine Gedenktafel am Rand der Restfläche des Lagers auf.

Fragmente der Berliner Mauer auf dem Schulhof

Seit Juni 2010 befinden sich drei Segmente der Berliner Mauer als Leihgabe mit dem Titel Hommage an die jungen Generationen auf dem Schulhof, die von jungen Künstlerinnen und Künstlern der Oberstufe des AMG und dem in Berlin lebenden französischen Künstler Thierry Noir bemalt wurden. Eingeweiht wurde die Installation im September 2011 u. a. von Bundestagspräsident Norbert Lammert.[10][11]

2014 installierte das AMG als erste Schule in NRW an mehreren Eingängen Überwachungskameras.[12][13]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Reinhold Bechtel (Hrsg.): 25 Jahre AMGymnasium. Festschrift zum 25-jährigen Bestehen des Albert-Martmöller-Gymnasiums Witten. 1. Auflage. Albert-Martmöller-Gymnasium, Witten 1992 (ohne ISBN).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Albert-Martmöller-Gymnasium – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Johannes Kopps: Martmöller-Gymnasium feiert das 50-jährige Bestehen. WAZ, 16. Juni 2017, archiviert vom Original am 17. Juni 2017, abgerufen am 17. Juni 2017.
  2. Johannes Kopps: Schulen. Schulleiter-Karussell dreht sich. WAZ, 16. Dezember 2016, abgerufen am 4. Mai 2013.
  3. Susanne Linka: Nachfolge. Albert-Möller-Gymnasium hat neuen Schulleiter. Ruhr Nachrichten, 15. Juli 2013, abgerufen am 15. Juli 2013.
  4. Sandra Höstermann, Patrick Schüttler: Geschichte des AMG. Albert-Martmöller-Gymnasium, abgerufen am 25. September 2017.
  5. Naturwissenschaftliche Profilklasse in den Jahrgangsstufen 5–7. Albert-Martmöller-Gymnasium, abgerufen am 25. September 2017.
  6. Bläserklassen. Albert-Martmöller-Gymnasium, abgerufen am 25. September 2017.
  7. Fächer. Albert-Martmöller-Gymnasium, abgerufen am 25. September 2017.
  8. Arbeitsgemeinschaften. Albert-Martmöller-Gymnasium, archiviert vom Original am 12. März 2017, abgerufen am 25. September 2017.
  9. Über das AMG. Albert-Martmöller-Gymnasium, abgerufen am 25. September 2017.
  10. Michael Vaupel: Diskussion im Martmöller-Gymnasium. Stützen der Erinnerung. WAZ, 13. September 2011, abgerufen am 16. Dezember 2016.
  11. Hommage an die jungen Generationen. Stiftung Bildung & Kultur, abgerufen am 18. Februar 2017.
  12. Tina Bucek: Überwachung. Gymnasium in Witten plant als erstes in NRW Videoüberwachung. WAZ, 4. September 2014, abgerufen am 16. Dezember 2016.
  13. Ferry Radix: Elektronische Tür-Spione. Albert-Martmöller-Gymnasium installiert Kameras an Eingängen. Ruhr Nachrichten, 5. September 2014, abgerufen am 10. September 2014.