Alexander Krauß

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Alexander Krauß (2016)

Alexander Gerd Krauß (* 8. Dezember 1975 in Erlabrunn, Kreis Schwarzenberg) ist ein deutscher Politiker (CDU). Er ist seit 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages. Zuvor war er von 2004 bis 2017 Abgeordneter im Sächsischen Landtag.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studium und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krauß ging ab 1982 auf die POS in Erlabrunn und ab 1990 auf die EOS Bertolt Brecht, das heutige Bertolt-Brecht-Gymnasium in Schwarzenberg, wo er 1994 sein Abitur ablegte. Nach seinem Wehrdienst beim Panzergrenadierbataillon in Marienberg studierte er von 1995 bis 2000 Politikwissenschaft, Kommunikations- und Medienwissenschaft sowie evangelische Theologie an der Universität Leipzig und in Prag und schloss das Studium mit dem akademischen Grad Magister Artium (M.A.) ab. Von 2000 bis 2001 arbeitete er als freier Journalist und war ab 2002 Mitarbeiter für Öffentlichkeitsarbeit der Stadtmission Zwickau.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alexander Krauß (3 v. r.) vor seinem Bürgerbüro mit Stanislaw Tillich, Günter Baumann MdB, Landrat Frank Vogel und der Schwarzenberger Oberbürgermeisterin Heidrun Hiemer (2009)

Von 1990 bis 2006 war Krauß im Erzgebirgskreis Vorsitzender der Jungen Union. Seit 1992 CDU-Mitglied, wirkte Krauß von 1999 bis 2005 als Mitglied im Gemeinderat von Erlabrunn und von 2004 bis 2014 als Mitglied des Kreistages. Von 2005 bis 2011 fungierte er als Mitglied im Bundesvorstand des Evangelischen Arbeitskreises (EAK) der CDU, wurde 2008 Landesvorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) und dort seit 2011 stellvertretender Bundesvorsitzender. Seit 2020 ist Krauß als Vorsitzender des Landesfachausschusses Gesundheit der CDU Sachsen tätig.

Am 19. September 2004 wurde er als Direktkandidat des Wahlkreises Aue-Schwarzenberg II mit 45,7 % der Erststimmen in den Sächsischen Landtag gewählt, wo er während der 4. Wahlperiode (2004 bis 2009) Mitglied des Ausschusses für Soziales, Gesundheit, Familie, Frauen und Jugend sowie des Ausschusses für Umwelt und Landwirtschaft war. Er war außerdem Vorstandsmitglied und Jugendpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion sowie stellvertretender Arbeitskreis-Vorsitzender für Soziales, Gesundheit, Familie, Frauen und Jugend; später auch Vorsitzender.

Bei der Landtagswahl am 30. August 2009 verteidigte Krauß sein Direktmandat mit 43,8 % der Erststimmen erfolgreich. Krauß war in der 5. Wahlperiode Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr sowie im Ausschuss für Soziales und Verbraucherschutz. Er fungierte in dieser Wahlperiode als Vorsitzender des Landesjugendhilfe-Ausschusses sowie des Fraktionsarbeitskreises für Soziales und Verbraucherschutz und Beirat der Stiftung Hilfen für Familie, Mutter und Kind.

Die Landtagswahl zur 6. Wahlperiode 2014 bestätigte Krauß mit 43,1 % der Erststimmen im neuen Wahlkreis Erzgebirge 3. Krauß gehörte seitdem den gleichen Ausschüssen wie in der Wahlperiode zuvor an. Er war bis zu seiner Mandatsniederlegung im Dezember 2017 Vorsitzender des Arbeitskreises für Soziales und Verbraucherschutz der CDU-Landtagsfraktion sowie Arbeitsmarktpolitischer Sprecher.

Für die Bundestagswahl 2017 war er Direktkandidat der CDU im Bundestagswahlkreis Erzgebirgskreis I (Wahlkreis Nr. 164)[1] und wurde direkt gewählt.[2]

Im Deutschen Bundestag ist Krauß ordentliches Mitglied im Ausschuss für Gesundheit und Vorstandsmitglied der Arbeitnehmergruppe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.[3] Für seine Fraktion ist er Berichterstatter für die ambulante ärztliche Versorgung.

