Albert Aichele

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Albert Aichele (* 13. Februar 1865 in Lörrach; † 17. November 1922 in Baden) war ein Schweizer Pionier der Elektrotechnik.[1][2][3]

Albert Aichele (1865–1922)
Albert Aichele

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Albert Aicheles Eltern waren Albert Aichele und Maria, geb. vom Hove. Der Vater war Gesellschafter und 1832 bis 1881 Geschäftsführer der Stoffdruckerei KBC. Er hatte 1860 die Untere Villa erbaut. Die Mutter erwarb 1901 die benachbarte, nach ihr benannte Villa mit Parkanlage in Lörrach (Position).[4] Die Konzertsängerin Helene Siegfried war eine Schwester.

Nach seiner Gymnasialzeit in Basel und Lausanne studierte er Maschinenbau und Elektrotechnik am Eidgenössischen Polytechnikum in Zürich bei Heinrich Friedrich Weber.

Er war ein begeisterter Hochradfahrer und nahm an verschiedenen internationalen Hochradrennen teil.[5] 1887 stellte er in München mit 37,078 km den Stundenweltrekord auf.[6] Sein Hochrad Rudge Bicycle Racer ist im Museum des Pantheon Basel ausgestellt. Als er im selben Jahr bei einem gewonnenen Rennen in der Schweiz den Geldpreis angenommen, und am nächsten Tag zurückgegeben hatte, genügte das dem Bund Deutscher Radfahrer, ihn zum Berufsfahrer herabzustufen und ihn aus dem Verband auszuschließen. Nach Protesten wurde die Strafe zu einer viermonatigen Sperre reduziert. Bald darauf wurden Hochradrennen vielfach verboten.

Noch vor Studienabschluss begann er bei der Maschinenfabrik Oerlikon, für die er kurze Zeit in Südamerika arbeitete.

1891 wechselte er zur neu gegründeten Brown, Boveri & Cie. in Baden und leitete, anfangs mit Carl Sulzberger (1864–1936), ab 1902 allein, das Versuchslabor. 1909 wurde er zum Direktor befördert. Er konstruierte unter anderem verbesserte Bauformen des Ölschalters durch mechanische Dämpfungselemente. Ab 1916 arbeitete er als freier Forscher und Berater. Als Erfinder und Konstrukteur erhielt er über 100 Patente.

1907 heiratete er in Hamburg Olga Albertine Duhner.

Später interessierte ihn das Auto und er wurde Basels erster Automobilist. Befreundet war er mit Louis Renault, dem er technische Anregungen gab und höchstwahrscheinlich auch der Erfinder des Kardangetriebes war.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Albert Aichele (1865–1922). (PDF; 26,3 KB) In: Technology is our business. Electrosuisse – SEV Verband für Elektro-, Energie- und Informationstechnik, abgerufen am 22. Februar 2015 (Biografische Darstellung).
  2. Max Triet: Aichele, Albert. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  3. Otto Mittler: Albert Aichele. In: Argovia, Jahresschrift der Historischen Gesellschaft des Kantons Aargau, abgerufen am 5. Dezember 2019.
  4. Jürgen Moser: Villa Aichele. In: moser-architekten.de. Abgerufen am 22. Februar 2015.
  5. Albert Aichele's Palmares at CyclingRanking. CyclingRanking.com
  6. Kostproben – Einige Highlights der Sammlung. Sportmuseum Schweiz, archiviert vom Original am 4. Mai 2009; abgerufen am 22. Februar 2015.
  7. Sidney W. Browns Herkunft. Museum Langmatt, archiviert vom Original am 22. Februar 2015; abgerufen am 5. Dezember 2019.