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Alexander Lernet-Holenia

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Alexander Lernet-Holenia um 1926

Alexander Marie Norbert Lernet-Holenia, Pseudonym Clemens Neydisser (* 21. Oktober 1897 in Wien; † 3. Juli 1976 ebenda), war ein österreichischer Schriftsteller. Ein großer Teil seines erzählerischen Werk ist der phantastischen Literatur zuzuordnen, zudem verfasste er auch Dramen und Lyrik.

Jugend und Erster Weltkrieg

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Alexander Maria Norbert Lernet wurde am 21. Oktober 1897 in Wien geboren. Seine Mutter, Sidonie von Boyneburgk-Stettfeld (1856–1935), geborene Holenia, war die Tochter des wohlhabenden Kärntner Montanindustriellen Romuald Holenia.[1]

Sidonie war Witwe des Barons Julius von Boyneburgk-Stettfeld (1834–1890) und heiratete sieben Jahre später – kurz bevor Alexander geboren wurde – den zehn Jahre jüngeren k. u. k. Marineoffizier Alexander Lernet (1866–1922). Diese überraschende Verbindung, nach nur kurzer Dauer in einem Scheidungsdrama endend, wurde oft als Versuch gesehen, die Zuneigung des Erzherzogs Karl Stephan von Habsburg zu Sidonie zu verschleiern.[2] Das Gerücht, von Lernet-Holenia selbst weder bestätigt noch dementiert, spaltete Familie, Freunde und Interpreten. Literarisch jedoch wurde daraus ein „Ursprungsgeheimnis“, das seine Werke mit unehelichen Kindern, Identitätsfälschern, Doppelgängern und genealogischen Rätseln durchzieht.[3]

Lernet-Holenia wuchs zwischen Wien und Klagenfurt auf und legte 1915 in Waidhofen an der Ybbs seine Matura ab. Im September desselben Jahres meldete er sich freiwillig zum Militär. Wie viele junge Männer seiner Generation zog es ihn, beflügelt von patriotischer Begeisterung, vom Gymnasium direkt an die Front des Ersten Weltkriegs.

Dem 9. Dragonerregiment Erzherzog Albrecht zugeteilt, kämpfte Lernet-Holenia in der Slowakei, in Ostgalizien, in Russland, in der Ukraine und in Ungarn. 1916 wurde er zum Fähnrich befördert. Im selben Jahr kam es zu einer für ihn und sein Werk prägenden Begegnung:[4] jener mit Oberstleutnant Karl Anton Klammer (1879–1959), einem leidenschaftlichen Bewunderer der französischen Kultur, der sich unter dem Pseudonym K. L. Ammer einen Namen als Übersetzer von Villon, Rimbaud, Maeterlinck und Verlaine machte. Seine Nachdichtungen – insbesondere die des Bateau ivre – begeisterten junge Expressionisten wie Heym oder Trakl. Die langen Gespräche, die Lernet-Holenia mit seinem soldatischen Vorgesetzten führte, stärkten seine Neigung zum Lyrischen. Dank einer italienischen Amme beherrschte Lernet auch die italienische sowie die englische Sprache, was seine späteren Übersetzertätigkeiten begünstigte.

1917 wurde er zum Leutnant befördert und für seine Tapferkeit im Feld ausgezeichnet.[5] In der Ukraine erlebte er den Zusammenbruch des Habsburgerreiches und den Zerfall der österreichisch-ungarischen Armee – Erfahrungen, die tiefe Spuren in seinem Werk hinterlassen sollten. Sie finden sich in einigen seiner Gedichte und prägten viele seiner Erzählungen und Romane – insbesondere Die Standarte (1934), Der Baron Bagge (1936) und Beide Sizilien (1942), die zu seinen bekanntesten Prosawerken zählen. Nach seiner Rückkehr von der Front nahm Lernet-Holenia 1919 auch am Kärntner Abwehrkampf teil.[6]

Die 1920er-Jahre

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Im Jahr 1920 wurde er von der wohlhabenden, in Kärnten wohnhaften Familie seiner Mutter adoptiert und trug seitdem den Doppelnamen Lernet-Holenia. In die Literatur trat er Anfang der 1920er Jahre mit anspruchsvoller expressionistischer Lyrik ein und wandte sich anschließend dem Theater zu. Seine ersten Gedichte hatte er bereits mit siebzehn Jahren verfasst und sie, von der russischen Front aus, an Rainer Maria Rilke geschickt[7], dem er grenzenlose Bewunderung entgegenbrachte. Seinen ersten Gedichtband, Pastorale, der 1921 in kleiner Auflage bei der Wiener Literarische Anstalt erschien, signierte er mit dem Namen Alexander Maria Lernet.[8] Unter der Schirmherrschaft Rilkes[9] und Bahrs veröffentlichte Lernet-Holenia 1923 beim Insel Verlag seinen zweiten Gedichtband Kanzonnair.

Hermann Bahr zählte Lernet-Holenia damals zu den „größten Hoffnungen“ der deutschsprachigen expressionistischen Literatur[10] und begrüßte mit Begeisterung die Tragödie Demetrius (1925)[11]. Tatsächlich brachten Lernet-Holenias erste dramatische Arbeiten ihm sofort bedeutende Auszeichnungen ein: 1926, im Alter von 29 Jahren, erhielt er den Kleist-Preis für die drei Stücke Demetrius, Ollapotrida und Österreichische Komödie. Diese Ehrung bot ihm dann auch die Gelegenheit, gegenüber dem literarischen Establishment jenen Hang zur Provokation zu demonstrieren, der ihn sein ganzes Leben lang kennzeichnen sollte: 1930 verzichtete er aus Anlass einer vermeintlichen Plagiatsaffäre um ein anderes Stück (Attraktion, gemeinsam mit Paul Frank verfasst) demonstrativ und lautstark auf den Kleist-Preis.[12]

Lernet-Holenias stilisierte Nonchalance gegenüber Auszeichnungen war Ausdruck eines komplexen Verhältnisses zum Schreiben, gekennzeichnet durch die Bescheidenheit eines Schriftstellers, der sich aus Ehrfurcht vor den Meisterwerken der Vergangenheit weigerte, zeitgenössische Werke – auch die eigenen – als gleichrangig zu betrachten.[13] Diese Haltung, die sich sowohl sozial als auch literarisch manifestierte, führte dazu, dass er von seinen Freunden und Bewunderern u. a. als „letzter Grandseigneur der österreichischen Literatur“ bezeichnet wurde.[14]

Bezüglich des Theaters führte Lernets Weg vom Expressionismus und lyrischem Drama zur Komödie und zum Boulevardstück. Ollapotrida (1926) bedeutete Lernet-Holenias ersten finanziellen Erfolg.[15] In den fünf darauffolgenden Jahren blieb das Publikum den Komödien, die er allein oder in Zusammenarbeit verfasste, treu. Die Kritik zeigte sich zurückhaltend, doch diese Werke verschafften dem Autor eine solide materielle Grundlage.[16]

Geprägt vom Geist des Lyrischen und des Theaters sind die 1920er-Jahre zugleich jene Zeit, in der Kontakte und Freundschaften entstanden, die dem von Lernet-Holenia bewusst inszenierten Dilettantismus widersprachen. Bedeutende ältere Zeitgenossen wie Stefan Zweig[17] oder Hugo von Hofmannsthal[18] würdigten die Qualität seiner besten Arbeiten. Von 1927 bis zum Zweiten Weltkrieg teilte Lernet-Holenia seine Zeit zwischen Wien und St. Wolfgang, wo seine Mutter seit 1900 ein Haus besaß und ihm später schenkte.[19] In St. Wolfgang war er Nachbar von Stefan Zweig, der seit 1919 in Salzburg lebte. Im Jahr 1928 verfassten sie gemeinsam, unter dem Pseudonym Clemens Neydisser, die Komödie Gelegenheit macht Liebe – ein Werk ohne besonderen Anspruch, das jedoch der Schauspielerin Paula Wessely ihren ersten großen Erfolg bescherte[20]. Die gegenseitige Wertschätzung der beiden veranlasste Zweig, die Laufbahn Lernet-Holenias nach Kräften zu fördern. Er stellte ihn dem Verleger Herbert Reichner vor, der in Folge drei Werke Lernet-Holenias in seinem Verlag veröffentlichte.

