Albert Pehle

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Albert Pehle (* 1874 in Lippstadt; † 1948 in Düsseldorf), war ein deutscher Bildhauer und Raumausstatter.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Häuser am Drakeplatz von links nach rechts an der Ecke zur Wildenbruchstraße: Nr. 5 und 4 Häuser des Bildhauers Albert Pehle (1905).

Albert Pehle aus Lippstadt kommend, studierte an der Düsseldorfer Kunstakademie ab Mai 1895 bei Karl Janssen.[1] Mitschüler waren unter anderen Fritz Coubillier, Joseph Hammerschmidt und Carl Müller.

Pehle war Mitglied des Vereins der „Bildhauer Gruppe 1900“[2], im Künstlerverein Malkasten und im Verein der Düsseldorfer Künstler, wo er um 1910 in der Kommission für auswärtige Ausstellungen war.[3]

Als Bildhauer und Raumausstatter schuf er zahlreiche Altarensembles und Einzelfiguren für rheinische und westfälische Kirchen. In Rixbeck, einem Ortsteil von Lippstadt, betätigte er sich im Jahre 1925 sogar als Architekt. „[...] Die Rixbecker wünschten sich jedoch den Bildhauer Pehle als Planverfasser und die Firma Heinrich Pehle als Bauausführende. Durch die Pehlsche Dampfziegelei, die sich seit über 20 Jahren im Schlingfeld befand, gab es gute Kontakte. Durch diese Konstellation würden keine Kosten für Pläne und Baubetreuung entstehen, argumentierten die Rixbecker und setzten sich damit durch, obwohl es Kirchenvorschrift war, das Verfasser und Baufirma nicht dieselben sein durften.“[4]

