Albringhausen (Attendorn)

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Albringhausen
Stadt Attendorn
Koordinaten: 51° 6′ 29″ N, 7° 49′ 54″ O
Einwohner: 92 (30. Jun. 2018)
Postleitzahl: 57439
Vorwahl: 02722
Albringhausen (Nordrhein-Westfalen)
Albringhausen

Lage von Albringhausen in Nordrhein-Westfalen

Ländliches Idyll in Albringhausen
Ländliches Idyll in Albringhausen
Fachwerkhaus Zollweg in Albringhausen

Albringhausen ist ein Ortsteil der Stadt Attendorn im Kreis Olpe (Nordrhein-Westfalen) und hat 92 Einwohner[1] und 44 Häuser.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Albringhausen liegt südwestlich des Kernortes Attendorn, an der Grenze zum Märkischen Kreis zwischen Ebbegebirge und Biggesee. Durch den Ort fließt die Ihne und der Ränkebach. Südlich vorbei führt die Landesstraße L 539 von Meinerzhagen nach Attendorn.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Albringhausen wurde erstmals urkundlich am 25. April 1411 erwähnt, als Wilhelm Graf zu Limburg und Herr von Broich seine Lehnware an dem Zehnten aus den Gütern Boikenboile, Werschede, Alverinchusen und Waymbeke an einen Kölner Bürger verkauft.[2]

Der Ort gehörte im Gogericht und Kirchspiel Attendorn zur Bauerschaft Albringhausen, der auch umliegende Orte wie Beukenbeul, Weschede, Wamge u. a. angehörten. Im Schatzungsregister von 1543 wird in der Burschafft Ailberinghausen mit 26 Steuerpflichtigen ein Henrich zu Alueringhausen mit einer Abgabe von einem Goldgulden genannt.[3]

In Albringhausen gab es im 17. Jahrhundert vier Güter. Das Franzes Tönneses Gut war der oberste Hof (Pächter 1648 Anton Fernholt). 1829 galt der Hof als Gut 1. Klasse, Eigentümer war Franz Gertmann, Pächter die Familie Fernholt.

Auch das unterhalb vom Franzes Gut gelegene Hillen Gut, ein Kötterhof (Besitzer 1607 Johann Meyworm), gehörte im 19. Jahrhundert Franz Gertmann. Pächter um 1820 die Familie Langenohl.

Der größte Hof war das Kremers Gut (Besitzer 1644 Degenhard Kremer), welches im Laufe des 18. Jahrhunderts vom Kloster Ewig erworben wurde. Pächter war die Familie Kranz, Besitzer später die Familie Schnütgen und durch Erbgang danach Familie Langenohl, die auch das vor Listerscheid liegende Gut Nierhof besaß. Als 1918 Gottfried Langenohl Konkurs anmelden musste, kaufte beide Güter der Lederfabrikant Richard Lütticke aus Olpe. Im Jahre 1925 verkaufte Lütticke wiederum die beiden Güter an die Eisenbahnbetriebskrankenkasse in Köln, die Gut Nierhof durch einen Neubau erweiterte und ein Genesungsheim einrichtete. Später auch als Lazarett, Fremdarbeiterunterkunft, Krankenhaus und ab 1953 als Schulungsheim der Eisenbahndirektion genutzt. Seit den 1970er Jahren standen die Gebäude leer und wurden dann 1995 abgerissen.

Das vierte Gut, ein Kötterhof, das unterste Gut genannt (Besitzerin 1590 Witwe Kremer), wurde auch Claes-Johanns, nach dem Besitzer Johann Klaes, oder Johann-Peters-Gütchen, nach dem Besitzer Johann Peter Brocke, genannt. 1698 wurde der Hof an das Kloster Ewig verkauft. Pächter/Besitzer waren die Familien Kranz und Springob. Der Hof wurde später aufgeteilt und das Gutshaus brannte ca. 1867 ab.[4][5][6]

Im 17./18. Jahrhundert gab es an der Ihne bei Albringhausen ein Hammerwerk (Eisenhammer).[7]

Die Heidenstraße, ein jahrhundertealter Heer- und Handelsweg von Leipzig nach Köln, im Mittelalter auch Pilgerweg, führte durch Albringhausen. Das 1599 erstmals erwähnte Gut Nierhof war an dieser Straße auch Herberge und Umspannstation der Fuhrleute. 1794 nach alter Überlieferung für eine Nacht Zufluchtstätte der Reliquien der hl. drei Könige, als sie vor Napoleon aus dem Dom zu Köln in Sicherheit gebracht werden mussten.[8]

Das Adressbuch von 1929 führt in Albringhausen die Namen „Bröcher, Fernholz, Langenohl, Martini, Morawiak, Nies, Schnüttgen, Springob, Strauß und Teipel“.[9]

Ab 1819 gehörte Albringhausen im Amt Attendorn zur Gemeinde Attendorn-Land, bis die Gemeinde 1969 in die Stadt Attendorn eingegliedert wurde.

Ein Attendorner Baudenkmal ist das Fachwerkhaus „Zollweg“, Alter Weg 8.

Religion, Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Albringhausen gehört zur Pfarrgemeinde St. Josef im nahe gelegenen Listerscheid. Das Vereinsleben findet für beide Orte im Vereinshaus bzw. der Schützenhalle und auf dem Fussballplatz an der Wesetalstraße in Weschede statt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einwohnerstatistik der Stadt Attendorn (Stand: 30.06.2018), abgerufen am 4. August 2018.
  2. Norbert Scheele (Hrsg.): Regesten des ehemaligen Klosters Ewig, Olpe 1963, Urk 26 Seite 7
  3. Schatzungsregister von 1543, Seite 68 [1]
  4. Julius Pickert: Die Bauernhöfe des Attendorner Kirchspiels im 17. Jh., in: Heimatblätter des Kreises Olpe, 4. Jhg. 1926/27, Seite 19/20
  5. Otto Höffer in: Attendorn – gestern und heute, Verein für Orts- und Heimatkunde Attendorn e.V., Nr. 10 (1986), Seite 19–22, Nr. 17 (1993), Seite 20–29
  6. Listerscheider Schützenverein e.V. - Geschichte Albringhausen
  7. Franz Sondermann: Geschichte der Eisenindustrie im Kreise Olpe, Münster 1907, Seite 72
  8. Norbert Scheele: Der Nierhof im Ihnetal, in: Sauerländisches Volksblatt Olpe, 1950
  9. Amtliches Adressbuch des Kreises Olpe, Ausgabe 1928/29, Abschnitt Gemeinde Attendorn-Land, Seite 75