Unter seinen Vertrauten befand sich in dieser Zeit insbesondere Carl Zuckmayer, mit dem er seit 1926 verbunden war, als Zuckmayer ein Haus in Henndorf bei Salzburg erwarb. Er verfolgte Lernet-Holenias literarische Entwicklung mit großer Aufmerksamkeit. 1939 schrieb er beispielsweise an Annemarie Seidel, die Ehefrau von Peter Suhrkamp und Lektorin des Verlags, der Roman Ein Traum in Rot habe ihn „vollkommen entzückt, bezaubert, verzaubert“.[21] Er hob Lernet-Holenias Fähigkeit hervor, seine Leser unaufhörlich zu überraschen, und seine „zugleich souveräne und demütige Art, mit der Sprache umzugehen“.[22]

Lernet-Holenia verkehrte auch mit Ödön von Horváth, der ihn als Trauzeugen für seine kurze Ehe mit der Sängerin Maria Elsner einsetzte.[23] Schließlich ist noch Leo Perutz zu nennen, den Lernet-Holenia im Juli 1928 in St. Wolfgang kennenlernte.[24] Bis 1938, dem Jahr, in dem Perutz nach Palästina emigrierte, pflegten die beiden Männer in Wien enge Beziehungen, sowohl im Café Herrenhof, wo die beiden zu den Stammgästen zählten, als auch in Perutz’ Wohnung in der Porzellangasse. Perutz, ein Meister der phantastischen Erzählkunst, interessierte sich lebhaft für die Romanproduktionen Lernet-Holenias und lieferte ihm die Idee zu dem Roman Jo und der Herr zu Pferde.[25] Ihre Verbindung überstand auch die radikale Zäsur des Zweiten Weltkriegs. Ab 1950 kam Perutz, der sich in Tel Aviv niedergelassen hat, jedes Jahr zurück, um die Sommermonate in St. Wolfgang und den Herbst in Wien zu verbringen. Im August 1957 erkrankte er schwer in St. Wolfgang und starb wenige Tage später im Krankenhaus von Bad Ischl. Lernet-Holenia übernahm die Aufgabe, die posthume Herausgabe des Romans Der Judas des Leonardo, den Perutz kurz vor seinem Tod vollendet hat, zu betreuen.[26]

Die dreißiger Jahre

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Nach einem Jahrzehnt, das dem Lyrischen und dem Theater gewidmet war, waren die 1930er-Jahre die Zeit einer intensiven erzählerischen Produktion (rund dreißig längere oder kürzere Erzählungen entstehen), ohne dass Lernet das Schreiben in anderen Gattungen aufgab.

Der erste Ausflug ins Gebiet der Prosa erfolgte 1930 mit Die nächtliche Hochzeit, einer Romanfassung seines gleichnamigen Dramas. Ein Jahr später folgte ein zweiter Roman, Die Abenteuer eines jungen Herrn in Polen, die das ursprüngliche Verhältnis von Roman und Theater umkehrte: Sie führte 1932 zu einer Bühnenadaption, Die Abenteuer der Kascha. Sehr schnell stellten sich Verkaufserfolge ein, und die fantastische Romanproduktion Lernet-Holenias trat klar hervor. Er verdankte seiner Prosa eine breite Leserschaft, die ihm eine äußerst komfortable materielle Lage verschaffte: Bis zum Krieg konnte er lange Reisen unternehmen – durch Europa (Frankreich, Belgien, Niederlande, Schweiz, Italien, Griechenland, Ägypten, Nord- und Südamerika).[27]

Unter den zahlreichen Texten, die in diesem Jahrzehnt erschienen und von Kritik und Zeitgenossen hochgelobt wurden, seien genannt: Ich war Jack Mortimer (1933), Die Standarte (1934), Der Baron Bagge (1936), Der Mann im Hut (1937), Ein Traum in Rot (1939). Bereits 1934 und 1935 verfilmt werden Die Abenteuer eines jungen Herrn in Polen, Ich war Jack Mortimer und Die Standarte. Einige dieser Texte besitzen eine autobiographische Dimension. Sie spielen oft an den Frontlinien des Ersten Weltkriegs, und im Mittelpunkt steht jeweils ein Offizier der k. u. k. Armee. Die Standarte schildert die Auflösung der österreichisch-ungarischen Armee auf dem Balkan im Oktober 1918. Die phantastische Liebesnovelle Der Baron Bagge beginnt im Februar 1915 an den nordöstlichen Grenzen des heutigen Ungarn und setzt sich in der Slowakei und dann in Polen fort.

Diese Erzählungen erscheinen in einer Zeit, in der sich der politische Horizont von Tag zu Tag verfinsterte. Das NS-Regime betrachtete Lernet-Holenia als „dekadenten“ Autor und setzte am 1. Mai 1933 den Roman Jo und der Herr zu Pferde auf die erste „Schwarze Liste“ literarischer Werke, Grundlage für die Bücherverbrennungen vom 10. Mai 1933.[28] Ende Mai 1933 erklärte der renommierte deutsche Dichter Gottfried Benn in einem offenen Brief[29] seine Unterstützung für den Nationalsozialismus und seine Gegnerschaft zu den emigrierten Schriftstellern. Seine Haltung löste unter den deutschsprachigen Autoren einen Sturm der Entrüstung und der Beifallsbekundungen aus. Lernet-Holenia hegte für Benn eine literarische Hochachtung, die niemals erlosch; dennoch ließ er ihn bereits am 27. Mai 1933 in einem sehr langen Brief seine tiefe Missbilligung über dessen Loyalität zum Nationalsozialismus wissen.[30]

1935 richtet die NS-Administration an das Filmkontingentamt in Berlin eine Mitteilung, in der es heißt, dass das Werk Lernet-Holenias „für ein nationalsozialistisches Publikum untragbar“ sei und dass seine Person „aufgrund seiner geistigen Produktionen ebenso zurückzuweisen sei […] als wäre er nicht-arischer Abstammung“.[31]

Am Abend des 13. März 1938, dem Tag des Anschlusses, traf sich Lernet-Holenia mit engen Freunden, die vom neuen Regime in verschiedener Hinsicht bedroht waren: Alle – Carl Zuckmayer, Ödön von Horváth, Franz Theodor Csokor, Albrecht Joseph – wählten den Weg ins Exil.[32] Lernet-Holenia selbst ging am 8. Januar 1939 zusammen mit Maria Charlotte („Lotte“) Sweceny an Bord eines Kreuzfahrtschiffes in die Karibik und nach Nordamerika. Die Beziehung zu dieser jungen Frau, geborene Stein, aus einer jüdischen Wiener Verlegerfamilie, dauerte mehrere Jahre (1939–1942).[33] Die Informationen über diese Reise erlauben es nicht, mit Sicherheit festzustellen, ob es sich um einen Versuch Lernets handelte, auch seinerseits zu emigrieren. Lotte und er kehrten jedoch im Frühjahr 1939 nach Europa zurück. Im August wurde Lernet-Holenia für den Polenfeldzug einberufen, entsprechend einer Chronologie, die sein Roman Mars im Widder minutiös nachgezeichnet hat.

Zweiter Weltkrieg

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Wie Wallmoden, der Protagonist in Mars im Widder, wurde auch Lernet-Holenia am 15. August 1939 in seiner Eigenschaft als Reserveoffizier zu einem einmonatigen Militärdienst bei seiner Einheit einberufen. Wie Wallmoden erhielt er am 22. August einen Marschbefehl zu einem zunächst unbekannten Ziel und wurde am 1. September in den Überfall auf Polen hineingezogen, wo er – wie Wallmoden – bereits am folgenden Tag an der rechten Hand verwundet wurde, aber bis zum 23. Oktober, dem Ende der Kämpfe in Polen, im Einsatz blieb.[34]

Sofort versuchte er, einen aktiven Fronturlaub zu erlangen, unter Berufung nicht nur auf seine Verwundung, sondern auch auf angeblich zu erfüllende Schreibverträge. Er wendete sich unter anderem an den Verleger Peter Suhrkamp, der damals für S. Fischer tätig war, seinen Hauptverlag seit den 1920er Jahren, an den Regisseur und Präsidenten der Reichsfilmkammer Carl Froelich, an den Schauspieler Emil Jannings, der in St. Wolfgang ein Anwesen besaß und bei Goebbels Einfluss hatte.[35] Nach Roček war vor allem die Intervention Jannings ausschlaggebend, indem er Lernet-Holenia Verträge für Drehbücher mit klangvollen Titeln verschaffte, von denen er niemals eine Zeile schreib. Schließlich wurde ihm ein Fronturlaub gewährt, der auf Vorlage neuer fiktiver Verträge bis zum Sommer 1941 verlängert wurde.

Kaum nach Wien und St. Wolfgang zurückgekehrt, entstand aus den Notizheften, die er an der Front eifrig geführt hat, in nur zwei Monaten (Dez. 1939 – Febr. 1940) der Roman Mars im Widder. Der Text hatte eine bewegte Publikationsgeschichte. Zunächst wurde er als Fortsetzungsroman in der Berliner Wochenzeitschrift Die Dame veröffentlicht (Okt. 1940 – Jan. 1941), dann nach Genehmigung durch das Oberkommando der Wehrmacht bei S. Fischer gedruckt (Febr. 1941 – Apr. 1941). Doch im Juli 1941 verbot eben jene Instanzen sowie das Propagandaministerium seine Auslieferung. Die gedruckten Exemplare wurden in den Kellern des Verlags in Leipzig eingelagert und Anfang Dezember 1943 bei einem Bombenangriff durch ein Feuer vernichtet.[36] Dank der Korrekturfahnen, die Lernet-Holenia aufbewahrt hatte, erschien das Werk schließlich nach dem Krieg 1947 in Stockholm bei Bermann-Fischer. Die Wachsamkeit der NS-Zensoren mag eine Zeitlang durch die Liebesgeschichte getäuscht worden sein, die den Vordergrund einzunehmen scheint. Doch im Zentrum der Erzählung steht – wie der Titel andeutet – der Krieg. Der präzise Bericht der militärischen Operationen widerlegt die These einer polnischen Aggression gegen Hitlers Reich und zeigt im Gegenteil ein Polen, das überraschend überfallen wurde: „Es war klar, daß Polen überhaupt noch nicht mobilisiert gehabt hatte…“[37], heißt es im Text. Die hohe Achtung, die Lernet-Holenia dem Gegner entgegengebrachte, das Mitgefühl für das „unselige, geschlagene, zerschmetterte Polen“[38] sind offenkundig und verstießen radikal gegen die NS-Doktrin.

Einer der Freunde Lernet-Holenias (wahrscheinlich Alfred Breidbach-Bernau) verschaffte ihm im August 1941, offenbar ohne sein ausdrückliches Einverständnis[39], einen Posten als Leiter des Entwicklungsstabs der Heeresfilmstelle in Berlin. Dass ein Autor, der „für ein nationalsozialistisches Publikum untragbar“ war und dessen letzter Roman verboten wurde, mit einer solchen Verantwortung betraut wird, erschien höchst merkwürdig, nicht zuletzt für ihn selbst. Er akzeptierte die Entscheidung jedoch, gedrängt von seinen Angehörigen, um die Rückkehr an die Front zu vermeiden.

In Berlin jedoch stieß ihn alles ab; kaum angekommen, versucht er mehrfach, seine Stellung wieder loszuwerden.[40] Doch bis Januar 1943 führten die verschiedenen Bemühungen zu nichts. Lernet-Holenia entfaltete eine begrenzte Tätigkeit im Filmbereich, arbeitete an einigen Drehbüchern mit, ohne genannt zu werden – mit der bemerkenswerten Ausnahme des Films Die große Liebe (1942), für den er das Sujet lieferte und der mit Zarah Leander in der Hauptrolle der kommerziell erfolgreichste Film des Dritten Reiches wurde.

Zu dieser Zeit verkehrte Lernet-Holenia mit Gottfried Benn[41], Alfred Kubin und hatte erstmals die Muße, sich ganz zwei Werken zu widmen, die ihm besonders am Herzen lagen: dem Roman Beide Sizilien, einem seiner literarisch komplexesten Werke, der 1942 bei Suhrkamp veröffentlicht wurde, und den Gedichten der Trophäe, die er erst 1946 in kleiner Auflage erscheinen ließ.

1943 wurde ihm schließlich die Möglichkeit geboten, Berlin und die Heeresfilmstelle zu verlassen. Nach Lernets Biographen Roman Roček[42] geschah dies auf Fürsprache von Jannings und des Vaters von Eva Vollbach, Lernets späteren Ehefrau, die er 1940 kennenlernte und mit der er seit 1941 liiert war.[43] Aufgrund seiner Qualitäten als Drehbuchautor erhielt Lernet-Holenia die Uk.-Stellung, die es ihm erlaubte, aus der Wehrmacht entlassen zu werden. Doch im Frühjahr 1944 wurde er erneut einberufen und sollte binnen 48 Stunden an die ungarische Front verlegt werden. Er machte nur eine Nacht Station in Wien – genug für seinen Freund, Alexander Hartwich, ihm mit einer Injektion, die hohes Fieber auslöste, die Rückkehr ins Kampfgeschehen zu ersparen. In das Lazarett von St. Wolfgang beordert, erhielt er dort Unterstützung durch seinen Freund und späteren Justizminister Christian Broda, der seine Genesung mittels falscher Atteste bis zum Ende des Krieges hinauszögerte.[44]

Lernet-Holenias Weg während des Zweiten Weltkriegs, er wurde einerseits zensiert, bedroht, an die Front zurückbeordert, andererseits konnte er sich durch den Einsatz einflussreicher Bekannter den Kampfhandlungen wieder entziehen, folgte einer paradoxen Bahn, die früher Rätsel aufgeben konnte. Doch die heute verfügbaren Dokumente und der Stand der Forschung haben eindeutig seine völlige Unempfänglichkeit für die nationalsozialistische Ideologie bestätigt. Die Werke, die unmittelbar nach dem Krieg entstanden, erhellen diesen ungewöhnlichen Werdegang noch stärker.[45]

Nachkriegszeit (1945–1955)

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Gedenktafel an seinem letzten Wohnort in der Wiener Hofburg

Im Herbst 1945 heiratete Lernet-Holenia Eva Vollbach in St. Wolfgang. Anfang der fünfziger Jahre ließ sich das Ehepaar in Wien nieder. Der Wiener Wohnsitz Lernet-Holenias war die Hofburg. Heute erinnert eine vom PEN-Club angebrachte Gedenktafel daran, dass Lernet-Holenia dort von 1952 bis zu seinem Tod lebte.

Alexander Lernet-Holenia bei den Salzburger Festspielen 1947

Zwischen 1939 und 1945 hat Lernet-Holenia – mit Ausnahme von Beide Sizilien – nichts Neues veröffentlicht, wohl aber viel geschrieben: Gedichte, kurze Prosatexte und den Roman Der Graf von Saint-Germain. Nach dem Ende des Krieges wand er sich an Wiener Verlage (Amandus-Edition, Bellaria-Verlag). Unzufrieden mit der Qualität der Arbeiten bei Amandus griff er anschließend auf Schweizer Verlage zurück (Pegasus-Verlag, Morgarten, Rascher), wobei er auch noch gelegentlich mit S. Fischer zusammengearbeitet hat. Ab 1955 übertrug er jedoch seine gesamte erzählerische Produktion den Paul Zsolnay Verlagen. 1951 erhielt er den Literaturpreis der Stadt Wien (Preis der Stadt Wien für Dichtkunst).

Aufgrund einer Ende 1945 in der Zeitschrift Der Turm[46], einem Organ des katholischen Konservatismus, erschienenen Erklärung wurde Lernet-Holenia in den Jahrzehnten der Nachkriegszeit häufig ohne Differenzierung dem Lager des kulturellen Konservatismus zugerechnet:

„In der Tat brauchen wir nur dort fortzusetzen, wo uns die Träume eines Irren unterbrochen haben, in der Tat brauchen wir nicht voraus-, sondern nur zurückzublicken. […]. […] Wir sind, im besten und wertvollsten Verstande, unsere Vergangenheit, wir haben uns nur zu besinnen, dass wir unsere Vergangenheit sind – und sie wird zu unserer Zukunft werden.“[47]

Dieses Etikett wird der komplexen Persönlichkeit und der Weltanschauung Lernet-Holenias nicht gerecht. In jener Zeit schickte er ebenfalls Texte an die kommunistische Zeitschrift Österreichisches Tagebuch sowie an die Arbeiter-Zeitung, das Organ der Sozialdemokratischen Partei, in der beispielsweise auch Maria Lazar publizierte. Er beteiligte sich an den brennendsten Debatten und Kontroversen, äußerte sich insbesondere über das Exil, über die „innere Emigration“ und auch gegen die Atombombe – in Formulierungen, die nichts von ihrer Aktualität eingebüßt haben.[48] Von 1954 bis 1967 wurde er zwar Mitherausgeber der Zeitschrift Forum, gegründet von Friedrich Torberg, einem kompromisslosen Antikommunisten, der sich insbesondere von 1956 bis 1962 stark für den Boykott der Brecht-Stücke auf den Wiener Bühnen eingesetzt hat.[49] Das hinderte Lernet-Holenia jedoch keineswegs daran, im Jahr 1956, unmittelbar nach dem Tod Benns und Brechts, einen Beitrag im Forum zu veröffentlichen, in dem er das dichterischen Werks der beiden huldigte – und sie in jenem sehr für ihn typischen Lob vereint, das dem Artikel seinen Titel gibt: „Zwei deutsche Dichter“.[50]

