Zum Inhalt springen

Alerheim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wappen Deutschlandkarte
Alerheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Alerheim hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 48° 51′ N, 10° 37′ OKoordinaten: 48° 51′ N, 10° 37′ O
Bundesland:Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Donau-RiesVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verwaltungs­gemeinschaft: Ries
Höhe: 425 m ü. NHN
Fläche: 23,37 km²
Einwohner: 1674 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 72 Einwohner je km²
Postleitzahl: 86733
Vorwahl: 09085
Kfz-Kennzeichen: DON, NÖ
Gemeindeschlüssel: 09 7 79 111
Gemeindegliederung: 7 Gemeindeteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Beuthener Str. 6
86720 Nördlingen
Website: alerheim.de
Erster Bürgermeister: Alexander Joas
Lage der Gemeinde Alerheim im Donau-Ries
Karte
Luftaufnahme von Alerheim (2016)
Luftaufnahme von Schloss Alerheim (2016)
Stele zur Erinnerung an Johann Wilhelm Klein

Alerheim (Rieserisch: Alre) ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Donau-Ries und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Ries.

Das Kirchdorf liegt im Nördlinger Ries, neun Kilometer östlich von Nördlingen, und ist Teil der Planungsregion Augsburg. Die Wörnitz durchquert das Gemeindegebiet in Nord-Süd-Richtung.

Gemeindegliederung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde hat sieben Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2][3]

Die Einöde Neumühle zählt zum Gemeindeteil Bühl i.Ries.

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Alerheim, Bühl i.Ries, Rudelstetten und Wörnitzostheim.[4] Die Gemarkung Alerheim hat eine Fläche von 10,228 km². Sie ist in 1347 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7593,26 m² haben.[5] In ihr liegen die Gemeindeteile Alerheim, Schloßruine und Wennenmühle.[6]

Bis zur Gemeindegründung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals im 8. Jahrhundert n. Chr. wurde Alerheim im Zusammenhang mit einer Schenkung an die Reichsabtei Fulda urkundlich als „Villa Alarheim“ erwähnt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Ortschaft 1645 während der Schlacht bei Alerheim stark verwüstet, der Wiederaufbau war erst nach 70 Jahren abgeschlossen. Alerheim war von 1306 bis 1806 im Besitz der Familie Oettingen-Wallerstein und kam als Oberamt des Fürstentums Oettingen-Wallerstein mit der Rheinbundakte 1806 zu Bayern.

Eingemeindungen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 erfolgte im Zuge der Gebietsreform in Bayern die Eingliederung von Wörnitzostheim,[7] am 1. Januar 1978 kamen die Gemeinden Bühl im Ries mit ihren Gemeindeteilen sowie Rudelstetten dazu.[8]

Einwohnerentwicklung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1502 auf 1637 Einwohner bzw. um 9 %.

Jahr Einwohner
19041420[9]
1939711 (nur Ortschaft Alerheim)
19471095 (nur Ortschaft Alerheim)
19611503[8]
19701455[8]
19871501
19911591
19951620
20001675
20051696
20101665
20151619

Die im Jahr 2008 von der Gemeinde ermittelten 1663 Einwohner verteilten sich wie folgt auf die Gemarkungen:

Name der Gemarkung Einwohner
Alerheim962
Bühl im Ries231
Rudelstetten279
Wörnitzostheim191

Berufsmäßiger Erster Bürgermeister ist Alexander Joas (Wählervereinigung Alerheim). Er ist seit dem 26. Januar 2022 im Amt und erreichte bei der Wahl am 16. Januar 2022 einen Stimmenanteil von 52,1 %.[10] Bei der Wahl am 8. März 2026 wurde er ohne Mitbewerber mit 93,0 % der Stimmen für weitere sechs Jahre (bis 30. April 2023) im Amt bestätigt.

Der Vorgänger von Joas, Christoph Schmid (Freie Wahlgemeinschaft Alerheim), war seit Mai 2008 im Amt, wurde 2014 und 2020 wiedergewählt und zog in den 20. Deutschen Bundestag ein. Dessen Vorgänger war Gerhard Ament (Wählervereinigung Alerheim/Rudelstetten).