Anfang 1900 erwarb Albert Pehle in damaligen Düsseldorfer Vorort Oberkassel am Drakeplatz an der Ecke zur Wildenbruchstraße (vormals Karolinger Straße) das Haus Nr. 5 (70)[5] und Haus Nr. 4 (72).[6][7] Albert Pehle war seit 1903 mit der Klavierlehrerin Aenne Bornemann verheiratet, einer Schwester von Walter Opheys späteren Ehefrau Bernhardine Bornemann (1879–1968). Durch die freundschaftliche Beziehung zu Pehle konnte Ophey ein Atelier in Pehles Atelierhaus beziehen, welches er sich mit dem Maler Heinz May teilte. 1913 bezog Heinrich Maria Davringhausen (1894–1970) während seines Studiums an der Akademie das Atelierhaus von Albert Pehle. Auch der Maler Fritz Köhler hatte in den 1930er Jahren dort sein Atelier. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Atelierhaus teils zerstört. In den 1960er Jahren übernahm Joseph Beuys von Pehles Sohn Georg das viergeschossige Hause am Drakeplatz 4.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Statue Bernhard II. zu Lippe, Lippstadt
Kirche St. Antonius, Rixbeck
  • 1900: Hochaltar, St. Laurentius, Thüle
  • 1903: Marienaltar, St. Laurentius, Thüle
  • 1907: Bildhauerarbeiten im figürlichen Teil des Girardethaus, Königsallee/Grabenstraße, Düsseldorf
  • 1907: Porträtbüste Friedrich Wilhelm Grimme, Bronzeguss, Assinghausen (ein monumentaler Entwurf zu einem Grimme-Denkmal aus dem Jahre 1907 blieb unausgeführt)
  • 1907: neugotischer Hauptaltar mit geschnitzten Reliefs, St. Michael, Werdohl
  • 1910: Pietà, Herz-Jesu Kirche, Bochum-Werne[8]
  • 1910 Josefsaltar, St. Laurentius, Thüle
  • 1914: Statue von Bernhard II. zu Lippe auf dem Bernhardbrunnen, Lippstadt (kriegsbedingt konnte man Pehles Werk aber erst 1920 einweihen.)
  • nach 1917: als Altar gestaltete 14. Kreuzwegstation, St. Josef, Rheydt[9]
  • 1921–1922: Pietà aus Baumberger Sandstein im Kapellraum der Pfarrkirche, Olpe (Der Kapellenausbau am nördlichen Turm der Pfarrkirche wurde nach dem Ersten Weltkrieg als Kriegergedächtniskapelle verwendet)
  • 1922: Figur von Josef dem Zimmermann an den Chorpfeilern stehen auf ornamentreichen Sockeln, St. Anna, Mönchengladbach-Windberg
  • 1922: Betender Krieger am Grabe, Ehrenmahl Gedenkstätte für die Gefallenen, Nordwalder Straße, Emsdetten[10]
  • 1925: Annastatue, Namenspatronin der Kirche St. Anna mit Maria, Mönchengladbach-Windberg
  • 1925: Kath. Kirche St. Antonius von Padua, Rixbeck, Kreis Lippstadt[11]
  • 1928: Soldatenpietà, Langenberg
  • 1910: Antonius-Altar und Krieger-Gedächtnisaltar mit Pietà, St. Antonius, Düsseldorf-Oberkassel[12]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Albert Pehle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Albert Pehle, Herkunftsort Lippstadt, Bestandssignatur BR 0004 Nr. 1562, Blatt 263V, Schuljahr 1894/95, Lehrkraft Karl Janssen, Kunstfach bzw. vorhandene Ausbildung Bildhauer, Findbuch 212.01.04 Schülerlisten der Kunstakademie Düsseldorf, auf Archive in NRW
  2. Bildhauer Gruppe 1900, in Adreßbuch für die Stadtgemeinde Düsseldorf, 1907, S. 36
  3. Künstler-Vereinigungen, in Adreßbuch für die Stadtgemeinde Düsseldorf, 1911, S. 33
  4. Vortrag von Hubert Marke anlässlich des 75-jährigen Bestehens der Kirche St. Antonius in Rixbeck
  5. Pehle, Albert, Karolinger Straße 70, II. Etage, in Adreßbuch für die Stadtgemeinde Düsseldorf, V. Theil Bürgermeisterei Heerdt, Obercassel, 1904, S. 52
  6. Pehle, Albert, Karolinger Straße 72, in Adreßbuch für die Stadtgemeinde Düsseldorf, V. Theil Bürgermeisterei Heerdt, Obercassel, 1907, S. 71
  7. Anmerkung: Als Oberkassel noch zur Gemeinde Heerdt gehörte (bis 1909, ab da Namensänderung der Straßen) wohnte Pehle laut Adressbuch in 1905 in der Karolingerstraße 70 in Oberkassel; in 1907 in der Karolingerstraße 72; in 1908 Karolingerstraße 70/72, welches mit der Eingemeindung von Heerdt zum Drakeplatz 4/5 wurde.
  8. Dem romanischen Baustil nachempfunden. Ein Gang durch die Herz-Jesu Kirche (PDF)
  9. Kunst in St. Josef, Kreuzweg auf der Südseite
  10. Gedenkstätte für die Gefallenen der Kriege in Emsdetten
  11. Kirche 1925 Einweihung: „Der Entwurf zu diesem Gotteshaus, das als eines der schönsten der ganzen Umgegend bezeichnet werden kann, stammt von dem bekannten Bildhauer Albert Pehle= Düsseldorf, der eine neue Probe seines künstlerischen Könnens abgelegt hat. Die Bauausführung wurde der bewährten Firma H. Pehle = Lippstadt übertragen, die ihre Arbeit zu allgemeiner Zufriedenheit ausgeführt hat.“, Rixbeck, 17. Sept. 1925, Artikel in der Tageszeitung Der Patriot, September 1925
  12. Sehenswürdigkeiten: Pfarrkirche St. Antonius, in Adressbuch der Stadt Düsseldorf, 1940