Alessandro Mendini

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Alessandro Mendini (2008)

Alessandro Mendini (* 16. August 1931 in Mailand) ist ein italienischer Designer und Architekt. Er spielte eine wichtige Rolle in der Entwicklung des Designs in Italien. Er arbeitete, neben seiner künstlerischen Karriere, auch als Verleger der Zeitschriften „Casabella“, „Nodo“ und „Domus“.

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Leben[Bearbeiten]

Alessandro Mendini studiert Architektur am Polytechnikum Mailand und graduierte 1959. In den siebziger Jahren war er eine der wichtigsten Persönlichkeiten der Protestbewegung des „Radical Design“. 1973 war er Gründungsmitglied der Gruppe Global Tools, 1979 wurde er Partner von Ettore Sottsass und Michele De Lucchi im neugegründeten Studio Alchimia. 1982 war er Mitbegründer der ersten postgradualen Design-Schule Domus Academy in Mailand. 1989 gründete Mendini zusammen mit seinem Bruder Francesco das Studio Mendini,

Mendini war Chefredakteur der Architekturzeitschrift Casabella (1970/76) und von Modo (1977/81) sowie Herausgeber des Magazins Domus (1979/85).

Wirken[Bearbeiten]

Mendini war Trendsetter seiner Zeit, und seine Arbeit versuchte Kunst, Architektur und Design miteinander zu verbinden. Zusammen mit anderen italienischen Designern entwickelte er das sogenannte "Banal Design", indem er Alltagsobjekten mit Hilfe von innovativen Farben und Formen ein neues ironisches Erscheinungsbild verschaffte. Mendini nannte diesen Vorgang re-design.

Um 1978 konzentrierte er sich auf das re-design von bekannten und berühmten alten Sitzmöbeln; so entstand in dieser Zeit ein re-design von Marcel Breuers Wassily-Sessel, Kandissi Sofa, Poltrona di Proust und dem klassischen Thonet-Stuhl.

Im Studio Mendini, das er zusammen mit seinem Bruder Francesco betrieb, entstand nach einem Auftrag von Frans Haks das Konzept für das niederländische Groninger Museum (Gemeinschaftsarbeit von Alessandro Mendini mit Philippe Starck, Frank Stella und Michele de Lucchi) sowie der Paradise Tower in Hiroshima. Insbesondere das Groninger Museum wird eine der wunderbarsten modernen Architekturen der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts genannt und wurde auch als eine der ‘1001 Architekturen, die man vor seinem Tod sehen soll’, gewählt. Bei seinen Werken legte Mendini viel Wert auf Teamarbeit und bei deren Realisierung der Projekte arbeitete immer in Kooperation mit anderen Gastarchitekten.

Die Swatch Uhr GZ121 Lots of Dots (1992) war das zweite Club-Special und wurde von Alessandro Mendini kreiert.

Anfang der 1990er Jahre kreierte Mendini einige Modelle für Swatch, darunter das 2. Clubspecial Lots of Dots, welches in eindrücklicher Art seine Interpretation des Stils des Pointillismus widerspiegelt. Zu seinen Kreationen gehört auch der Korkenzieher Parrot.

Der historische Wert von RAMUNs Amuleto-Entwurf aus dem Jahr 2010 liegt darin, dass die ringförmige Lampe die Vorzüge von LEDs maximiert und für eine gleichmäßigere Beleuchtung sorgt, die Funktionsweise der Lampe durch die Verwendung transparenter Materialien betont wird und durch eine gezielte Farbkombination, als Teil der minimalistischen Struktur bestehend aus Kreisen und Linien ohne jegliche Kabel oder Federn, ein humanistisches Gefühl hervorgerufen wird. Dank ihres wunderschönen Designs und ihrer überlegenen Leistung ist die Lampe in der Pinakothek der Moderne, einem der weltweit bekanntesten Museen für zeitgenössische Kunst in München, permanent ausgestellt.

Projekte[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alessandro Mendini – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien