Alessia Bauer

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Alessia Bauer (* 1970 in Ferrara) ist eine europäische Runologin und Skandinavistin. Neben der Runologie forscht sie vor allem zur Handschriftenkultur und Überlieferung altnordischer Texte.

In Venedig studierte sie Germanische Philologie und Neuere Deutsche Literatur bis zu ihrem Magisterabschluss 1995. Anschließend zog sie nach Deutschland. 2001 wurde sie an der Georg-August-Universität Göttingen mit einer Arbeit über die Überlieferung der Runengedichte promoviert. Von 2004 bis 2007 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Georg-August-Universität Göttingen und von Oktober 2007 bis November 2012 als wissenschaftliche Assistentin am Institut für Nordische Philologie der Ludwig-Maximilians-Universität München. 2012 wurde sie im Fach Nordische Philologie mit einer Studie zum Weltbild der Isländer in der handschriftlichen Überlieferung der nachreformatorischen Zeit habilitiert. Ab Dezember 2012 war sie Oberassistentin in München. 2015/2016 vertrat sie die Professur für Mittelalterstudien in Oslo. Seit 2019 ist sie als Directrice d’études für skandinavische Studien an der École pratique des hautes études in Paris tätig.

Ihre Forschungsbereiche sind die Runologie sowie die Literatur- und Kulturgeschichte der nordischen Länder. Ein wichtiger Schwerpunkt ihrer Forschung ist die Schriftlichkeit, insbesondere die Entwicklung des Schreibens und die Rolle des Geschriebenen in der altnordischen Kultur (siehe auch altnordische Literatur).

Seit 2010 ist Alessia Bauer Mitglied des Forschungsprojekts „Runische Schriftlichkeit in den germanischen Sprachen“ (RuneS) der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. 2016 war sie Gründungsmitglied der deutschen Konrad-Maurer-Gesellschaft.[1]

Sie reist viel und beherrscht mehrere europäische Sprachen fließend.

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Runengedichte. Texte, Untersuchungen und Kommentare zur gesamten Überlieferung (= Studia Medievalia Septentrionalia. Band 9). Fassbaender, Wien 2003, ISBN 978-3-900538-77-4 (269 S.).
  • Die späten Runica Manuscripta aus Island. Was versteht man unter málrúnir? In: Futhark: International Journal of Runic Studies. Oslo / Uppsala 2010, S. 197–223 (PDF im DiVA-Portal [abgerufen am 24. Oktober 2020]).
  • Führungs- und Bildungselite in der norwegischen Gesellschaft des Mittelalters. In: Wilhelm Heizmann und Joachim Schiedermair (Hrsg.): Hoch, Ebenhoch, der Dritte. Elite als Thema skandinavischer Literatur- und Kulturwissenschaft (= Münchner Nordistische Studien. Band 8). München 2012, S. 69–93.
  • Reflexionen über die eigene Sprache: irische und norröne Tradition im Vergleich. In: Rudolf Simek und Asya Ivanova (Hrsg.): Between the Islands – and the Continent. Papers on Hiberno-Scandinavian-Continental Relations in the Early Middle Ages (Akten der Tagung Between the Isles 2, Bonn 8.–10.10.2010) (= Studia Medievalia Septentrionalia. Band 21). Fassbaender, Wien 2013, S. 9–28.
  • Laienastrologie im nachreformatorischen Island. Studien zu Gelehrsamkeit und Aberglauben (= Münchner Nordistische Studien. Band 21). Herbert Utz Verlag, München 2015, ISBN 978-3-8316-4480-3 (644 S.).
  • Alessia Bauer und Kurt Schier (Hrsg.): Konrad Maurer, Reise nach Island (im Sommer 1858). Kommentierte Ausgabe (= Münchner Nordistische Studien. Band 31). München 2017, ISBN 978-3-8316-4677-7 (946 S., in zwei Bänden).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Konrad-Maurer-Gesellschaft – Vereinsziel und Gründung. In: konrad-maurer.de. Konrad-Maurer-Gesellschaft e. V., abgerufen am 19. Januar 2021 (deutsch).