Albrecht zu Castell-Castell

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Albrecht zu Castell-Castell, 2011

Albrecht Fürst zu Castell-Castell (* 13. August 1925 in Castell als Albrecht Graf zu Castell-Castell; † 9. Mai 2016 in Kitzingen) war ein deutscher Unternehmer und Privatbankier.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Albrecht zu Castell-Castell war ein Mitglied der Linie Castell-Castell (protestantische Linie) des fränkischen Adelsgeschlechtes Castell. Er war ein Enkel von Friedrich Carl zu Castell-Castell (1864–1923) und zweites von sechs Kindern des Carl zu Castell-Castell (1897–1945) und seiner Frau Anna-Agnes geb. Prinzessin zu Solms-Hohensolms-Lich (1899–1987).

Nach dem Tod seines älteren Bruders Philipp (1924–1944) und seines Vaters im Zweiten Weltkrieg wurde er Chef des Hauses Castell-Castell und übernahm die Leitung der Familienbetriebe, das größte private Weingut in Franken mit Land- und Forstbetrieb (Fürstlich Castell’sches Domänenamt) sowie die Fürstlich Castell’sche Bank, die älteste Privatbank Bayerns. Er war Mitinhaber der Bank und zuletzt deren Ehrenvorsitzender. 1996 zog er sich aus dem Geschäftsleben zurück und übergab die Geschäfte an seinen Sohn Ferdinand.

Von 1966 bis 1990 gehörte er für die CSU dem Kreistag des Landkreis Kitzingen an. Er engagierte sich ehrenamtlich in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und war Mitglied von deren Landessynode, er leitete als Lektor und Prädikant zahlreiche Gottesdienste. Von 1960 bis 1987 war er Vorsitzender des Universitätsbundes Würzburg.

Er war Mitbegründer der 1994 ins Leben gerufenen überkonfessionellen Aktion „Versöhnungswege“, deren Anliegen es war, im 50. Jahr nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges jene Orte aufzusuchen, an denen Deutsche Gräueltaten verübt haben und dort stellvertretend um Vergebung zu bitten. Im Jahr 2015 gehörte er zu den Verantwortlichen für die Initiative Marsch des Lebens. Er setzte sich zudem für ein zweites Apostelkonzil ein, das die Einheit von Christen mit und ohne jüdische Wurzeln fördern soll.[1]

Im Mai 1951 heiratete er Marie Luise Prinzessin zu Waldeck und Pyrmont (* 1930); aus der Ehe gingen acht Kinder hervor, von denen zwei vor ihm starben. Sein Nachfolger in Castell wurde sein jüngster Sohn Ferdinand (* 1965).

Albrecht zu Castell-Castell verstarb am 9. Mai 2016 im Alter von 90 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit in Kitzingen und wurde am 13. Mai auf dem Familienfriedhof in Castell beigesetzt.[2]

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Oliver Kohler: Fragmente der Hoffnung: Bilder einer Reise (Illustration: Andreas Felger). Präsenz-Verlag, Hünfelden-Gnadenthal 1993, ISBN 978-3-87630-466-3.
  • Standpunkte: Gedanken – Reden – Beiträge (Zum 70. Geburtstag; zusammengestellt von Hans Seidel). Degener & Co., Neustadt a.d. Aisch 1995, ISBN 978-3-7686-5104-2.
  • Meine Welt der Zahl: 225 Jahre Castell-Bank. Degener & Co., Neustadt a.d. Aisch 2000, ISBN 978-3-7686-9268-7.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jesko Graf zu Dohna: Die "jüdischen Konten" der Fürstlich Castell'schen Creditcassen und des Bankhauses Karl Meyer KG (Veröffentlichungen der Gesellschaft für fränkische Geschichte, Neujahrsblätter 45). Castell 2005. (S.D. Albrecht Fürst zu Castell-Castell zu seinem 80. Geburtstag gewidmet)
  • Marie-Sophie Lobkowicz: Auf geführtem Weg: Glaubensschritte des Fürstenpaares Castell. Präsenz-Verlag, Hünfelden-Gnadenthal 2008, ISBN 978-3-87630-076-4.
  • Marie-Sophie Maasburg: Gerne unbequem: das Glaubenszeugnis des Fürstenpaares Castell. Verlag der Francke-Buchhandlung, Marburg an der Lahn 2016, ISBN 978-3-86827-564-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Engagierter Christ: Fürst zu Castell-Castell 90-jährig gestorben, Idea, Meldung vom 9. Mai 2016.
  2. Casteller Nachrichten Nr. 46/2016, S. 1–7. (PDF)
  3. Trauer um Ehrensenator Castell-Castell (Memento vom 11. Mai 2016 im Internet Archive)