Alexander Lernet-Holenia beim Schreiben in Wien in den 1960er Jahren

Doch vielleicht mehr noch als seine intensive Tätigkeit als Essayist und Briefschreiber mit scharfer Beobachtungsgabe, waren die in den Jahren 1945–1955 entstandenen Werke von besonderer Bedeutung. Bereits 1946 erregte die Elegie Germanien Aufsehen:[51] Lernet-Holenia, der jede Amnesie ablehnte, die einer politischen und kulturellen Stabilisierung dienlich sein könnte, benannte als einer der Ersten das Problem der kollektiven Verantwortung für das nationalsozialistische Grauen. Er warf dem Dritten Reich vor, selbst den Tod pervertiert zu haben, wodurch der zyklische Lauf der Geschichte für immer blockiert worden sei.[52] Aufgrund ihrer Form konnte die Elegie Germanien manchem fälschlicherweise so erscheinen, als richte sie sich nur an die Deutschen. Doch die Romane Der Graf von Saint-Germain (1948) und Der Graf Luna (1955) führten, gegen den Strom der damaligen Zeit, die Auseinandersetzung mit der spezifisch österreichischen individuellen und kollektiven Schuld an den während des Nationalsozialismus begangenen Verbrechen fort.

In Der Graf Luna steht ein Österreicher adliger Herkunft im Zentrum, dessen „Nachlässigkeit“ indirekt den Tod eines Mannes in einem Konzentrationslager verursacht hatte. Roček ist der Ansicht, dass dieser Roman wohl Lernet-Holenias schonungslosestes Werk über den Nationalsozialismus ist.[53] Um seine Bedeutung zu ermessen, muss man sich vergegenwärtigen, dass er Anfang April 1955 erschien – eineinhalb Monate vor der Unterzeichnung des Staatsvertrags in Wien, der Österreich seine Souveränität zurückgab und seine Neutralität festschrieb. Deshalb bemühten sich die politischen Instanzen zu dieser Zeit, die politische, soziale und wirtschaftliche Stabilität zu festigen, die auf die moralischen und materiellen Schwierigkeiten der unmittelbaren Nachkriegszeit gefolgt war. Der Graf Luna, ebenso wie Der Graf von Saint-Germain, stellte sich gegen diese „Opferthese“, die bis in die 1980er Jahre die offizielle Position Österreichs bleiben sollte.[54]

1954 scheiterte der damalige Unterrichtsminister Ernst Kolb mit dem Vorschlag, Lernet-Holenia zum Direktor des Burgtheaters zu ernennen. Die öffentlichen Widerstände gegen Lernets Bestellung entzündeten sich unter anderem an Lernets gelegentlichen Veröffentlichungen im kommunistischen Wiener Tagebuch und an damals gegen ihn laufenden – letztlich ergebnislosen – Finanzstrafverfahren.[55]

Die letzten Jahre

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Die literarische Produktivität Lernet-Holenias ließ weiterhin nicht nach: neue Romane, zahlreiche kurze Erzählungen, sowie die Biographien Prinz Eugen (1960) und Naundorff (1961) erschienen. Über ein Jahrzehnt hinweg (1957–1968) erhielt Lernet-Holenia noch zahlreiche Preise und Auszeichnungen.[56]

Doch ab der Wende zu den sechziger Jahren drängen sich Räsonnements, die die Unwürdigkeit der letzten Mitglieder des österreichischen Kaiserhauses belegen sollen, immer stärker in seine Texte. Diese identitäre Verortung vermischt unaufhörlich Familiengenealogie und Geschichte. Die genealogischen Obsessionen sprengen das Gefüge der Erzählungen, das seine konstitutiven Elemente nicht mehr zu verbinden vermag. Die Kritik, wenig schmeichelhaft, kam bisweilen zu dem Schluss, Lernet-Holenia parodiere sich selbst.[57] Parallel dazu wurden öffentliche Ausfälligkeiten Lernet-Holenias berühmter als seine Schriften. Neben kultivierter Höflichkeit war der „Grandseigneur der Literatur“ zu denkwürdigen Wutausbrüchen fähig. Die Presse berichtete daher weniger über ihn auf ihren Literaturseiten als in Klatschkolumnen und Gerichtsreportagen. Lernet-Holenias kämpferischer Eifer richtete sich unterschiedslos gegen Verwaltungsbehörden, Politiker, die Presse und seine Standesgenossen der feinen Gesellschaft.

Grab von Alexander Lernet-Holenia am Friedhof Hietzing

In der Politik entzog sich Lernet-Holenia ebenso allen Etiketten: er unterstützte die sozialistische Kandidatur von Franz Jonas für das Präsidentenamt, griff jedoch gleichzeitig die SPÖ in den Spalten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung an. Beim offiziellen Diner am 23. Oktober 1972 anlässlich des 75. Geburtstags von Lernet-Holenia hielt Bruno Kreisky ein aufschlussreiches „Lob“, in dem er „den großen Schriftsteller, den großen Österreicher und die starke Persönlichkeit, deren Meinungen man oft nur schwer teilen kann“, feierte.[58] Im Januar 1969 willigte er widerwillig ein Franz Theodor Csokor, der eben verstorben war, an der Spitze des österreichischen PEN-Clubs nachzufolgen.

Am 19. Oktober 1972 trat er lautstark von der Leitung des österreichischen PEN-Clubs zurück und verließ zugleich die Vereinigung – aus Protest gegen die Verleihung des Literaturnobelpreises an Heinrich Böll, den damaligen Präsidenten des Internationalen PEN-Clubs, dem er Sympathien für die Rote Armee Fraktion vorwarf. Lernet-Holenia erklärte gegenüber der Presse, er missbillige gleichermaßen die Entscheidung des Nobelkomitees wie auch die Haltung Bölls, die die literarischen Institutionen in eine politische Tribüne verwandelt hätten.[59] Trotz seines Zerwürfnisses mit dem PEN-Club wurde Lernet-Holenia im Sommer 1976, sehr kurz vor seinem Tod, erneut aufgenommen – diesmal als Ehrenmitglied.

Lernet-Holenia starb am 3. Juli 1976 in Wien an Lungenkrebs. Er ruht auf dem Friedhof Hietzing, in einem Ehrengrab der Stadt Wien (Gruppe 30, Nummer 23).

Zu seinen Lebzeiten war Lernet-Holenia nicht zuletzt wegen seines Hanges zu polemischer Zeitkritik heftig umstritten. Gleichwohl wurden seine Werke wegen ihres eleganten Stils und außergewöhnlichen Erzählkunst viel gelesen. Stefan Zweig beschrieb Lernet-Holenia in einem Brief an den Komponisten Richard Strauss als

„ein[en] geheimnisvolle[n] Mensch[en] als Dichter, ganz groß in seinen Gedichten und einigen seiner dramatischen Szenen, dann wieder unglaublich lässig, wenn er mit der linken Hand und aus Geldverdienerei Komödien oder seichte Romane schreibt, die dann gar keine Tiefe, aber immer noch Grazie haben. Eine Arbeit mit Ihnen, dachte ich mir, könnte ihn zur höchsten Produktivität reizen, denn wenn in ihm das Feurige erwacht, ist er nach meinem Empfinden großartiger als alle andern.“[60]

In jüngerer Zeit gelangten auch die Motive und die phantastischen Elemente seiner Werke in den Blick der Literaturwissenschaft. Beispielhaft für die jüngere Rezeptionsgeschichte ist folgende Beurteilung:

„Es wäre wohl nicht verfehlt, Lernet-Holenia […] als den wichtigsten österreichischen Erzähler des Phantastischen, neben Perutz, dessen letzten Roman er herausgab, anzusehen.“[61]

Werke (chronologisch)