Die Sitzverteilung ist in der Amtszeit von 2026 bis 2032 (unverändert wie in den Amtszeiten 2014 bis 2020 und 2020 bis 2026):[11]

  • Wählervereinigung Alerheim: 6 Sitze
  • Wählervereinigung Rudelstetten: 2 Sitze
  • Wählergemeinschaft Bühl i. Ries: 2 Sitze
  • Wählervereinigung Wörnitzostheim: 2 Sitze
Blasonierung: „Über goldenem Schildfuß, darin ein hersehender schwarzer Löwe, gespalten von Rot und Blau; vorne ein wachsender silberner Bischofsstab, hinten ein durchgehender silberner Schragen.“[12]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • Der 489,3 m hohe Wennenberg zwischen Alerheim und Rudelstetten
  • Anhauser Weiher, Naturdenkmal, nordwestlich von Anhauserhöfe, im Mittelalter angelegt[13]

Bau- und Bodendenkmäler

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2023 gab es in der Gemeinde 332 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 774 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Auspendler um 442 Personen größer als die der Einpendler. 19 Einwohner waren arbeitslos. 2020 gab es 45 landwirtschaftliche Betriebe, die eine Fläche von 1846 ha bewirtschafteten.

Es bestehen folgende Einrichtungen:

  • Kindertageseinrichtung: Der Alerheimer Kindergarten ist unter der Trägerschaft der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde und hat 103 Plätze. Er wurde am 1. März 2024 von 93 Kindern besucht, darunter 31 Krippenkinder unter drei Jahren.
  • SVE, Schulvorbereitende Einrichtung der Schwabenhilfe e. V.: Im Schulgebäude sind drei Gruppen der Fördereinrichtung der Schwabenhilfe untergebracht, die von Kindern aus dem ganzen Ries besucht werden.
  • In der Johann-Wilhelm-Klein-Grundschule werden die Jahrgangsstufen 1–4 von fünf Lehrern unterrichtet. Im Schuljahr 2024/2025 besuchten 106 Kinder die Schule.[14]
  • Volkshochschule: In Alerheim gibt es eine Außenstelle der VHS Nördlingen.

Gemeindehaushalt

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2017 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 1.557.000 €, davon waren 486.000 € (netto) Gewerbesteuereinnahmen und 721.000 €Gemeindeanteil an der Einkommensteuer. Die Verschuldung betrug 478 € je Einwohner.

Die Staatsstraße 2221 von Oettingen zur Bundesstraße 25 durchquert die Gemeinde und kreuzt am östlichen Rand des Ortes Alerheim die Kreisstraße DON 10.

Persönlichkeiten

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die mit der Gemeinde in Verbindung stehen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • König Heinrich (VII.), 1235 hielt Kaiser Friedrich II. seinen aufrührerischen Sohn in der Burg im Ortsteil Schloßruine in Gewahrsam. Er war auf der „Durchreise“ und kam vom Schlossverließ aus Heidelberg nach Alerheim. Weiter über Friaul verlegte man ihn anschließend nach Apulien und hielt ihn bis zu seinem Tod im Kastell San Fele und anderen Burgen in Süditalien gefangen.
  • Franz von Mercy (1597–1645), Oberbefehlshaber im Dreißigjährigen Krieg, gestorben in Alerheim. Ein Gedenkstein nahe der Stephanuskirche erinnert daran.
Commons: Alerheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. Einwohnerzahlen – Stand: 31. Dezember 2024. (PDF; 4,1 MB) Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke in Bayern – Basis: Zensus 2022. In: statistik.bayern.de. Bayerisches Landesamt für Statistik, Juni 2025, abgerufen am 15. August 2025 (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Alerheim in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 3. September 2019.
  3. Gemeinde Alerheim, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 9. Dezember 2021.
  4. Gemarkungs- und Gemeindeverzeichnis. In: ldbv.bayern.de. Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, 17. April 2025, abgerufen am 7. April 2026.
  5. Gemarkung Alerheim (096748). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 7. April 2026.
  6. Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 7. April 2026.
  7. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 541.
  8. 1 2 3 Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 793 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
  9. Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, München, 1904
  10. Bürgermeister/Oberbürgermeister in kreisangehörigen Gemeinden (Stand: 13. Juli 2022). (xlsx) Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen am 14. Juli 2022.
  11. Wahlergebnis vom 8. März 2026, abgerufen am 7. Mai 2026
  12. Wappen von Alerheim in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  13. Naturdenkmale Donau-Ries – Anhauser Weiher (Memento vom 12. Mai 2016 im Internet Archive)
  14. Johann-Wilhelm-Klein-Grundschule Alerheim in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 7. Mai 2026.