Alex Schwazer

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Alex Schwazer

Alex-Schwazer.jpg
Alex Schwazer (2008)

Nation Italien Italien
Geburtstag 26. Dezember 1984 (37 Jahre)
Geburtsort SterzingItalien
Beruf Carabiniere
Karriere
Disziplin Gehen
Status gesperrt
Karriereende August 2012
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 1 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
Weltmeisterschaften 0 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 2 × Bronzemedaille
Europameisterschaften 1 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
Olympische Ringe Olympische Spiele
Gold 2008 Peking 50 km
Logo der World Athletics Weltmeisterschaften
Bronze 2005 Helsinki 50 km
Bronze 2007 Osaka 50 km
Europameisterschaften
Gold Barcelona 2010 20 km
letzte Änderung: 11. November 2018

Alex Schwazer (* 26. Dezember 1984 in Sterzing) ist ein italienischer Leichtathlet. Er war 2008 Olympiasieger im 50-km-Gehen.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwazer gewann bei den Weltmeisterschaften 2005 und 2007 die Bronzemedaille, außerdem wurde in Osake Neunter im 20-km-Gehen. Beim 23. Geher-Weltcup im russischen Tscheboksari sicherte sich Schwazer 2008 erneut die Bronzemedaille mit einer Zeit von 3:37:04 h und hatte damit wesentlichen Anteil am zweiten Platz der Italiener in der Mannschaftswertung. Bei den Olympischen Spielen in Peking wurde er vor dem Australier Jared Tallent und dem Russen Denis Nischegorodow Olympiasieger.

Bei den Weltmeisterschaften 2009 musste Schwazer aufgeben.[1] Im Jahr darauf gewann er bei den Europameisterschaften 2010 die Goldmedaille über 20 Kilometer. Dem ursprünglichen russischen Sieger Stanislaw Jemeljanow wurde die Medaille wegen Dopings im Nachhinein entzogen.[2]

Alex Schwazer hält den Italienrekord über 20-km-Gehen und 50-km-Gehen. Er ist 1,85 m groß und wog zu Wettkampfzeiten 73 kg.

Bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2011 wurde Schwazer über dieselbe Distanz Neunter.

Dopingsperre 2012[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurz vor den Olympischen Sommerspielen 2012 wurde er positiv auf die illegale Einnahme des Dopingmittels Erythropoetin getestet und noch vor der Anreise disqualifiziert. Er erklärte daraufhin seine Karriere für beendet.[3] Das Internationale Olympische Komitee (IOC) schloss Schwazer einen Tag vor dem 50-km-Gehen-Wettbewerb bei den Spielen in London aus,[4] er wurde bis Januar 2016 gesperrt.[5]

Die Staatsanwaltschaft Bozen erhob im September 2014 Anklage gegen Schwazer, zwei Ärzte und eine Funktionärin des Leichtathletik-Verbandes FIDAL. Ein Treffen Schwazers mit dem Doping-Arzt Michele Ferrari war dem Verband zwar bekannt geworden, er habe es aber vorgezogen „lieber nichts zu unternehmen“.[6] Ende 2014 einigte sich Schwazer mit der italienischen Justiz auf einen Vergleich. Er erhielt acht Monate Haft auf Bewährung und eine Geldstrafe von 6000 Euro.[7]

Im Februar 2015 wurde seine Dopingsperre wegen verpasster Dopingkontrollen um drei Monate bis zum 29. April 2016 verlängert.[8]

Dopingsperre 2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alex Schwazer nahm sich danach den bekannten Dopingbekämpfer Sandro Donati als Trainer und bereitete sich auf sein Comeback bei den olympischen Spielen in Rio im Sommer 2016 vor. Kurz nach Ablauf seiner vierjährigen Sperre wurde Schwazer am 21. Juni 2016 der Einnahme anaboler Steroide überführt.[9]

Am 11. August 2016 sperrte ihn der Internationale Sportgerichtshof für acht Jahre.[10]

Ein Gericht in Bozen verurteilte Anfang 2018 die früher für den italienischen Verband Fidal arbeitenden Ärzte Pierluigi Fiorella und Giuseppe Fischetto aufgrund ihrer Unterstützung bei Schwazers Manipulationen jeweils zu zwei Jahren Haft.[9][11] Schwazer musste sich am Landgericht Bozen wegen des Verdachts des Sportbetrugs verantworten. Das Verfahren wurde am 18. Februar 2021 eingestellt. „Es steht mit hoher Glaubwürdigkeit fest, dass die von Alex Schwazer entnommenen Urinproben manipuliert wurden, um sie positiv zu machen.“[12]

Vereinszugehörigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er startete für den SV Sterzing (1997–1999), den SC Meran (2000–2004) und für eine Sportfördergruppe der Carabinieri in Bologna (2005–2012).

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwazer lebt im Weiler Kalch an der Jaufenpassstraße in Südtirol und trainierte (2011/2012) bei Settimo Milanese und in Oberstdorf, da sein neuer Trainer Michele Didoni dort wohnte. Von 2008 bis 2014 war Schwazer mit der Grödner Eiskunstläuferin Carolina Kostner liiert.[13]

Sportliche Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alex Schwazer bei den Weltmeisterschaften 2007
Jahr Erfolg
2005 Italienischer Meister (50 km Gehen)
3. Platz Weltmeisterschaften (50 km Gehen: 3:41:54 h)
2007 Italienischer Meister (10.000 Meter Bahngehen)
3. Platz Weltmeisterschaften (50 km Gehen: 3:44:38 h)
2008 Italienischer Meister (50 km Gehen)
Olympiasieger (50 km Gehen: 3:37:09 h)
3. Platz 2008 IAAF World Race Walking Cup (50 km Gehen: 3:37:04 h)
2010 1. Platz Leichtathletik-Europameisterschaften 2010 (20 km Gehen: 1:20:38 h)

Persönliche Bestleistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Disziplin Leistung Datum Ort
10.000 Meter Bahngehen 38:50,28 min 23. Juli 2011 Pergine Valsugana, Italien
10 km Gehen 39:15 min 30. Mai 2009 Krakau, Polen
20.000 Meter Bahngehen 1:23:21,2 h 17. März 2007 Mailand, Italien
20-km-Gehen 1:17:30 h 18. März 2012 Lugano, Schweiz
35-km-Gehen 2:28:10 h 29. Jänner 2012 Latina, Italien
50-km-Gehen 3:36:04 h 11. Februar 2007 Rosignano Solvay, Italien

Leistungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 10 km Gehen
(in min)
20 km Gehen
(in h)
50 km Gehen
(in h)
2004 40:16  - 4:00:51
2005  - 1:25:10 3:41:54
2006  - 1:21:38  -
2007  - 1:25:18 3:36:04
2008     3:37:04
2009 39:15 1:24:23  
2010 40:10 1:18:24 3:50:22
2011 39:50 1:21:50 -
2012 - 1:17:44 3:40:57

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Alex Schwazer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 50 km Gehen: Geher-Gold an Kirdjapkin – Höhne Fünfter. In: olympia.ard.de. 21. August 2009, archiviert vom Original am 30. Juni 2013; abgerufen am 9. März 2021.
  2. „Gold, das verlegen macht“. In: Stol.i. Archiviert vom Original am 1. August 2014; abgerufen am 13. August 2014.
  3. Geher Alex Schwazer: Italienischer Olympiasieger gedopt. In: Spiegel Online. 6. August 2012, abgerufen am 6. August 2012.
  4. Olympia – 2012: IOC schließt gedopten Schwazer aus. In: focus.de. 10. August 2012, archiviert vom Original am 26. Dezember 2014; abgerufen am 9. März 2021.
  5. Alexandra Neuhaus: Lange Sperre für Alex Schwazer. In: leichtathletik.de. 24. April 2013, archiviert vom Original am 1. Juli 2013; abgerufen am 9. März 2021.
  6. Birgit Schönau: Mit dem Dottore auf den Kanaren. In: Süddeutsche Zeitung. 13. September 2014, S. 39.
  7. Schwazer einigt sich mit Justiz auf achtmonatige Haftstrafe. In: sportal.de. 22. Dezember 2014, abgerufen am 9. März 2021.
  8. Doping: Zusätzliche Sperre für Ex-Geher Alex Schwazer. In: sportal.de. 12. Februar 2015, abgerufen am 9. März 2021.
  9. a b Flash-News des Tages – Haftstrafen für Schwazer-Ärzte wegen Doping-Beihilfe. In: leichtathletik.de. 26. Januar 2018, archiviert vom Original am 28. Januar 2018; abgerufen am 9. März 2021.
  10. CAS dismisses the appeal filed by Alex Schwazer (Italy) and Imposes an 8-Year Period of Ineligibility on Him. (pdf; 86 kB) In: tas-cas.org. 11. August 2016, abgerufen am 9. März 2021 (englisch).
  11. Christoph Franceschini: Komplott gegen Schwazer. In: Salto.bz. 10. November 2018, archiviert vom Original am 12. November 2018; abgerufen am 9. März 2021.
  12. Barbara Bachmann, Thilo Neumann: Dopingkrimi in Italien: Wollten Funktionäre einen Olympiasieger mit einer gepanschten Urinprobe reinlegen? In: Spiegel Online. 8. März 2021, abgerufen am 9. März 2021 (Artikelanfang frei abrufbar).
  13. Alessandra Solmi: Carolina Kostner: un anno di pausa dalle gare senza Alex Schwazer. In: urbanpost.it. 21. Juni 2014, abgerufen am 9. März 2021 (italienisch).