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  • Pastorale. (Lyrik) Wiener literarische Anstalt, Wien, 1921
  • Kanzonnair. (Lyrik) Insel, Leipzig, 1923
  • Demetrius Haupt- und Staatsaktion. (Tragödie in sechs Bildern) S. Fischer, Berlin, 1926
  • Alkestis. (Szene) S. Fischer, Berlin, 1926
  • Ollapotrida. (Komödie / 1 Akt) S. Fischer, Berlin, 1926
  • Österreichische Komödie. (Lustspiel in 3 Akten) S. Fischer, Berlin, 1926
  • Das Geheimnis Sankt Michaels. (Lyrik) S. Fischer, Berlin, 1927
  • Erotik. 1927 (Komödie in 3 Akten) S. Fischer, Berlin, 1927
  • Szene als Einleitung zu einer Totenfeier für Rainer Maria Rilke. (Szene) Herbert Reichner Verlag, Wien, 1927
  • Die Frau in der Wolke. (Lustspiel in 3 Akten gemeinsam verfasst mit Rudolf Lothar) Felix Bloch Erben, Berlin-Wilmersdorf, 1928
  • Gelegenheit macht Liebe. (auch: Quiproquo, Komödie in 3 Akten, gemeinsam verfasst mit Stefan Zweig veröffentlicht unter dem Pseudonym Clemens Neydisser) Felix Bloch Erben, Berlin-Wilmersdorf, 1928
  • Parforce. (Komödie in 3 Akten) S. Fischer, Berlin, 1928
  • Die nächtliche Hochzeit. (1 Akt nach einem Gedicht von Detlev von Liliencron, in späterer Neufassung 3 Akte) S. Fischer, Berlin, 1929
  • Tumult. (auch Mariage, Lustspiel in 3 Akten) Felix Bloch Erben, Berlin-Wilmersdorf, 1929
  • Die Attraktion (auch: Transaktion und Ein Optimist, Lustspiel in 3 Akten, gemeinsam mit Paul Frank) Georg Marton Verlag, Wien, 1930
  • Die nächtliche Hochzeit. (Roman) S. Fischer, Berlin, 1930
  • Die Abenteuer eines jungen Herrn in Polen. (Roman) Gustav Kiepenheuer, Berlin, 1931
  • Kavaliere. (Komödie in 3 Akten) S. Fischer, Berlin, 1931
  • Kapriolen. (Komödie in 4 Akten, in späterer gekürzter Neufassung unter dem Titel Lauter Achter und Neuner Komödie in 3 Akten) Georg Marton Verlag, Wien, 1931
  • Liebesnächte. (Komödie in 3 Akten) Gustav Kiepenheuer, Berlin, 1931
  • Die Abenteuer der Kascha. (Komödie) Gustav Kiepenheuer, Berlin, 1932
  • Die Lützowschen Reiter. (Trauerspiel in 3 Aufzügen) Gustav Kiepenheuer, Berlin, 1932
  • Ljuba's Zobel. (Roman; Neuauflage 1954 unter dem Titel Die Frau im Zobel) Gustav Kiepenheuer, Berlin, 1932
  • Remasuri (auch Tohuwabohu, „Bürgerlicher Schwank“ in acht Bildern gemeinsam mit Hans Adler und Paul Frank), Theater-Verlag Eirich, Wien 1932
  • Ich war Jack Mortimer. (Roman) S. Fischer, Berlin, 1933
  • Jo und der Herr zu Pferde. (Roman)[63] Gustav Kiepenheuer, Berlin, 1933
  • Die Frau des Potiphar. (Lustspiel in 5 Akten) S. Fischer, Berlin, 1934
  • Die Standarte. (Roman) S. Fischer, Berlin, 1934
  • Die Goldene Horde. (Lyrik) Herbert Reichner Verlag, Wien, Leipzig, Zürich, 1935
  • Die neue Atlantis. (Erzählungen; enthält: Atlantis; Der Marathonlauf; Die Thebais; Tamerlan der Große; Die Eroberung von Peru; Die Heiligen Drei Könige von Totenleben; Die Flucht nach Paris; Die Kurgane; Maresi). S. Fischer, Berlin, 1935
  • Der Baron Bagge. (Novelle) S. Fischer, Berlin, 1936
  • Der Herr von Paris. Eine Erzählung aus der Zeit der großen Revolution in Frankreich. (Erzählung) Herbert Reichner Verlag, Wien, Leipzig, Zürich 1935
  • Die Auferstehung des Maltravers. (Roman) Herbert Reichner Verlag, Wien, Leipzig, Zürich 1936
  • Der Mann im Hut. (Roman) S. Fischer, Berlin, 1937
  • Glastüren. 1937 (Komödie in 3 Akten) S. Fischer, Berlin, 1937
  • Mona Lisa. (Erzählung) Höger Verlag, Wien, 1937
  • Riviera. (Roman) S. Fischer, Berlin, 1937
  • Strahlenheim. (Erzählung) S. Fischer, Berlin, 1938
  • Ein Traum in Rot. (Roman Umschlag von Alfred Kubin) S. Fischer, Berlin, 1939
  • Mars im Widder. (Roman ist nach Fertigstellung der Auflage untersagt worden und erst 1947 bei Bermann-Fischer in Stockholm erschienen) S. Fischer, Berlin, 1941
  • Beide Sizilien. (Roman) Suhrkamp, Berlin, 1942
  • Die Titanen. (Lyrik) Österreichischen Kulturvereinigung in der Reihe der Turm-Schriften. Amandus-Edition, Wien, 1945
  • Der siebenundzwanzigste November. (Erzählungen; enthält: Die Schlacht am Don; Der Pembroke-Brief; Brakenbourg oder der Herr von Paris; Eine Liebesgeschichte aus der Zeit der Napoleonischen Kriege; Die Baronesse; Die drei Federn; Die beiden Dianen; Der siebenundzwanzigste November) Amandus-Edition, Wien, 1945
  • Die Trophae. (Lyrik & Szenen) Pegasus, Zürich, 1946
  • Saul. Alkestis. (Zwei Einakter) Pegasus, Zürich, 1946
  • Germanien. (Lyrik) Suhrkamp, Berlin, 1946 und Bermann-Fischer, Stockholm, 1946
  • Spangenberg. (Erzählungen; enthält: Ein Liebeslied; Eine Liebschaft des Condé; Hildebrands Lied; Die drei Lebenden und die drei Toten; Das Pendel Leon Foucaults; Spangenberg; Quasi ein Lustspiel; Die Verlobung; Das Rendezvous; Paris–Wien 1900) Bellaria, Wien 1946
  • Der zwanzigste Juli. (Erzählung) Erasmus, Wien, 1947
  • Der Graf von Saint Germain. (Roman) Conzett & Huber, 1948
  • Spanische Komödie. (Komödie in 3 Akten, in späterer Neufassung mit 5 Akten), Bermann-Fischer, Wien, 1948
  • Das Feuer. (Lyrik) Erasmus, Wien, 1949
  • Die Inseln unter dem Winde. (Roman) S. Fischer, Berlin, 1952
  • Die Wege der Welt. (Erzählungen; enthält: Die vierte Ekloge; Die Schlacht am Don; Hildebrands Lied; Die drei Lebenden und die drei Toten; Der Pembroke-Brief; Ein Liebeslied; Eine Liebesgeschichte aus der Zeit der napoleonischen Kriege; Wunder der Welt; Das Pendel Léon Foucaults; Die Baronesse; Paris–Wien 1900; Herr und Frau Friedrichsen; Die beiden Dianen; Das Calatrava-Kreuz; Das Rendezvous; Beaufort; Alistair und Averil) Herold Verlag, 1952
  • Monologische Kunst –? (Ein Briefwechsel zwischen Alexander Lernet-Holenia und Gottfried Benn) Limes Verlag, Wiesbaden, 1953
  • Der junge Moncada. (Roman) Rascher Verlag, Zürich, 1954
  • Das Finanzamt. Aufzeichnungen eines Geschädigten. (Roman) Paul Zsolnay Verlag, Wien, 1955
  • Das Finanzamt. (Komödie in drei Akten) S. Fischer, Berlin, 1956
  • Der Graf Luna. (Roman) Paul Zsolnay Verlag, Wien, 1955
  • Radetzky. (Schauspiel in drei Akten) S. Fischer, Berlin, 1956
  • Das Goldkabinett. (Roman) Paul Zsolnay Verlag, Wien, 1957
  • Das Goldkabinett. (Komödie in drei Akten), S. Fischer, Berlin, 1957
  • Die Schwäger des Königs (Schauspiel in drei Akten), Paul Zsolnay Verlag, Wien, 1958
  • Die vertauschten Briefe. (Roman) Paul Zsolnay Verlag, Wien, 1958
  • Die wahre Manon. (Nachdichtung des Romans von Antoine-François Prévost: Histoire du Chevalier des Grieuse el de Manon Lescaut) Paul Zsolnay Verlag, Wien, 1959
  • Der wahre Werther. (Nachdichtung des Romans von Johann Wolfgang Goethe Die Leiden des jungen Werthers) Paul Zsolnay Verlag, Wien, 1959
  • Die Thronprätendenten. (Lustspiel in 3 Akten) Paul Zsolnay Verlag, Wien, 1960
  • Prinz Eugen. (Biographie) Paul Zsolnay Verlag, Wien, 1960
  • Naundorff. (Biographie) Paul Zsolnay Verlag, Wien, 1961
  • Das Halsband der Königin. (Roman über die Halsbandaffäre), Paul Zsolnay Verlag, Wien, 1962
  • Das Bad an der belgischen Küste (Erzählungen; enthält: Besuch in der Mailänder Scala; Beschreibung einer Fahrt in das Salzkammergut; Koffertragödie; Das Leben der Wege; Das Bad an der belgischen Küste; Die nächtliche Hochzeit; Eine Liebschaft des Condé; Quasi ein Lustspiel; Die Verlobung; Das Rendezvous; Beilis; Aglaja; Die Schwestern; Der gestohlene Mord; Österreichische Weihnachtslegende; Notizen aus Griechenland; Galilei; Des Königs Ehre; Hohenheim) Paul Zsolnay Verlag, Wien, 1963
  • Götter und Menschen. (Erzählungen; enthält: Atlantis; Der Marathonlauf; Die Thebais; Tamerlan der Große; Die Eroberung von Peru; Der Brief des Lord Chandos; Die Heiligen Drei Könige von Totenleben; Die Flucht nach Paris; Manzoni und das Christentum; Hitlers Herkunft; Die Kurgane; Erinnerungen an Ödön Horvath; Die drei Federn; Ein Traum in Rot; Die Arie des Grafen Luna; Das Walser Feld) Paul Zsolnay Verlag, Wien, 1964
  • Die weiße Dame. (Roman) Paul Zsolnay Verlag, Wien, 1965
  • Vitrine XIII. Geschichte und Schicksal der österreichischen Kronjuwelen. (Roman unter dem Pseudonym: Alphonse de Sondheimer) Paul Zsolnay Verlag, Wien, 1966[64]
  • Pilatus. Ein Komplex. (Roman) Paul Zsolnay Verlag, Wien, 1967
  • Die Hexen. (Roman) Paul Zsolnay Verlag, Wien, 1969
  • Die Hexe von Endor. (Schauspiel in zwei Akten) Paul Zsolnay Verlag, Wien, 1970
  • Die Geheimnisse des Hauses Österreich. (Roman) Flamberg Verlag, Zürich, 1971
  • Die Beschwörung. (Roman unter dem Pseudonym: G. T. Dampierre) Paul Zsolnay Verlag, Wien, 1974

