Alexander Leipold

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Alexander Leipold 2012
Alexander Leipold
Medaillenspiegel

Ringer

Deutschland
Weltmeisterschaft
0Gold0 1994 Istanbul bis 68 kg
0Silber0 1995 Atlanta bis 74 kg
0Silber0 1997 Krasnojarsk bis 76 kg
0Bronze0 1998 Teheran bis 76 kg
0Silber0 1999 Ankara {{{15}}}
Europameisterschaft
0Gold0 1991 Stuttgart bis 74 kg
0Bronze0 1994 Rom bis 74 kg
0Gold0 1995 Fribourg bis 74 kg
0Silber0 1997 Warschau bis 76 kg
0Gold0 1998 Bratislava bis 76 kg
0Bronze0 1999 Minsk bis 76 kg
0Silber0 2003 Riga bis 74 kg
Junioren-Weltmeisterschaft „Espoirs“
0Gold0 1988 Walbrzych bis 68 kg
0Gold0 1989 Ulan-Baatar bis 74 kg
Junioren-Weltmeisterschaft „Juniors“
0Silber0 1986 Schifferstadt bis 65 kg
Junioren-Europameisterschaft „Juniors“
0Silber0 1985 Bologna bis 52 kg

Alexander Leipold (* 2. Juni 1969 in Alzenau i. Ufr.) ist ein ehemaliger deutscher Freistil-Ringer und aktueller Trainer. Leipold ist einundzwanzigfacher deutscher Meister, vierfacher Europameister und zweifacher Weltmeister im Freistilringen. Er darf sich nach einem bis heute umstrittenen Dopingurteil bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney, bei der ihm die Goldmedaille aberkannt wurde, auch wieder Sieger der Olympischen Spiele 2000 in Sydney nennen, trägt jedoch nicht den offiziellen Titel Olympiasieger.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alexander Leipold absolvierte ein Studium zum Diplom-Trainer an der Trainerakademie Köln, das er im April 2009 abschloss. Zunächst war er Nachwuchs-Bundestrainer für Freistilringen, dann Freistil-Bundestrainer der Männer. Von diesem Amt trat er im Dezember 2012 zurück. Seit 2017 ist er Trainer des Deutsche Ringerliga-Teams KSV Ispringen.

Aufgrund einer schweren Viruserkrankung und einer daraus resultierenden Überreaktion seines Immunsystems erlitt Leipold im Juli 2003 auf einer Wettkampfreise in Usbekistan einen Schlaganfall, dem kurz darauf während der Behandlung in Deutschland zwei weitere folgten. Von dem vorübergehenden Verlust der Sprech- und Bewegungsfähigkeit konnte er sich jedoch verhältnismäßig schnell wieder erholen.[1]

Derzeit lebt er zusammen mit seiner Frau und seinen zwei Söhnen im unterfränkischen Karlstein am Main.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit mehreren Jahren unterstützt Alexander Leipold die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe als Botschafter.[2]

Im Frühjahr 2014 nahm Leipold zusammen mit der Profi-Tänzerin Oana Nechiti an der siebten Staffel von Let’s Dance teil.[3]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 21 × deutscher Meister
  • 4 × Europameister
  • 2 × Weltmeister
  • Finalsieger der Olympischen Spiele 2000 (Sydney, Australien)
  • Mastersweltmeister 2005 (Teheran)

Dopingaffäre bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leipold gewann bei den Olympischen Spielen 2000 mit einem klaren Sieg (4:0) über den Amerikaner Brandon Slay die Goldmedaille. Allerdings musste er drei Tage später den Titel Olympiasieger und die Medaille wieder abgeben, da das Zehnfache des Erlaubten des Stoffes Nandrolon in seinem Blut gefunden wurde. Das Verfahren gegen ihn wartete allerdings mit einigen Ungereimtheiten auf:[4]

  • Beim Test beinhaltete die ausschlaggebende B-Probe 85 ml und damit 35 ml mehr als bei der Abgabe von nur 50 ml; nach einen sich darauf beziehenden Einspruch Leipolds blieb der Rest der Probe unauffindbar.
  • Der Stoff Nandrolon hätte Leipold in der ermittelten Konzentration (dem Tausendstel einer Tablette) nachweislich keinerlei Wettkampfvorteile gebracht.
  • Nandrolon, ein dem Testosteron ähnlicher Stoff, kann auch in der erhöhten Konzentration durchaus körpereigen produziert werden. Leipold hatte in einem Wettkampf zuvor eine Hodenquetschung erlitten. In diesem Zusammenhang wurden auch immer wieder allgemein Vorwürfe laut, der erlaubte Höchstwert für Nandrolon sei willkürlich gesetzt und stehe in keinerlei sinnvollem Verhältnis zu dem Wert, ab dem der Stoff tatsächlich leistungssteigernd zu wirken beginnt.

Dennoch wurde Leipold in letzter Instanz für ein Jahr gesperrt, musste die Kosten für das Verfahren jedoch nicht selbst tragen. Da sein Fall in der Schwebe zwischen einem an sich rechtmäßig errungenen sportlichen Sieg einerseits und der Verurteilung durch die Sportdachorganisationen andererseits hängt, darf sich Leipold heute zwar wieder rechtmäßig Sieger der Olympischen Spiele 2000 in Sydney nennen, aus rechtlichen Gründen jedoch nicht den offiziellen Titel Olympiasieger tragen. Die Goldmedaille blieb ebenfalls im Besitz seines amerikanischen Finalgegners.[5]

Eine Teilnahme als Bundestrainer an den Olympischen Spielen 2012 in London wurde ihm erlaubt.[6]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alexander der Mensch. Website Alexander Leipold, abgerufen am 5. August 2019.
  2. Der Kampf seines Lebens. Der Tagesspiegel, abgerufen am 5. August 2019.
  3. Das sind die Paarungen der Siebten Staffel
  4. Ringen im Fall Leipold. faz.net, 28. Januar 2001, abgerufen am 21. April 2018.
  5. Augsburger Allgemeine: Ringer-Trainer Alexander Leipold: Seine bewegende Geschichte vom 8. August 2008
  6. deutschlandfunk.de: Die Intransparenz der DOSB-Doping-Kommission vom 24. Juli 2011