Krauß zählt zum konservativen Flügel seiner Partei und ist ferner dem christlich-sozialen Flügel der CDU zuzuordnen. So äußerte er im Oktober 2017, die CDU müsse konservativer werden.[4]

Politische Ansichten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der Debatte um die Neuregelung der Organspende in Deutschland setzte sich Krauß für die sogenannte Doppelte Widerspruchslösung ein, die letztlich im Deutschen Bundestag jedoch keine Mehrheit fand. Krauß bedauerte diese Entscheidung.[5] Krauß sprach sich zudem wiederholt gegen die Sterbehilfe aus. Er betonte dabei, dass es nicht der „Auftrag des Staates sei, die Menschen direkt oder indirekt ins Jenseits zu befördern“.[6]

Bei der Debatte um die Grundrente, welche CDU/CSU und SPD im Koalitionsvertrag vereinbart hatten, setzte sich Alexander Krauß für eine Lösung ohne Bedürftigkeitsprüfung ein. Eine Bedürftigkeitsprüfung bestrafe jene, die fürs Alter vorgesorgt hätten.[7] Ferner kritisierte Krauß die AfD mehrfach für ihre Abneigung gegenüber ausländischen Ärzten. „Ohne ausländische Ärzte wäre unser Gesundheitswesen am Ende“, sagte Krauß. Der Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages hatte am 12. Februar 2020 eine Anhörung zu einem Antrag der AfD-Fraktion zur Eignung ausländischer Ärzte durchgeführt.[8][9] Im Februar sprach sich Krauß nach dem angekündigten Rückzug von Annegret Kramp-Karrenbauer für Jens Spahn als neuen CDU-Chef und Kanzlerkandidaten der Union aus. „Jens Spahn hat als Minister einen tollen Job gemacht und allen gezeigt, dass er es kann“, sagte Krauß.[10]

Krauß ist zudem der Ansicht, dass es ein drittes Geschlecht in der alltäglichen Lebenswirklichkeit nicht gebe.[11] Aktuelle Zahlen hätten gezeigt, dass ein drittes oder noch mehr Geschlechter „nicht im realen Leben“ existiere, sagte Krauß der französischen Nachrichtenagentur AFP. Das Statistische Bundesamt teilte in einer Antwort auf eine Anfrage von Krauß mit, dass im Jahr 2018 von rund 878.500 Lebendgeborenen 15 Babys ohne die Angaben ‚männlich‘ oder ‚weiblich‘ ins Geburtenregister eingetragen wurden, im Jahr 2017 registrierte das Bundesamt 17 solcher Geburten, im Jahr 2016 waren es zehn.[12]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krauß ist seit Mai 2006 verheiratet und hat einen Sohn sowie zwei Töchter. Er ist Aufsichtsratsmitglied der Lausitz Energie Bergbau AG und Vorsitzender des Beirates des Aphasikerzentrums Südwestsachsen. Daneben ist er Verwaltungsratsmitglied des Diakonischen Werkes Aue/Schwarzenberg e. V. sowie Mitglied im Kuratorium der Erich-Glowatzky-Stiftung. Krauß ist außerdem Mitglied der überparteilichen Europa-Union Deutschland, die sich für ein föderales Europa und den europäischen Einigungsprozess einsetzt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Alexander Krauß – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Direktkandidat für die Bundestagswahl: Alexander Krauß geht für CDU ins Rennen, abgerufen am 13. November 2016.
  2. Statistisches Landesamt Sachsen, abgerufen am 27. September 2017
  3. Deutscher Bundestag - Alexander Krauß. Abgerufen am 30. August 2019.
  4. Matthias Meisner: In der CDU Sachsen entlädt sich der Frust über Merkel, Der Tagesspiegel vom 25. Oktober 2017
  5. Köpping (SPD) respektiert Organspende-Entscheidung | Freie Presse – Sachsen. Abgerufen am 20. Februar 2020.
  6. Hajo Zenker: Suizid-Medikamente: Ein Urteil, ein Minister und ein tödliches Präparat. 1. Februar 2020, abgerufen am 20. Februar 2020.
  7. Sven Günther: Alexander Krauss (MdB, CDU): Grundrente ohne Prüfung! 7. Februar 2019, abgerufen am 20. Februar 2020 (deutsch).
  8. Ohne ausländische Ärzte würde Gesundheitswesen kollabieren. 12. Februar 2020, abgerufen am 20. Februar 2020.
  9. Kosfeld: Deutscher Bundestag – Ausländische Ärzte sehr gefragt. Abgerufen am 20. Februar 2020.
  10. Krauß für Spahn als Kanzlerkandidat. 10. Februar 2020, abgerufen am 20. Februar 2020 (deutsch).
  11. Bundestagsabgeordneter: Drittes Geschlecht gibt es nicht. Abgerufen am 20. Februar 2020.
  12. CDU-Abgeordneter leugnet Intersexualität. Abgerufen am 20. Februar 2020.