Ales Bjaljazki

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Ales Bjaljazki (weißrussisch Алесь Бяляцкі, englisch Aliaksandr Bialiatski, russisch Алесь Беляцкий; * 25. September 1962 in Wjartsilja, Sowjetunion) ist ein weißrussischer Menschenrechtler.

Bjaljazki in Warschau (2011)

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bjaljazki wurde an der Nationalen Akademie der Wissenschaften Weißrusslands in Literaturwissenschaft promoviert.

1996 gründete er ungeachtet der Gefahr und Diskriminierungen die Menschenrechtsorganisation Wjasna (auch Wesna), die politische Gefangene und ihre Familien unterstützt. Hierfür wurde er mit dem Homo-Homini-Preis 2005[1] und 2007 mit dem Per-Anger-Preis geehrt.

Am 4. August 2011 wurde Bjaljazki festgenommen[2] und dreieinhalb Monate später, am 24. November 2011, wegen Steuerhinterziehung zu viereinhalb Jahren Straflager verurteilt. Die Europäische Union und die USA kritisierten das Verfahren als „politische Inszenierung“.[3][4] Auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte die Freilassung von Bjaljazki.[5] Beobachter schätzten den Gesundheitszustand des in Haft befindlichen Ales Bjaljazki als beunruhigend ein.[6]

Von der slowakischen Ministerpräsidentin Radičová wurde er zu Beginn 2012 für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen.[7]

Am 21. Juni 2014 wurde Bjaljazki überraschend vorzeitig aus der Haft entlassen.[8]

Während der Proteste in Weißrussland 2020 wurde er Mitglied im Koordinierungsrat der einstigen Präsidentschaftskandidatin Swjatlana Zichanouskaja.[9]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ales Bialiatski – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Recipients of the Homo Homini Award (englisch) clovekvtisni.cz. Archiviert vom Original am 1. Mai 2011. Abgerufen am 17. Dezember 2012.
  2. Poland Apologizes For Information Leak On Belarusian Activist, Radio Free Europe/Radio Liberty, 12. August 2011.
  3. Regime steckt Menschenrechtler vier Jahre ins Straflager, derstandard.at, 24. November 2011.
  4. Dissident verurteilt: Warschau lieferte Minsk Bankdaten derstandard.at, 25. November 2011.
  5. Ich wurde von einer Lawine von Briefen überrascht, Amnesty International Deutschland, 7. Februar 2013.
  6. Polen fordert Freilassung von weißrussischem Journalisten, derstandard.at, 25. Juni 2012.
  7. Nobelpreis: Radičová schlägt Bialacki vor. Radio Slovakia International, 8. Februar 2012, abgerufen am 9. Februar 2012.
  8. Menschenrechtler Beljazki wieder in Freiheit. In: Neue Zürcher Zeitung. 21. Juni 2014 (nzz.ch).
  9. Члены Совета
  10. Der Preis der Right Livelihood Stiftung, apostrophiert als Alternativer Nobelpreis, geht 2020 u.a. an Bjaljazki gemeinsam mit Wjasna. Meldung der ARD-Tagesschau und Carsten Schmiester am 1. Oktober 2020.
  11. Carsten Schmiester: „Alternativer Nobelpreis“: Ehrung für vier Menschenrechtler. In: Tagesschau.de. 1. Oktober 2020, abgerufen am 5. Oktober 2020 (Der Preis der Right Livelihood Stiftung, apostrophiert als Alternativer Nobelpreis, geht 2020 u. a. an Ales Bjaljazki).