Alexander Golling

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Alexander Golling (* 2. August 1905 in München; † 28. Februar 1989 in Rottach-Egern/Oberbayern) war ein deutscher Schauspieler.[1]

Leben und Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alexander Golling besuchte in seiner Heimatstadt München die Schauspielschule von Max Bayrhammer. Nach einem Debüt in Rudolstadt (1924) und Engagements in Erfurt, Heidelberg und Leipzig kam er 1934 zur Berliner Volksbühne. Seit 1935 trat er als Darsteller von Schurken oder Kriminalisten auch in Filmen auf, meist in Nebenrollen. Neben einer Hauptrolle in Herbert Selpins U-Boot-Drama Geheimakte WB 1 (1941/42) hatte er größere Auftritte in den Filmen 90 Minuten Aufenthalt (1936), Dreizehn Mann und eine Kanone (1938) und Gold in New Frisco (1939).

Unmittelbar nach seiner Ernennung zum Staatsschauspieler übernahm Alexander Golling 1938 die Intendanz des Bayerischen Staatsschauspiels. Von diesem Zeitpunkt an konzentrierte er sich auf die Theaterarbeit und trat im Film nur noch selten auf.

Gollings Sympathie für den Nationalsozialismus, die ihm den Spitznamen „der braune Theaterfürst von München“ eingetragen hatte, verhinderte nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges eine nahtlose Fortsetzung seiner Filmkarriere. Er wurde bei der Entnazifizierung von einer Münchener Spruchkammer als „Belasteter“ eingestuft, sein Vermögen wurde bis auf 10.000 Mark eingezogen.[2]

Erst 1950 stand er wieder vor der Kamera und blieb zunächst auf Engagements bei Regisseuren wie Veit Harlan, Wolfgang Liebeneiner und Karl Ritter angewiesen, die in der Zeit des Nationalsozialismus ebenfalls auf der Seite des Regimes gestanden hatten. Bis Ende der 1970er trat er in Nebenrollen in 21 weiteren Filmen auf. Seit Mitte der 1960er Jahre war er daneben häufig auch in Fernsehproduktionen zu sehen.

Golling besetzt 1969 im Film Die Lümmel von der ersten Bank - Hurra die Schule brennt die Rolle des mürrischen Studienprofessor Blaumeiers.

Alexander Golling war von 1937 bis 1941 mit der Schauspielerin Annie Markart verheiratet. Aus einer späteren Ehe stammt die Schauspielerin Claudia Golling (* 1950).

Seine Grabstätte befindet sich auf dem Friedhof in Rottach-Egern.

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Biographische Daten von Alexander Golling in: Marbacher magazin, Ausgaben 109-112, Deutsche Schillergesellschaft, 2005
  2. Günther Rühle: Theater in Deutschland 1946–1966. Seine Ereignisse – seine Menschen. S. Fischer Verlag, Frankfurt 2014