Literarische Vorlage

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  • Margit Dirscherl/Oliver Jahraus (Hrsg.): Prekäre Identitäten. Historische Umbrüche, ihre politische Erfahrung und literarische Verarbeitung im Werk Alexander Lernet-Holenias. Königshausen & Neumann Verlag, Würzburg 2020, ISBN 978-3-8260-6764-8.
  • Christopher Dietz: Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny. Briefe 1938–1945. Böhlau, Wien 2012, ISBN 978-3-205-78887-4.
  • Roman Roček: Die Waage der Welt - Diskurse über Alexander Lernet-Holenia. Plattform Johannes Martinek Verlag, Perchtoldsdorf 2010, ISBN 978-3-9502885-0-6.
  • Volker Weidermann: Das Buch der verbrannten Bücher. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2008, ISBN 978-3-462-03962-7, (zu Lernet-Holenia S. 71–73).
  • Carl Zuckmayer, Alexander Lernet-Holenia: Briefwechsel. Ediert, eingeleitet und kommentiert von Gunther Nickel. In: Zuckmayer-Jahrbuch. Band 8, Wallstein Verlag, Göttingen 2006, S. 9–185. ISBN 978-3-8353-0001-9
  • Marina Rauchenbacher: Wege der Narration. Subjekt und Welt in Texten von Leo Perutz und Alexander Lernet-Holenia. Praesens, Wien 2006, ISBN 3-7069-0359-8.
  • Franziska Mayer: Wunscherfüllungen. Erzählstrategien im Prosawerk Alexander Lernet-Holenias. Böhlau, Köln u. a. 2005, ISBN 3-412-16004-0.
  • Thomas Hübel, Manfred Müller, Gerald Sommer (Hrsg.): Alexander Lernet-Holenia. Resignation und Rebellion. Beiträge des Wiener Symposions zum 100. Geburtstag des Dichters. Ariadne Press, Riverside, California 2005, ISBN 1-57241-143-0 (Aufsatzsammlung).
  • Hélène Barrière, Thomas Eicher, Manfred Müller (Hrsg.): Schuld-Komplexe. Das Werk Alexander Lernet-Holenias im Nachkriegskontext. Athena, Oberhausen 2004, ISBN 3-89896-192-3 (Aufsatzsammlung).
  • Hélène Barrière, Thomas Eicher, Manfred Müller (Hrsg.): Personalbibliographie Alexander Lernet-Holenia. Athena, Oberhausen 2001, ISBN 3-932740-88-2.
  • Charlotte Gamber: Der "Fall" Lernet-Holenia, Adler, Wien 2000.
  • Rüdiger Görner: Unerhörte Klagen, Deutsche Elegien des 20. Jahrhunderts, Im Zentrum des Buches steht neben Celans "Todesfuge", Lernets "Germanien", Insel Verlag, Frankfurt a. M. und Leipzig, 2000, ISBN 978-3-458-17034-1
  • Thomas Eicher, Bettina Gruber (Hrsg.): Alexander Lernet-Holenia. Poesie auf dem Boulevard. Böhlau, Köln u. a. 1999, ISBN 3-412-15998-0 (Aufsatzsammlung).
  • Johann Holzner und Karl Müller (Hrsg.): Zwischenwelt - Literatur der "Inneren Emigration" aus Österreich, mit Beiträgen u. a. von: Robert Dassanowsky: Österreich contra Ostmark: Alexander Lernet-Holenia's "Mars im Widder" as Resistance Novel; Roman Roček: Zwischen Subversion und Innerer Emigration. Alexander Lernet Holenia und der Nationalsozialismus, Döcker Verlag, Wien 1998.
  • Roman Roček: Die neun Leben des Alexander Lernet-Holenia. Eine Biographie. Böhlau, Wien u. a. 1997, ISBN 3-205-98713-6.
  • Thomas Hübel und Manfred Müller: Alexander Lernet-Holenia. Die Lust an der Ungleichzeitigkeit, Paul Zsolnay Verlag, Wien 1997.
  • Patrice Blaser und Manfred Müller: Widerspiel - Wiener Schauplätze in Leben und Werk Alexander Lernet-Holenias, Österreichische Gesellschaft für Literatur, Wien 1997.
  • Robert Dassanowsky: Phantom Empires: The Novels of Alexander Lernet-Holenia and the Question of Postimperial Austrian Identity. Ariadne Press, Riverside, California 1996, ISBN 1-57241-030-2.
  • Hilde Spiel: Eine vielschichtige Figur. Alexander Lernet-Holenia zum 70. Geburtstag. In: Die Dämonie der Gemütlichkeit – Glossen zur Zeit und andere Prosa, List Verlag, München 1991.
  • Eva-Suzanne Bayer-Klötzer: Lernet-Holenia, Alexander. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 14. Duncker & Humblot, Berlin 1985, ISBN 3-428-00195-8, S. 315–317 (deutsche-biographie.de).
  • Peter Pott: Alexander Lernet-Holenia. Gestalt, dramatisches Werk und Bühnengeschichte. Braumüller, Wien u. a. 1972.
  • Festschrift zum 70. Geburtstag des Dichters mit Beiträgen von: Zuckmayer, Torberg, Melchinger, Sebestyén, u. a., Paul Zsolnay Verlag, Wien 1967.
Commons: Alexander Lernet-Holenia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Vgl. Alexander Dreihann-Holenia, «Alexander Lernet-Holenia: Herkunft, Kindheit und Jugend», in Thomas Eicher, Bettina Gruber (hrsg.), Alexander Lernet-Holenia. Poesie auf dem Boulevard, Köln, Böhlau, 1999, S. 19; Charlotte Gamber, Der „Fall“ Lernet-Holenia, Heraldisch-Genealogische Gesellschaft, Wien, 2000, S. 2.
  2. Roman Roček: Die neun Leben des Alexander Lernet-Holenia: Eine Biographie. Böhlau, Wien 1997, ISBN 3-205-98713-6, S. 30–41.
  3. Hélène Barrière: Alexander Lernet-Holenia (1897–1976) Essai biographique. In: Internationale Alexander Lernet-Holenia Gesellschaft. 2025, abgerufen am 16. Februar 2026 (französisch).
  4. Roman Roček: Die neun Leben des Alexander Lernet-Holenia: Eine Biographie. Böhlau, Wien 1997, ISBN 3-205-98713-6, S. 61–62.
  5. Roman Roček: Die neun Leben des Alexander Lernet-Holenia: Eine Biographie. Böhlau, Wien 1997, ISBN 3-205-98713-6, S. 64.
  6. Roman Roček: Die neun Leben des Alexander Lernet-Holenia: Eine Biographie. Böhlau, Wien 1997, ISBN 3-205-98713-6, S. 74–81.
  7. Brief vom 18. August 1919 an Rainer Maria Rilke, zitiert nach Roman Roček (Hrsg.): Alexander Lernet-Holenia. Das lyrische Gesamtwerk, Wien / Darmstadt, Paul Zsolnay, S. 631.
  8. Hermann Bahr: Liebe der Lebenden: Tagebücher 1921-1923. Hrsg.: Franz Borgmeyer. Band 1. F. Borgmeyer, Hildesheim 1924, S. 48 ff.
  9. Rainer Maria Rilke, Katharina Kippenberg: Briefwechsel. Hrsg.: Bettina von Bomhard. Insel, Wiesbaden 1954, S. 411 ff.
  10. Hermann Bahr, Liebe der Lebenden. Tagebücher 1921–1923, Hildesheim, Franz Borgmeyer, 1925, Bd. 2, S. 388, zitiert nach Günther Berger, „Ein dichtender Grandseigneur. Beiträge zur Vervollständigung der Biographie und des Werkes von Alexander Lernet-Holenia (1897–1976)“, Österreich in Geschichte und Literatur mit Geographie 33 (2), 1989, S. 96.
