Albrecht Haupt (Architekt)

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Albrecht Haupt (* 18. März 1852 in Büdingen; † 27. Oktober 1932 in Hannover; vollständiger Name: Karl Albrecht Haupt) war ein deutscher Architekt und Hochschullehrer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeichnung des Mercur-Gebäudes in Hannover,
veröffentlicht 1891 in De Opmerker

Haupt wurde als Sohn des Büdinger Gymnasialdirektors Dr. Georg Haupt und seiner Frau Mathilde, geb. Schmidt, geboren[1]. Er besuchte vom 16. April 1861 bis zu seinem Abitur am 11. September 1869 das Wolfgang-Ernst-Gymnasium in Büdingen.[2] Im Anschluss studierte er in Gießen, Karlsruhe und Hannover. 1869 wurde er Mitglied der Gießener Burschenschaft Germania.[3] 1875 war er zunächst als freier Architekt tätig und arbeitete anschließend von 1876 bis 1878 beim großherzoglich badischen Schlossbauamt in Karlsruhe und Büdingen. 1878 erfolgte der Umzug nach Hannover. Nach einer zweijährigen Tätigkeit bei Edwin Oppler macht er sich selbstständig und wurde Privatdozent an der Technischen Hochschule Hannover. 1893 ist er zum Doktor der Philosophie promoviert worden, 1894 wurde er Honorarprofessor. 1923 wurde er schließlich ordentlicher Professor und lehrte bis zu seiner Emeritierung 1926 deutsche, spanische und portugiesische Baukunst sowie deutsche Renaissance und Baukunst der Germanen. Er legte um 1907 eine Rekonstruktionszeichnung[4] für das Mausoleum Theoderichs des Großen in Ravenna vor und vertrat die Ansicht, dass die früher im Obergeschoss des Grabmals vorhanden gewesenen Brüstungsgitter die Bronzegitter gewesen sein könnten, die Karl der Große nebst anderen historischen Bauteilen aus Ravenna beschafft hatte und die er in die Aachener Pfalzkapelle einbauen ließ.

Neben einer umfangreichen Publikationsreihe über die Architektur des 16. bis 18. Jahrhunderts machte sich Haupt durch den Entwurf und den Umbau zahlreicher Gebäude einen Namen. Zu seinen Werken zählen unter anderem die Restaurierung des Leibnizhauses in Hannover, der Bau des Schlosses Wiligrad und die Anlage des Urnenhains auf dem Stadtfriedhof Engesohde. 1903/04 leitete er die Renovierung der Stiftkirche in Fischbeck.

Darüber hinaus war Haupt Mitbegründer des Hannoverschen Kunstgewerbemuseums und des Bundes Deutscher Architekten, dessen Vorsitz er von 1903 bis 1908 hatte.

Weitere Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1891–1895: Wiederaufbau Schloss Basedow, Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
  • 1900: Bau der Gruftkapelle/des Mausoleums der ehem. Domäne Lohne, Gut Lohne, Isernhagen, Niedersachsen

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Albrecht Haupt (architect) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kirchenbuch Büdingen
  2. Volkmar Stein: Die Schüler des Büdinger Gymnasiums zwischen 1790 und 1946, Büdingen 1994
  3. a b Ernst Elsheimer (Hrsg.): Verzeichnis der Alten Burschenschafter nach dem Stande vom Wintersemester 1927/28. Frankfurt am Main 1928, S. 183.
  4. Vgl. Wilhelm Jänecke: Die drei Streitfragen am Grabmal Theoderichs. In: Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse. Jahrgang 1927/28, 3. Abhandlung. Winters Universitätsbuchhandlung, Heidelberg 1928, S. 6 ff.