Albrecht Friedrich (Preußen)

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Herzog Albrecht Friedrich
Albrecht Friedrich als junger Herzog

Albrecht Friedrich von Preußen (* 29. April 1553 in Königsberg; † 27. August 1618 in Fischhausen) war seit 1568 regierender Herzog in Preußen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Albrecht Friedrich war ein Sohn des ersten Herzogs in Preußen, Albrecht von Brandenburg-Ansbach, und seiner zweiten Frau Anna Maria von Braunschweig (1532–1568), einer Tochter Herzogs Erich I. von Braunschweig-Wolfenbüttel. Er wurde auf der Burg Neuhausen im Samland geboren. Er war das zweite Kind aus dieser Verbindung. Seine ältere Schwester war die Markgräfin Elisabeth (* 20. Mai 1551; † 19. Februar 1596). Zudem hatte er eine Halbschwester Anna Sophie aus der ersten Ehe seines Vaters mit Dorothea von Dänemark, die fünf weitere Kinder geboren hatte, die aller bereits vor seiner Geburt verstorben waren.[1]

Albrecht Friedrich erhielt, als einzig verbliebener männlicher Nachfahre des Herzogs ab dem 7. Lebensjahr eine sorgfältige Erziehung und gründliche geistige Ausbildung. Er entwickelte sich gut, sowohl was den Charakter, als auch die Fortschritte im Unterricht betraf. Am 20. März 1568 verlor er jedoch beide Eltern, die an der Pest starben und wurde Nachfolger seines Vaters als Herzog in Preußen. Da er zu diesem Zeitpunkt erst 14 Jahre alt war, sollten, so sah es das väterliche Testament vor, die vier Regiments- oder Oberräte bis zu seinem 18. Lebensjahr die Vormundschaft führen. Im Bund mit der Geistlichkeit, allen voran Heshusius, Bischof von Samland, tyrannisierten diese den jungen, verwaisten, jeder Stütze beraubten Fürsten so sehr, dass er bald nach seinem 1571 erfolgten Regierungsantritt in Depressionen verfiel. Er hatte weder treue Freunde, noch Berater oder Verwandte um sich, denen er vertrauen konnte, und zudem hielt sich das Gerücht, dass seine Mutter am Tag des Todes seines Vaters einem Giftanschlag zum Opfer gefallen war und auch er selbst Ziel dieses Anschlags war. Die führte schon bald zu einer fortschreitenden geistigen Verwirrtheit des Herzogs, der sich mehr und mehr in sich selbst zurückzog. Schon bald nachdem er erfolgreich bei Wilhelm dem Reichen und Maria von Habsburg um die Hand ihrer Tochter angehalten hatte, verschlechterte sich sein Gemütszustand. Wiederholt äußerte er den Verdacht, dass man ihm nach dem Leben trachte, eine Vorstellung, die ihn von da an nicht mehr losließ. Teilweise weigerte er sich Speise und Trank zu sich zu nehmen, weil er fürchtete sie enthielten Gift. Die Geistlichen, denen er nicht traute, verweigerten auswärtigen Ärzten, die ihm empfohlen worden waren, zu ihm zu gelangen. Aufgrund seiner Krankheitsschübe wurde er als regierungsunfähig erklärt. Am 22. September 1577 wurde Markgraf Georg Friedrich von Brandenburg-Kulmbach und Brandenburg-Ansbach vom polnischen König Stephan Báthory, dem damaligen Lehnsherrn über Preußen, zum Administrator des Herzogtums bestellt und 1578 mit dem Herzogtum belehnt.[2]

Ihm folgten als Regenten 1603 Kurfürst Joachim Friedrich und 1608 dessen Sohn Johann Sigismund, Albrechts Schwiegersohn aus dessen Ehe mit seiner ältesten Tochter Anna.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 14. Oktober 1573 heiratete der Herzog Marie Eleonore von Jülich-Kleve-Berg (1550–1608). Aus dieser Ehe entstammten sieben Kinder:

Albrecht Friedrich starb in völliger geistiger Verwirrtheit 1618 in Fischhausen, ohne einen männlichen Erben zu hinterlassen. Damit fiel sein Herzogtum an die brandenburgische Linie der Hohenzollern.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Albrecht Friedrich (Preußen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Albrecht Friedrich Herzog in Preussen. In: Genealogie des Gesamthauses Hohenzollern. Moeser, Berlin 1905, S. 116–117 (Textarchiv – Internet Archive).
  2. Karl LohmeyerAlbrecht Friedrich. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 1, Duncker & Humblot, Leipzig 1875, S. 310–314.
VorgängerAmtNachfolger
Albrecht I.Herzog in Preußen
1568–1577
Georg Friedrich I. (als Administrator)