  11. „Hier springt aus einem unserer reinsten lyrischen Dichter, aus dem unvergleichlichen Wortgoldschmied des Kanzonairs, nun auf einmal mit einem Löwensatz ein vollendeter Tragiker hervor, hier rauscht zum erstenmal seit der Schlegel Tieck Übersetzung Shakespeares und Grillparzers Alterswerken wieder der Orgelklang der dramatischen Rede hohen Stils, hier kündigt sich ein kommendes Barock, ein tief gotisch aufatmendes Barock von einer Wölbung, einer Spannung an, daß wir vor solcher Vermessenheit zurückschaudern müßten, stünde das ungeheure Wagnis nicht schon in gelassener Vollendung vor uns.“ Zitiert nach Hermann Bahr, in: Alexander Lernet-Holenia, Demetrius. Haupt- und Staatsaktion, S. Fischer Verlag, Berlin, 1925. Vgl. original Umschlagabbildung
  12. „Da nehme ich ihn lieber wieder zurück“. Komödie um den Kleist-Preis. In: Leipziger Neueste Nachrichten, 12 September 1930.
  13. Hélène Barrière: Alexander Lernet-Holenia (1897–1976) Essai biographique. In: Internationale Alexander Lernet-Holenia Gesellschaft. 2025, abgerufen am 14. Februar 2026 (französisch).
  14. Ein Ausdruck, den Friedrich Torberg 1955 prägte („Ein schwieriger Herr“, in Alexander Lernet-Holenia. Festschrift zum 70. Geburtstag des Dichters, Wien / Hamburg, Paul Zsolnay, 1967, S. 17) und der seither immer wieder aufgegriffen wurde.
  15. Heinz Wittmann: Gespräche mit Dichtern. Österreichische Verlagsanstalt, Wien 1976, S. 94–95.
  16. Peter Pott: Alexander Lernet-Holenia - Gestalt, dramatisches Werk und Bühnengeschichte. Wilhelm Braumüller Universitäts-Verlagbuchhandlung, Wien / Stuttgart 1972, S. 148–151.
  17. Richard Strauss, Stefan Zweig: Briefwechsel. Hrsg.: Willi Schuh. S. Fischer, Frankfurt am Main 1957, S. 170 ff., 155, 146, 144, 142, 112, 116.
  18. Roman Roček: Die neun Leben des Alexander Lernet-Holenia: Eine Biographie. Böhlau, Wien / Köln / Weimar 1997, ISBN 3-205-98713-6, S. 97–103.
  19. Vgl. Alexander Dreihann-Holenia, «Alexander Lernet-Holenia: Herkunft, Kindheit und Jugend», in Thomas Eicher, Bettina Gruber (hrsg.), Alexander Lernet-Holenia. Poesie auf dem Boulevard, Köln, Böhlau, 1999, S. 36.
  20. 10 Vgl. Alexander Lernet-Holenia, „Ich wollte, er lebte uns noch!“, in Hanns Arens (Hrsg.): Stefan Zweig. Im Zeugnis seiner Freunde, überarb. und erw. Ausg., München/Wien, Langen-Müller, 1968, S. 84.
  21. Gunther Nickel, Erwin Rotermund (hrsg.), Carl Zuckmayer – Alexander Lernet-Holenia. Briefwechsel und andere Beiträge zur Zuckmayer-Forschung, Zuckmayer-Jahrbuch, Band 8, Wallstein, 2005/06, S. 22.
  22. Carl Zuckmayer, «Die Siegel des Dichters», Festschrift zum 70. Geburtstag des Dichters, S. 7.
  23. Traugott Krischke: Ödön von Horváth. Kind seiner Zeit. Ullstein, Berlin 1998, ISBN 3-548-26525-1, S. 186.
  24. Hans-Harald Müller, Brita Eckert (Hrsg.): Leo Perutz 1882–1957. Eine Ausstellung der Deutschen Bibliothek Frankfurt am Main, Wien / Darmstadt, P. Zsolnay (Sonderveröffentlichungen der Deutschen Bibliothek, 17), 1989, S. 207.
  25. Vgl. den Brief, den Lernet-Holenia ihm am 8. Mai 1932 als Dank zuschickt, wobei er hervorhebt, dass er es stark verändert habe (Hans-Harald Müller, Brita Eckert (Hrsg.): Leo Perutz 1882-1957. Eine Ausstellung der Deutschen Bibliothek Frankfurt am Main, Wien/Darmstadt, P. Zsolnay (Sonderveröffentlichungen der Deutschen Bibliothek, 17), 1989, S. 66) – was ein zehn Jahre später, am 12. August 1942, an Hans Reimann gerichteter Brief bestätigt (Deutsches Literaturarchiv Marbach am Neckar, A: REIMANN, nicht nummerierte Serie).
  26. Leo Perutz: Der Judas des Leonardo. Hrsg.: Alexander Lernet-Holenia. Paul Zsolnay Verlag, Hamburg / Wien 1959, S. 232.
  27. Siehe Handschriftensammlung der Österreichischen Nationalbibliothek, Nachlass Annie Lifczis, Serie Nr. 31.124: „Biographisches. Genealogie und Lebensläufe. Parte 1952–1976“, Stück Nr. 6, biographische Notizen.
  28. Christopher Dietz: Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny. Briefe 1938-1945. Böhlau, Wien/Köln/Weimar 2013, ISBN 978-3-205-78887-4, S. 20.
  29. „Antwort an die literarischen Emigranten“, ein Brief, der am 24. Mai im Berliner Rundfunk verlesen und am folgenden Tag in der Deutschen Allgemeinen Zeitung veröffentlicht wurde. Er stellt die Antwort auf ein Schreiben dar, das ihm Klaus Mann am 9. Mai 1933 privat aus Le Lavandoux zugesandt hatte.
  30. Brief vom 27. Mai 1933 an Gottfried Benn, Handschriftensammlung des Deutschen Literaturarchivs Marbach am Neckar, A: BENN, Nr. 86.9468/1. Abgedruckt in: Thomas Hübel, Manfred Müller (Hrsg.): Alexander Lernet-Holenia: Die Lust an der Ungleichzeitigkeit, Wien, Zsolnay, 1997, S. 51–59.
  31. Vgl. Gerald Sommer, „Er dient um die Erlaubnis, eine öffentliche Heimsuchung sein zu dürfen‘. Anmerkungen zu Willkür und Wohlwollen fiskalischer Organe, ausgehend von Alexander Lernet-Holenias Roman Das Finanzamt“, S. 187, in Thomas Hübel, Manfred Müller, Gerald Sommer (Hrsg.): Alexander Lernet-Holenia. Resignation und Rebellion. „Bin ich denn wirklich, was ihr einst wart?“ Beiträge des Wiener Symposions zum 100. Geburtstag des Dichters, Riverside (CA), Ariadne Press, 2005, S. 181.
  32. Roman Roček: Die neun Leben des Alexander Lernet-Holenia: Eine Biographie. Böhlau, Wien 1997, ISBN 3-205-98713-6, S. 202–203.
  33. Zu den Einzelheiten dieser drei entscheidenden Jahre im Leben und Schaffen Lernet-Holenias siehe Roman Roček, Die neun Leben des Alexander Lernet-Holenia: Eine Biographie, S. 227–248, sowie Christopher Dietz, Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny. Briefe 1938–1945, Wien/Köln/Weimar, Böhlau, 2013, S. 35–70.
  34. Roman Roček: Die neun Leben des Alexander Lernet-Holenia: Eine Biographie. Böhlau, Wien / Köln / Weimar 1997, ISBN 3-205-98713-6, S. 227–233.
  35. Roman Roček, Die neun Leben des Alexander Lernet-Holenia: Eine Biographie, Wien/Köln/Weimar, Böhlau, 1997, S. 236–238 und Christopher Dietz, Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny. Briefe 1938–1945, Wien/Köln/Weimar, Böhlau, 2013, S. 42–43.
