Albrecht von Lucke

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Albrecht von Lucke (2010)

Albrecht von Lucke (* 1967 in Ingelheim am Rhein) ist ein deutscher politischer Publizist, Jurist und Politologe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seiner Kindheit und Jugend in Ingelheim am Rhein studierte von Lucke Rechtswissenschaft und Politologie in Würzburg und Berlin. Seit 1989 lebt und arbeitet er in Berlin und ist seit 1999 als freier Publizist tätig.

Im Jahr 2003 wurde er Redakteur der politischen Monatszeitschrift Blätter für deutsche und internationale Politik. Das Büro der Zeitschrift wurde im darauffolgenden Jahr von Bonn nach Berlin verlegt.[1]

Neben seiner Tätigkeit für die Blätter schreibt von Lucke auch für andere Zeitungen (unter anderem für den Freitag, für die tageszeitung und den Vorwärts). Er arbeitet aber auch für den Rundfunk, für den er politische Kommentare beisteuert oder an Diskussionen teilnimmt (u. a. ARD-Presseclub, Bayern 2, WDR 5 Politikum, NDR Kultur und SWR2 Forum).

Von Luckes Standpunkt ist einem linken politischen Spektrum zuzurechnen. In seinen Beiträgen zur deutschen Innenpolitik analysiert er die Tendenzen in den aktuellen politischen Ereignissen und ordnet das politische Tagesgeschehen in die größeren zeitgeschichtlichen Zusammenhänge und Entwicklungen ein.

Dieses Interesse ist auch in seinen Buchveröffentlichungen zutage getreten, die sich mit der heutigen Bedeutung der westdeutschen 68er-Bewegung und mit der Entwicklung von der Bonner zur Berliner Republik beschäftigen.[2] Albrecht von Lucke beschreibt die Bundesrepublik Deutschland als eine „Nischengesellschaft“, in der sich die gesellschaftliche Öffentlichkeit immer weiter zurückbilde und die Konfliktbereitschaft abnehme. Die kurzfristige Neubewertung der Rolle des Staates in der weltweiten Wirtschaftskrise ab 2007 gelte nur dem Systemerhalt im ökonomisch-egoistischen Selbstinteresse der Bürger und verdecke die Notwendigkeit grundsätzlicher Änderungen. Die Zukunft der Demokratie drohe durch die Wiederkehr von Freund-Feind-Gegensätzen, verstärkt vom absehbaren Wegfall der materiellen Basis, zu schwinden.[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Erfindung der Generation aus den Trümmern des Politischen – die „68er-Generation“: zur Genealogie eines Kampfbegriffs; 1998 (Diplomarbeit).
  • Albrecht von Lucke: 68 oder neues Biedermeier: Der Kampf um die Deutungsmacht. Wagenbach, Berlin 2008, ISBN 978-3-8031-2582-8.
  • Albrecht von Lucke: Die gefährdete Republik: Von Bonn nach Berlin. 1949 – 1989 – 2009. Wagenbach, Berlin 2009, ISBN 978-3-8031-2605-4.
  • Albrecht von Lucke: Die schwarze Republik und das Versagen der deutschen Linken. Droemer, München 2015, ISBN 978-3-426-27667-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Albrecht von Lucke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Redaktion der Blätter gehören heute außerdem Daniel Leisegang, Annett Mängel und Anne Britt Arps an: Blätter: Redaktion. Abgerufen am 2. November 2012.
  2. Vgl. dazu auch den Radio-Essay: Albrecht von Lucke: Die Konsequenz der fehlenden politischen Jugend. In: Essay und Diskurs. Scheidelinien der Politik (4/4): Das Ende der politischen Generationen? Deutschlandfunk, 22. September 2013, abgerufen am 26. September 2013 (bei der Bundestagswahl 2013 sind die letzten Politiker der 68er-Generation aus dem Parlament ausgeschieden).
  3. Albrecht von Lucke: Die gefährdete Republik: Von Bonn nach Berlin. 1949 - 1989 - 2009. Wagenbach, Berlin 2009, ISBN 978-3-8031-2605-4, S. 69–83.