Albert Geyer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Albert Geyer

Albert Geyer (* 17. Mai 1846 in Charlottenburg; † 14. September 1938 in Berlin) war ein deutscher Architekt und preußischer Baubeamter, der sich auch als Bauhistoriker betätigte.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der am 17. Mai 1846 im damals noch nicht zu Berlin gehörenden Charlottenburg als Sohn des Lehrers und Predigers Ludwig Geyer geborene Albert Geyer war der Bruder des Bildhauers Otto Geyer, des Studienrates am Friedrichwerderschen Gymnasiums Paul Geyer und des Theologen Ernst Theodor Geyer. Er machte im Alter von 19 Jahren am Friedrich-Werderschen Gymnasium das Abitur. Ein Stipendium ermöglichte ihm 1867 bis 1869 das Studium der Philosophie und Mathematik an der Berliner Universität, obwohl er eigentlich lieber Architektur studiert hätte. Seine Militärdienstzeit als Einjährig-Freiwilliger 1866 fiel mit dem Preußisch-Österreichischen Krieg zusammen.

Neben dem Studium war er als Praktikant bei Wilhelm Haeger im Baubüro für den Neubau der Reichsbank tätig, um später an der Berliner Bauakademie studieren zu können. Nach Teilnahme am Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 nahm er sein Studium an der Bauakademie auf, das er 1874 vorläufig mit der Baumeisterprüfung abschloss. Sein ausgezeichnetes Ergebnis wurde mit einer staatlichen Reiseprämie gewürdigt, die er für eine Studienreise in die Schweiz, Belgien, Frankreich und durch Deutschland nutzte. Anschließend wurde er von Reinhold Persius für seine Privatbauten in Potsdam angestellt.

An der Bauakademie legte er 1880 die Baumeisterprüfung ab und wurde Mitglied der Schlossbaukommission. Von 1909 bis zu ihrer Auflösung am 1. April 1921 war er ihr letzter Direktor. Unter seiner Leitung erfolgten – oft nach Entwürfen des kaiserlichen Hofarchitekten Ernst von Ihne – umfangreiche Umbauten und Modernisierungen, zum Beispiel am Berliner Stadtschloss.

1909 wurde er zum außerordentlichen und 1913 zum ordentlichen Mitglied der Preußischen Akademie des Bauwesens ernannt.

Mit dem Ende der Monarchie und der Auflösung der Schlossbaukommission begann für ihn ein neuer Lebensabschnitt. Er trat in den Ruhestand und begann seine langjährige Tätigkeit als Architekturhistoriker, unter anderem seine Monografie zur Geschichte des Berliner Schlosses. Von 1922 bis 1929 war er für drei Amtsperioden Präsident der Preußischen Akademie des Bauwesens.

Er starb im Alter von 92 Jahren am 14. September 1938 in Berlin und wurde auf dem Dorotheenstädtisch-Friedrichswerderschen Friedhof begraben.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauten und Entwürfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jagdschloss Glienicke von der Parkseite

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Albert Geyer verfasste zahlreiche Publikationen zu Berliner Schlössern, u.a.

  • Die historischen Wohnräume im Berliner Schloss. Deutscher Kunstverlag, Berlin 1926.
  • Geschichte des Schlosses zu Berlin. Band 1, Die kurfürstliche Zeit bis zum Jahre 1698. 1936 / als Reprint: Nicolai, Berlin 1993, ISBN 3-87584-480-7.
  • Geschichte des Schlosses zu Berlin. Band 2, Vom Königsschloss zum Schloss des Kaisers (1698–1918). 1936. / als Reprint: Nicolai, Berlin 1993, ISBN 3-87584-431-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Franz-Severin Gäßler: Albert Geyer und der Ausbau des Residenzschlosses der Hohenzollern in Sigmaringen 1893–1908. In: Hohenzollerische Heimat. 56, 2, 2006, S. 17–21.