Aleida Assmann

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Aleida Assmann, 2014

Aleida Assmann (* 22. März 1947 in Gadderbaum, heute ein Stadtbezirk Bielefelds) ist eine deutsche Anglistin, Ägyptologin und Literatur- und Kulturwissenschaftlerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aleida Assmann ist Tochter des Neutestamentlers Günther Bornkamm und seiner Frau Elisabeth, geb. Zinn (1908–1995).[1] Sie studierte von 1966 bis 1972 Anglistik und Ägyptologie an den Universitäten Heidelberg und Tübingen. 1977 wurde sie im Fach Anglistik in Heidelberg mit einer Arbeit über Die Legitimität der Fiktion promoviert. Die Nebenfachprüfung in Ägyptologie legte sie in Tübingen ab, da ihr Mann Jan Assmann inzwischen auf den Lehrstuhl für Ägyptologie in Heidelberg berufen worden war.

1992 habilitierte sie sich an der Neuphilologischen Fakultät der Universität Heidelberg, 1993 folgte sie einem Ruf auf den Lehrstuhl für Anglistik und Allgemeine Literaturwissenschaft an der Universität Konstanz. 2001 nahm sie eine Max-Kade-Gastprofessur an der Princeton University in New Jersey wahr. Weitere Gastprofessuren führten sie an die Rice University in Houston (2000), die Yale University in New Haven (2002, 2003, 2005) und die Universität Chicago (2007). Im Sommersemester 2005 hatte sie die „Peter-Ustinov-Gastprofessur“ an der Universität Wien inne.

Assmann veröffentlichte zahlreiche Arbeiten zur englischen Literatur und zur Archäologie der literarischen Kommunikation. Seit den 1990er Jahren ist ihr Forschungsschwerpunkt die Kulturanthropologie, insbesondere die Themen kulturelles Gedächtnis, Erinnerung und Vergessen.

Aleida Assmann ist mit dem Ägyptologen Jan Assmann verheiratet, mit dem sie fünf Kinder hat und auch zusammen forscht und publiziert.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Legitimität der Fiktion. Ein Beitrag zur Geschichte der literarischen Kommunikation. (Theorie und Geschichte der Literatur und der schönen Künste. Band 55). Fink, München 1980.
  • Arbeit am nationalen Gedächtnis. Eine kurze Geschichte der deutschen Bildungsidee. Campus-Verlag, Frankfurt a. M. [u.a.] 1993.
  • Zeit und Tradition. Kulturelle Strategien der Dauer. (= Beiträge zur Geschichtskultur. Band 15.) Böhlau, Köln/Weimar/Wien 1999.
  • mit Ute Frevert: Geschichtsvergessenheit – Geschichtsversessenheit. Vom Umgang mit deutschen Vergangenheiten nach 1945. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1999.
  • Erinnerungsräume. Formen und Wandlungen des kulturellen Gedächtnisses. Beck, München 1999, ISBN 3-406-50961-4.[6]
  • Das kulturelle Gedächtnis an der Millenniumsschwelle. Krise und Zukunft der Bildung. UVK, Konstanz 2004.
  • Die Unverzichtbarkeit der Kulturwissenschaften mit einem nachfolgenden Briefwechsel. (= Hildesheimer Universitätsreden. Neue Folge Heft 2.) Universitätsverlag, Hildesheim 2004.
  • Generationsidentitäten und Vorurteilsstrukturen in der neuen deutschen Erinnerungsliteratur (= Wiener Vorlesungen im Rathaus. Band 117, Hubert Christian Ehalt [Hrsg.]). Picus Verlag, Wien 2006.
  • Einführung in die Kulturwissenschaft. Grundbegriffe, Themen, Fragestellungen. Erich Schmidt, Berlin 2006.
  • Der lange Schatten der Vergangenheit. Erinnerungskultur und Geschichtspolitik.Beck, München 2006.[7]
  • Geschichte im Gedächtnis. Von der individuellen Erfahrung zur öffentlichen Inszenierung. Beck, München 2007, ISBN 978-3-406-56202-0.
  • als Herausgeberin: Vollkommenheit (= Archäologie der literarischen Kommunikation. Band 10). Fink, München 2010.
  • Die Zukunft der Erinnerung und der Holocaust. (mit Geoffrey Hartman) Konstanz University Press, Konstanz 2012.
  • Ist die Zeit aus den Fugen? Aufstieg und Fall des Zeitregimes der Moderne. Hanser, München 2013, ISBN 978-3-446-24342-2.
  • Das neue Unbehagen an der Erinnerungskultur. Eine Intervention (= Beck’sche Reihe: bsr Band 6098). Beck, München 2013, ISBN 978-3-406-65210-3.
  • Formen des Vergessens (= Historische Geisteswissenschaften. Frankfurter Vorträge. Band 9). Wallstein, Göttingen 2016, ISBN 978-3-8353-1856-4.

Ein ungefärbt Gemüte

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.e-cademic.de/data/ebooks/extracts/9783788723651.pdf
  2. Paul Watzlawick-Ehrenring. Abgerufen am 22. April 2015.
  3. Stadt Wien Vortrag: Auf dem Weg zu einer europäischen Erinnerungskultur, Wiener Vorlesungen 30. März 2009
  4. Balzan Preis 2017
  5. Mitgliedseintrag von Prof. Dr. Aleida Assmann (mit Bild und CV) bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 22. Mai 2016.
  6. (Rezension: Ijoma Mangold in: Berliner Zeitung. 20. März 1999)
  7. Rezension: Martin C. Wald in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft. Band 55, 2007, S. 389–391.
  8. Booklet (PDF-Datei) auf der Website der J. S. Bach-Stiftung, abgerufen am 17. Mai 2017.