Albert von Schirnding

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Albert von Schirnding bei einer Lesung im Lyrikkabinett 2014

Albert von Schirnding (* 9. April 1935 in Regensburg) ist ein deutscher Lyriker, Erzähler, Essayist und Literaturkritiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Albert von Schirnding wuchs in Regensburg als Sohn des „Chef[s] der Thurn-und-Taxisschen Gesamtverwaltung“[1] Otto Karl von Schirnding (1892–1979) und seiner Frau Marie Victoire (geb. Verri della Bosia, 1907–1989) auf. 1951 veröffentlichte er seine ersten Gedichte. Nach dem Abitur am Alten Gymnasium studierte er – da er zugleich Schriftsteller und Lehrer werden wollte[2]Klassische Philologie bei Rudolf Pfeiffer in München und Walter Jens in Tübingen; einen Teil der vorlesungsfreien Zeit verbrachte er als „Feriensekretär“ bei Ernst Jünger in Wilflingen. Nach Stationen in Weiden und Ingolstadt unterrichtete er von 1965 bis 1998 am Münchner Ludwigsgymnasium. (Rainald Goetz zählt zu seinen ehemaligen Schülern.) Als freier Mitarbeiter der Süddeutschen Zeitung ab 1970 engagierte er sich für eine an Humanität und Aufklärung orientierte Pädagogik und gegen eine „konservative Tendenzwende“ in der Bildungspolitik.[3] Bekannt wurde er auch als profilierter Literaturkritiker, als Interpret griechischer Philosophie und als Autor autobiographischer Prosaskizzen, die er ab Ende der 1980er Jahre in seine Erzählbände integrierte.

Von 1991 bis 2004 leitete Albert von Schirnding die Abteilung Literatur in der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Seit 2004 ist er Vizepräsident der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz. Als Herausgeber und Kommentator hat er Werke von Lessing und Thomas Mann bis Rainer Malkowski betreut; 2005 öffnete er die Lyrik-Anthologie Der Ewige Brunnen für zeitgenössische Texte.

Albert von Schirnding lebt mit seiner Familie auf Schloss Harmating in der Gemeinde Egling in Oberbayern.

Ehrungen und Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lyrik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prosa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Essays[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Übersetzungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herausgeberschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vertonungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilfried Hiller (* 1941):
  • Max Beckschäfer (* 1952): Schneemannlieder (2003). 14 Gesänge für Bariton und Klavier (Texte aus den Schneemanngedichten). UA 28. Mai 2003 München (Bayerische Akademie der Schönen Künste)
  • Jens Joneleit (* 1968):
    • Falterzug (1997/98). Vier Lieder für Mezzosopran, Klarinette, Horn, Fagott und Streichquintett
    • Beschwörung (1998) für Bariton und Kammerensemble (1.0.1.Kbklar.0.Kfg. - 1.0.1.0 – Schl.[1] – Hrf. - Str.: 0.0.1.1.1). UA 25. Oktober 2011 München (Museum Brandhorst; Thomas E. Bauer, ensemble risonanze erranti, Leitung: Peter Tilling)
    • Blüte und Verhängnis (1999/2000). Sieben Lieder für Sopran und Orchester (Picc.2.2.Eh.2.Bklar.2.Kfg. - 4.3.3.1 – Schl.[2] – 4 Pk. - Cel. - Hrf. - Str.: 14.14.12.10.8)
    • Durst (2004/05). Drei Lieder für Frauenstimme und Klavier. UA 8. Oktober 2005 Regensburg (Pianohaus Metz)
  • Christian Dieck (* 1982): Drei Gesänge für Stimme und Klavier. UA 17. April 2007 München

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernhard M. Baron: Albert von Schirnding in Weiden, in Oberpfälzer Heimat Bd.61 (2017), ISBN 978-3-939247-88-3, S. 93–102
  • Joachim Kaiser: Heitere Leidenschaft des Wissen-Wollens (Laudatio anlässlich der Verleihung des Merck-Preises). In: Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung: Jahrbuch 1982, 2. Lieferung, Heidelberg (Lambert Schneider) 1983, S. 57–60
  • Wolfdietrich Rasch: Versteckspiel. (Über Albert von Schirndings Gedicht Bitte um Heimsuchung.) In: Frankfurter Anthologie. Gedichte und Interpretationen. Hrsg. von Marcel Reich-Ranicki. Bd. 4, Frankfurt (Insel) 1979. ISBN 3-458-15348-9
  • Wolf Peter Schnetz: Beständig ist das leicht Verletzliche. Albert von Schirnding: Ein Leben für die Literatur. In: Lichtung. Ostbayerisches Magazin, Nr. 14, Januar 2001, S. 16–19

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Albert von Schirnding: Alphabet meines Lebens, S. 14
  2. Interview (PDF; 46 kB) in BR-alpha, 4. April 2003
  3. Mut zur Vernunft. In: Durchs Labyrinth der Zeit, 1979, S. 103–114

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]