Albrecht Stammler (Neurologe)

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Albrecht Stammler (* 19. Januar 1918 in Hamburg; † 16. März 2009 in Frechen) war ein deutscher Neurologe und Psychiater, ordentlicher Professor an der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stammler besuchte als Sohn eines Chirurgen in Hamburg das Gymnasium und studierte von 1939 bis 1944 Medizin in Würzburg, München und Greifswald. Während des Zweiten Weltkriegs musste er sein Studium und seine ärztliche Ausbildung für den Arbeits- und Wehrdienst unterbrechen. Nach Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft konnte er seine medizinische Laufbahn fortsetzen und promovierte mit einer Arbeit mit dem Thema "Ein Fall von einer zirkumskripten Hypochondrie". Er trat ab 1948 in der Weiterbildung zum Nervenarzt (Neurologe) unter Werner Scheid in Hamburg-Heidberg ein. Von 1950 bis 1951 erhielt er eine Ausbildung in Neuropathologie am Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Gießen bei Julius Hallervorden.

Im Jahre 1951 kam Stammler zusammen mit Werner Scheid nach Köln, wohin Scheid dem Ruf auf den Lehrstuhl für Nervenheilkunde gefolgt war. Sie fanden ein ausgebranntes und weitgehend zerstörtes Gebäude vor. In den Jahren des Aufbaus widmeten sich beide gemeinsam dem Wiederaufbau der Klinik und der Neueinrichtung. Die Habilitation für das Fach Neurologie und Psychiatrie erfolgte 1956, im folgenden Jahr wurde er zum Oberarzt der Nervenklinik ernannt.

Im Jahre 1968 wurde ein zweiter Lehrstuhl für Nervenheilkunde eingerichtet, auf den Albrecht Stammler berufen wurde. Von dieser Zeit an wurde die Kölner Universitäts-Nervenklinik im Kollegialstil von beiden Direktoren geführt. Da die Klinik bis 1985 sowohl die Neurologie als auch die Psychiatrie vertrat, war Stammler stets beiden Fächern verbunden. Ab 1970 wurde ein Laborhaus für die neuropsychiatrische Forschungsabteilung erbaut, an dem Stammler wesentlichen Anteil hatte.

Nach der Emeritierung von Werner Scheid im Jahre 1979 wurde Uwe Henrik Peters, profilierter Psychiater, auf den Lehrstuhl für Nervenheilkunde berufen, und die Klinik begann, sich in einen neurologischen und einen psychiatrischen Bereich zu differenzieren. Die Kölner Nervenklinik war bis dahin die letzte gemeinsame neurologisch-psychiatrische Universitätsklinik Deutschlands.

Im Jahre 1983 wurde Albrecht Stammler emeritiert.

Albrecht Stammlers wissenschaftliches Werk war in erster Linie mit der Neuropathologie verknüpft. Neben der klassischen Hirnpathologie hat er sich auch mit der Muskel- und Nervenpathologie befasst. Sein wissenschaftliches Werk umfasst mehr als 150 Beiträge, die sich unter anderem mit Themen der Neuropathologie, Infektionskrankheiten des Nervensystems, Systemdegenerationen sowie mit körperlich begründbaren Psychosen beschäftigten. Er war Mitverfasser des Lehrbuchs der Neurologie von Werner Scheid, welches über viele Jahre zu den Standardwerken der deutschsprachigen Neurologie zählte.

Von 1971 bis 1972 war Stammler Dekan der medizinischen Fakultät der Universität zu Köln. In seiner Freizeit beschäftigte er sich mit klassischer Musik, er spielte selbst Querflöte.

Quelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • "Forum neurologicum" der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, Juni 2009