Albert I. (Görz)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Albert I., Graf von Görz und Tirol (* um 1240; † vor dem 7. September 1304), aus dem Geschlecht der Meinhardiner wurde als zweiter Sohn des Grafen Meinhard III. von Görz und Tirol (I.) und der Adelheid, Tochter von Albert III., des letzten Grafen aus dem Hause Tirol, geboren. Er starb Anf. / (3.) September 1304 in Lienz und wurde nach den Annales Foroiulienses im Kloster Rosazzo/Friaul beigesetzt.

Wappen der Albertiner Linie, Grafen von Görz, im Ingeram-Codex, 1459

Wirken als Görzerischer Landesfürst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Albert I. befand sich beim Tod seines Vaters (12. Jan.-18. Febr. 1258) mit seinem älteren Bruder Graf Meinhard II.von Tirol und Görz (IV.) noch in der Geiselhaft auf der Burg Hohenwerfen. In diese missliche Lage kamen die Brüder im Austausch für ihren Großvater Graf Albert III. von Tirol um die Jahreswende 1252/53, nach dem missglückten Angriff von Graf Albert III. und ihres Vaters Meinhard III. von Görz auf das Stiftland des Erwählten (Erzbischofs) Philipp von Salzburg. In der Interimszeit bis zur Entlassung seines Bruders Meinhard II. von Tirol und Görz (IV.) Anfang 1259 weisen mehrere Urkunden auf eine Verwaltung durch die Mutter Adelheid von Tirol hin. Erst um die Jahreswende 1261/62 gab der salzburgische Ministeriale Gebhard I. von Velben gegen 800 Mark Silber Albert eigenmächtig frei. Dieser teilte sich nun mit seinem Bruder so in die Verwaltung ihrer Gebiete, dass er die görzischen Lande, sein Bruder Meinhard II. aber die neuerworbene Grafschaft Tirol übernahm. Im Jahre 1271 fand dann auf dieser Grundlage eine förmliche Länderteilung statt, nach welcher Albert I. die Besitzungen seines Hauses im Görzischen, in Friaul, Istrien, Krain und Kärnten sowie im Pustertal östlich von der Mühlbacher Klause erhielt. Wie sein Bruder nach Vergrößerung seiner Gebiete strebend, geriet er namentlich mit dem Patriarchen von Aquileja in Streit, ohne aber wesentliche Erfolge zu erzielen, besonders weil sich Ottokar II. Přemysl des Patriarchen annahm. In späteren Jahren stand er indessen wiederholt auf Seite des Patriarchen im Kampfe gegen das immer weiter um sich greifende Venedig. Beim Ausbruch des Krieges zwischen Ottokar von Böhmen und Rudolf I. von Habsburg schloss er sich, wie sein Bruder, dem letzteren an und machte zur Unterstützung desselben einen Angriff auf Krain und die Windische Mark.

Albert I. war zweimal verheiratet: das erste Mal ab 1266 mit Euphemia von Glogau, Tochter des Herzogs Konrad II. von Schlesien-Glogau. Das zweite Mal ab Mai 1275 mit Euphemia, Tochter des Grafen Hermann II. von Ortenburg. Seine zweite Frau war ihm bereits durch eine Ehevereinbarung im Jahr 1256 zugesprochen worden, die wegen der fortdauernden Geiselhaft nicht zustande kam. Sie hatte dann den bereits im Juni 1260 in der Schlacht bei Staatz gefallenen Grafen Konrad II. von Plain und Hardeck geheiratet. Euphemia erscheint urkundlich letztmals am 1. Februar 1304 bei der Bestätigung ihrer Heiratsgutanweisung durch König Albrecht I. Nach der Klosterchronik wurde sie im Kreuzgang des Dominikanerinnenklosters in Lienz beigesetzt. Graf Albert I. hatte drei Kinder: Nach dem Ehevertrag vom 29. Mai 1275 stammt der ältere Sohn, Heinrich II. von Görz, aus der ersten Ehe. Albert II. von Görz. und eine Tochter Clara Euphemia sind Kinder der zweiten Ehe.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Meinhard I. Graf von Görz
1271 (1258)–1304
Heinrich III.