Albert Baur (Maler)

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Die rote Baskenmütze
Düsseldorfer Künstleralbum, 1866

Albert Baur (* 7. Juli 1835 in Aachen; † 7. Mai 1906 in Düsseldorf) war ein deutscher Maler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der aus einer Bankiersfamilie stammende Baur begann auf Wunsch seiner Eltern ein Medizinstudium in Bonn, das er aber 1854 abbrach, um an die Kunstakademie Düsseldorf zu gehen. Er studierte Malerei 1854 privat bei Wilhelm Sohn, später bei Joseph Kehren und an der Akademie von 1855 bis 1857 bei Christian Köhler und Heinrich Mücke. 1860 wechselte er für zwei Jahre nach München als Schüler von Moritz von Schwind.

Nach Studienreisen durch Europa kehrte Baur 1874 nach Düsseldorf zurück und entwickelte sich, inspiriert von seinem Freund und Künstlerkollegen Heinrich Ludwig Philippi in der Historienmalerei. Eines seiner ersten, schon großformatigen Bilder war die “Überführung der Leiche Ottos III. über die Alpen nach Deutschland” 1864 erhielt er bei einer Konkurrenz für die Ausschmückung des Schwurgerichtssaals in Elberfeld den ersten Preis und malte dort in matten Ölfarben das Jüngste Gericht. Diese Arbeit kam über seinen Freund Heinrich Ludwig Philippi zustand, dessen Vater Johann Friedrich Hector Philippi Präsident des Landgerichts in Elberfeld war. 1872 ging er als Professor an die Kunstschule in Weimar, 1876 wiederum nach Düsseldorf, wo er bis zu seinem Tod blieb. Er war vor allem als Maler von großformatigen Historienbildern sehr geschätzt.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im September 1863 heiratete Albert Baur in Glehn die gebürtige Benratherin Anna Maria, eine geborene Beuth (* 1841). Sie hatten vier Kinder. Anna Maria Baur (1864–?), Mathilde Baur (1865–1911), welche 1886 den Juristen Gustav Talbot (1859–1921) heiratete, den Maler Albert Baur (1867–1959) und Maria Hubertine Baur (1870–?).[1]

Sohn Albert Baur jun.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baurs Sohn Albert Baur (* 1. Juli 1867 in Düsseldorf; † 1959 in Herrsching) wurde ebenfalls Maler. Aufgewachsen in Düsseldorf und Weimar, studierte er in Düsseldorf ab 1887 bei Hugo Crola und von 1888 bis 1889 bei Peter Janssen. Studienaufenthalte in Italien, Besuch der Münchener Akademie unter W. Dieg und der Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe unter Hermann Baisch sowie an der Académie Julian unter Jules-Joseph Lefebvre und Tony Robert-Fleury.

Er ließ sich in Düsseldorf nieder und malte große historische Bilder. Reisen nach Holland und an den Niederrhein brachten eine Vielzahl von Naturbildern. Er entwarf im Auftrag des Kölner Schokoladeproduzenten Ludwig Stollwerck Sammelbilder für Stollwerck- Sammelalben, u.a. die Serie „Centauren“ für Stollwerck's Sammel-Album No. 2 von 1898. [2]

Im Ersten Weltkrieg war er Kriegsmaler in Russland und Frankreich, nach Kriegsende wieder in Düsseldorf, wo er sich auf Landschafts- und Tierbilder spezialisierte. Ende des Zweiten Weltkriegs wurde ein Großteil seines Lebenswerkes vernichtet. Es erfolgte die Umsiedelung nach Oberfranken mit einer neuen Schaffensperiode von bäuerlichen Motiven. 1951 zog er zu seinem Sohn nach Herrsching und verstarb dort 1959 im Alter von 92 Jahren.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paulus predigt den Juden in Rom
  • die Märtyrerin
  • Versiegelung des Grabes Christi (Münchner Ausstellung 1879)
  • Christliche Märtyrer (1870) (Museum Kunstpalast, Düsseldorf)
  • Otto I. an der Leiche seines Bruders Thankmar (städtische Galerie in Barmen)
  • Die Tochter des Märtyrers (1886)
  • Impluvium (Teich im Atrium)
  • Pompejische Interieur mit zwei Frauen und Kind (1873)
  • Amazonen Jagd (1876)
  • Junger Dichter (1880)
  • Liudger predigt das Evangelium an dem Ufer der Ems (1901) (Städt. Gymnasium Dionysianum, Rheine)
  • "Albrecht Dürer in Venedig" : Masken-Fest in der Tonhalle ; 2. März 1889 ; [Programm]. Bagel, Düsseldorf 1889 (Digitalisat)

Illustrationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Digitalisierte Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf:

  • In: Friedrich Bodenstedt (Hrsg.): Album deutscher Kunst und Dichtung. Mit Holzschnitten nach Originalzeichnungen der Künstler, ausgeführt von R. Brend'amour. Grote, Berlin 1867 Digitalisierte Ausgabe
  • In: Gustav Wendt: Balladenkranz: aus deutschen Dichtern gesammelt. Grote, Berlin 1866 Digitalisierte Ausgabe
  • In: Alfred Rethel: Bilder-Cyclus aus dem Leben Karls des Grossen. Fresco-Gemälde im Krönungssaale zu Aachen. Gezeichnet nach den Original-Wandgemälden von Albert Baur und Joseph Kehren. Grumbach, Leipzig, 1870 Digitalisierte Ausgabe
  • In: Düsseldorfer Bilder-Mappe : Original-Zeichnungen. - Berlin: Grote, 1866. Digitalisierte Ausgabe
  • In: Endrulat, Bernhard: Ein Kaiserfest im "Malkasten" zu Düsseldorf : und 11 in Holzschnitt ausgeführten Originalzeichnungen. - Düsseldorf: Voß, 1878. Digitalisierte Ausgabe
  • In: Bund, Ludwig (Hrsg.). Lieder der Heimath: Eine Sammlung der vorzüglichsten Dichtungen im Bilderschmucke deutscher Kunst. - Düsseldorf: Breidenbach, 1868. Digitalisierte Ausgabe
  • In: Diethoff, E. Vom Rhein. Bilder und Geschichten aus alter und neuer Zeit. - Leipzig: Payne, 1871. Digitalisierte Ausgabe
  • Einweihungsfest. Digitalisierte Ausgabe
  • Fest zu Ehre des Vorstandes aus den jahren 1864, 1865, 1866. Digitalisierte Ausgabe

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Familienbuch Euregio: Albert Baur
  2. Lorenz, Detlef: Reklamekunst um 1900. Künstlerlexikon für Sammelbilder, Reimer-Verlag, 2000.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ludger Meier: Die Odyssee eines Historienbildes. In: Nachrichtenblatt des Vereins Alter Dionysianer 66 (2004), S. 8–20 (Historiengemälde Baurs im Gymnasium Dionysianum in Rheine)