Aldringen

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Aldringen
Aldringen (Lüttich)
Aldringen
Aldringen
Staat: Belgien
Region: Wallonien
Provinz: Lüttich
Bezirk: Verviers
Koordinaten: 50° 13′ N, 6° 1′ OKoordinaten: 50° 13′ N, 6° 1′ O
Einwohner: 330 Einw.
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Aldringen
Aldringen, Kirche

Aldringen ist ein Dorf in der belgischen Eifel mit 330 Einwohnern,[1] das zur Gemeinde Burg-Reuland in der Provinz Lüttich gehört. Aldringen liegt im deutschsprachigen Teil des Königreichs Belgien und gehört zur Deutschsprachigen Gemeinschaft.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aldringen grenzt an Beho, Deifelt, Espeler, Thommen und Maldingen. Aldringen besteht neben dem Ortskern größtenteils aus Weideland. Es gibt auch Ackerland und einige kleinere bewaldete Gebiete. Offiziell gibt es in Aldringen keine Straßennamen. Straßen, Ortsteile, Wälder, etc. tragen jedoch Namen, wie „'d Jaass“, „'d Stross“ „op't Buresch“, „on 't Steekoul“, „de Moljerweich“ …

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Säulenstumpf unter dem Taufbecken in der Pfarrkirche Aldringen

Ein römischer Säulenstumpf aus dem 2. Jahrhundert unter dem Taufbecken in der Pfarrkirche Aldringens deutet darauf hin, dass das Gebiet schon seit sehr langer Zeit besiedelt ist. Aldringen wurde urkundlich als Pfarre erstmals 1131 unter dem Namen Aljer erwähnt. Früher gab es in Aldringen eine Burg an der Stelle, die heute Burgstadt heißt. Von dieser Burg ist heute nichts mehr zu sehen. Abkömmlinge der Familie Aldringen leben noch heute in Luxemburg und Wien als anerkannte Adelsgeschlechter. Auch Johann Graf von Aldringen stammte wohl aus dieser Familie.[2]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung Aldringens stammt größtenteils aus der Eifel. In Aldringen spricht man überwiegend "aljer Platt", einen Dialekt der moselfränkischen Dialektgruppe.

Folklore und Bräuche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burgfeuer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burgfeuer Aldringen

Das Burgfeuer ist auf das uralte heidnisch-germanische Fest der Frühjahrstagundnachtgleiche zurückzuführen. Dieses Fest soll die Hoffnung auf den baldigen Sieg des Lichtes und der Wärme über die winterliche Finsternis und Kälte ausdrücken. Für das Burgfeuer werden Reisig und Stroh gesammelt und am Sonntag nach Karneval um den Burgbaum, einen Baumstamm, an dem eine Strohpuppe hängt, verbrannt. Nachdem er umgefallen ist, wird der Burgbaum versteigert.

Pfannkuchenessen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Samstag vor Karneval feiern die Schulkinder "Fetten Donnerstag". Dann versammeln sie sich, um Hefepfannkuchen und Mutzen zu essen.

Den Krug schlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Zeltkirmes werden die Mädchen des Dorfes durch die Junggesellen "eingesammelt". Anschließend wird ein Tonkrug auf ein Fass gestellt und die bereitwilligen Junggesellen versuchen, diesen Krug mit verbundenen Augen zu zerschlagen. Krugkönig wird, wem das gelingt. Die Krugkönigin wird durch einen Sprungwettbewerb über das Fass ermittelt.

Das Klappern zur Osterzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Raspel aus der belgischen Eifel (Aldringen)

In der Karwoche, in der die Glocken verstummen, müssen die Dorfkinder durch Klappern mit ihren Klappern und Raspeln aushelfen.

Die Maiennacht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Nacht zum 1. Mai ziehen die Junggesellen des Dorfes aus, um den Mädchen ein Lied zu singen.

Läuse verbrennen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den frühen Morgenstunden nach der Hochzeitsnacht zieht das Brautpaar samt hartgesottenem Freundeskreis vor deren Wohnung, um dort um einen brennenden Strohhaufen herum das Fest abzuschließen. Das Stroh soll dabei die Matratze des Paares versinnbildlichen. Wenn es brennt, wird Salz in das Feuer geworfen, um böse Einflüsse fernzuhalten. Außerdem wohnen die Hochzeitsgäste bei, wenn die Eheleute ihr Haus zum ersten Mal als verheiratetes Paar betreten. Das Hereinkommen wird dabei meist irgendwie erschwert, z. B. indem der Eingang mit Strohballen oder Scheitholz versperrt wird. Das Bett wird oft speziell hergerichtet. Die Laken werden dabei so gedreht, dass man nicht ohne Weiteres ins Bett kriechen kann. In diesem Fall muss das Paar das Bett erst machen, bevor es dieses auch nutzen kann.

Kirmesbaum aufrichten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Zeltkirmes wird der Kirmesbaum, ein mit einem Kranz geschmückter Baumstamm, aufgerichtet. Der Kirmesbaumbrauch ähnelt dem des Maibaumbrauches.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wirtschaft des Ortes wird bestimmt durch Land- und Holzwirtschaft sowie einige wenige mittelständische Betriebe.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Adam Thomas (* 15. August 1799; † 10. Januar 1877), „Den Allijer Hähr“, Pastor in Aldringen. Hinterlassenschaft des Pfarrers Thomas ist ein Kräuterschnaps, „Thommes“ oder „Allijer Hähr“ genannt. Das Originalrezept befindet sich heute im Besitz eines Apothekers aus Sankt Vith.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiken der Bevölkerung. Gemeinde Burg-Reuland, abgerufen am 13. April 2018 (Stand am 31. Dezember 2017).
  2. a b Informationen zur Ortschaft Aldringen