  36. Christopher Dietz: Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny. Briefe 1938-1945. Böhlau, Wien / Köln / Weimar 2013, ISBN 978-3-205-78887-4, S. 54–56.
  37. Alexander Lernet-Holenia: Mars im Widder. Bermann-Fischer, Stockholm 1947, S. 171.
  38. Alexander Lernet-Holenia: Mars im Widder. Bermann-Fischer, Stockholm 1947, S. 240.
  39. Zum Geheimnis, das diese Ernennung umgibt, und zu den Fragen, die sie aufwirft – auch bei Lernet-Holenia selbst –, siehe Christopher Dietz, Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny. Briefe 1938–1945, Wien/Köln/Weimar, Böhlau, 2013, S. 57–60.
  40. Christopher Dietz: Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny. Briefe 1938-1945. Böhlau, Wien / Köln / Weimar 2013, ISBN 978-3-205-78887-4, S. 60.
  41. Gottfried Benn: Gottfried Benn: Briefe an F.W. Oelze 1932-1945. Hrsg.: Harald Steinhagen, Jürgen Schröder. Limes Verlag, Wiesbaden / München 1977, S. 311 ff.
  42. Roman Roček: Die neun Leben des Alexander Lernet-Holenia: Eine Biographie. Böhlau, Wien 1997, ISBN 3-205-98713-6, S. 241–243.
  43. Christopher Dietz: Alexander Lernet-Holenia und Maria Charlotte Sweceny. Briefe 1938-1945. Böhlau, Wien / Köln / Weimar 2013, ISBN 978-3-205-78887-4, S. 67 und 122.
  44. Roman Roček: Die neun Leben des Alexander Lernet-Holenia: Eine Biographie. Böhlau, Wien 1997, ISBN 3-205-98713-6, S. 244–246.
  45. Hélène Barrière: Alexander Lernet-Holenia (1897–1976) Essai biographique. In: https://www.lernet-holenia.com/. Internationale Lernet-Holenia Gesellschaft, 2025, abgerufen am 27. Januar 2026 (französisch).
  46. Der Turm. Abgerufen am 21. Februar 2026.
  47. Alexander Lernet-Holenia, „Gruß des Dichters“, 17. Oktober 1945, Der Turm (Wien) 1, Heft 4/5 (1945–1946), S. 109 (Hervorhebung von Lernet-Holenia). Text wiedergegeben in: Patrice Blaser und Manfred Müller: Widerspiel - Wiener Schauplätze in Leben und Werk Alexander Lernet-Holenias, Österreichische Gesellschaft für Literatur, Wien 1997, S. 60.
  48. „Was mich und meine persönlichen Überzeugungen betrifft, so bitte ich Sie, davon überzeugt zu sein, dass ich — in meiner Eigenschaft als mehr oder weniger unfreiwilliger Teilnehmer an zwei Weltkriegen — der Ansicht bin, jede Waffe, die nicht den Kämpfer trifft oder sich darauf beschränkt, den Kämpfer zu treffen, sondern die Zivilbevölkerung und damit Frauen und Kinder, sollte verbannt werden.“ (Alexander Lernet-Holenia, „Für die Ächtung der Atomwaffe“, Tagebuch 9, 29. Apr. 1950).
  49. Patrice Blaser, Manfred Müller: Widerspiel - Wiener Schauplätze in Leben und Werk Alexander Lernet-Holenias. Österreichische Gesellschaft für Literatur, Wien 1997, S. 74–76.
  50. Alexander Lernet-Holenia, «Zwei deutsche Dichter. Aus Anlaß des Hinscheidens von Gottfried Benn und Bertolt Brecht », Forum (Wien) 3 (33), Sept. 1956, S. 321–323.
  51. Alexander Lernet-Holenia: Alexander Lernet-Holenia. Das lyrische Gesamtwerk. Hrsg.: Roman Roček. Paul Zsolnay, Wien 1989, S. 649–652.
  52. Alexander Lernet-Holenia: Alexander Lernet-Holenia. Das lyrische Gesamtwerk. Hrsg.: Roman Roček. Paul Zsolnay, Wien 1989, S. 369–370.
  53. Roman Roček: Die neun Leben des Alexander Lernet-Holenia: Eine Biographie. Böhlau, Wien 1997, ISBN 3-205-98713-6, S. 322–323.
  54. Hélène Barrière: Alexander Lernet-Holenia (1897–1976) Essai biographique. In: Internationale Alexander Lernet-Holenia Gesellschaft. 2025, abgerufen am 16. Februar 2026 (französisch).
  55. Roman Rocek: Die neun Leben des Alexander Lernet-Holenia. Eine Biographie. Böhlau Verlag, Wien/Köln/Weimar 1997, ISBN 3-205-98713-6, S. 322
  56. 1957: Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland; 1958: Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse der Republik Österreich, „Goldene Feder“ des Presseclubs Concordia in Wien; 1961: Großer Österreichischer Staatspreis für Literatur; 1967: Adalbert-Stifter-Preis des Landes Oberösterreich, Ehrenmedaille der Stadt Wien in Gold; 1968: Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst. Vgl. Handschriftensammlung der Österreichischen Nationalbibliothek, Nachlass Annie Lifczis, Serie Nr. 31.124: „Biographisches. Genealogie und Lebensläufe. Parte 1952–1976“, Stücke Nr. 6 und 9, biographische Notizen und Todesanzeigen zu Lernet-Holenia; Berger, „Ein dichtender Grandseigneur“, S. 104–106.
  57. „Die ehrwürdigen Fürstenhäuser sind schon längst so verfallen, dass es sich nicht mehr lohnt, sie ins Visier zu nehmen. […] Man kommt zu dem Schluss, dass Lernet-Holenia nur sich selbst parodiert. Anscheinend bereitet ihm das Vergnügen.“ (Johann Schneider, „Der falsche Florentiner Stern“, National-Zeitung (Basel), 7. März 1970).
  58. Wiener Zeitung, 24. Okt. 1972, zitiert nach Berger, „Ein dichtender Grandseigneur“, S. 107. An diesem Festakt nehmen auch die Minister Christian Broda und Rudolf Kirchschläger teil. Bundespräsident Jonas schickt ein Glückwunschtelegramm.
  59. Vgl. Alexander Lernet-Holenia, «Die Herren von Stockholm terrorisieren die Literatur», Welt am Sonntag, 22 Okt. 1972.
  60. Richard Strauss, Stefan Zweig: Briefwechsel. Hrsg.: Willi Schuh. S. Fischer, Frankfurt am Main 1997, S. 170 ff., 155, 146, 144, 142, 112, 116.
  61. Rein A. Zondergeld, Holger E. Wiedenstried: Lexikon der phantastischen Literatur. Weibrecht Verlag, Stuttgart u. a. 1998, ISBN 3-522-72175-6, S. 216.
  62. Alexander-Lernet-Holenia-Park im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien
  63. Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums, Stand vom 31. Dezember 1938, S. 84. Leipzig, 1938.
    Berlin.de – Liste der von den Nationalsozialisten verbotenen Literatur (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive)
  64. Anne-Catherine Simon: So wurde die Welt über das Los der Habsburger Juwelen getäuscht. In: Die Presse. 22. November 2025, abgerufen am 25. November 2025.