Alexander Lippisch

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Alexander Lippisch (vermutl. 1932)
RRG Raketen-Ente von Alexander Lippisch 1928 (Nachbau im Deutschen Segelflugmuseum)
Modell der DFS 39 von 1935
Lippisch Entwürfe von 1944/45; DM-1 (rechts) und P13a (links) auf Startwagen. (Foto von Modellen dieser Entwürfe)
Convair XF-92A 1953 im Flug
Dornier Aerodyne E1 von 1972 auf dem Transportgestell als Exponat in der Flugwerft Schleißheim

Alexander Martin Lippisch (* 2. November 1894 in München; † 11. Februar 1976 in Cedar Rapids, Iowa, USA) war ein in Deutschland und in den USA tätiger deutscher Flugzeugkonstrukteur.

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Eltern waren der Maler Franz Lippisch (1859–1941) und dessen Ehefrau Clara Commichau (1856–1942), eine Tochter des Industriellen Rudolf Commichau aus Białystok und der Blanca von Hane. Sein Vater war Landschaftsmaler in Jamlitz (Niederlausitz) und Mitbegründer der Berliner Sezession. Seine Schwester Bianca Commichau-Lippisch (1890–1968) wurde Malerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lippisch begann seine Karriere als Flugzeugkonstrukteur als Aerodynamiker bei den Zeppelin-Werken unter Claude Dornier. Er hatte seine ersten Erfahrungen im Segelflugbereich unter anderem als Leiter des Konstruktionsbüros der Rhön-Rossitten-Gesellschaft (RRG) gesammelt und sich dort bald auf die Entwicklung schwanzloser Flugzeuge wie der Storch-Serie und der Delta1 spezialisiert. Neben seinen schwanzlosen Entwürfen entstanden zahlreiche revolutionäre Normalsegelflugzeuge wie die Wien oder der legendäre DFS Fafnir von 1931 bzw. Fafnir II „Sao Paulo“. Dabei hatte sein Assistent Hans Jacobs die Aufgabe, die Detailkonstruktionen auszuarbeiten.

Eins der von ihm betreuten Projekte bei der RRG war der „Delta IV“-Flugzeugtyp, der 1935 als Versuchsflugzeug DFS 39 abhob. 1928 führte sein Entenflugzeug, Ente den ersten Flug mit Strahlantrieb (Pulverraketen) durch. Inzwischen hatte man sich speziell bei Heinkel mit Flüssigkeitsraketen auseinandergesetzt und mehrere He112-Zellen mit einem solchen Zusatzantrieb ausgerüstet.

Da die schwanzlose Bauweise ideal für Raketenflugzeuge erschien, wurde der ursprünglich als schwanzloses Propellerflugzeug konzipierte Entwurf DFS 194, für die Rolle eines Versuchsträgers für einen Flüssigkeits-Raketenmotor modifiziert. Die militärische Weiterentwicklung des Projektes zu einem Abfangjäger mit Raketenantrieb führte im Januar 1939 zur Angliederung von Lippischs Konstruktionsbüro (als Abteilung-L) an die Messerschmitt-Werke in Augsburg.

Die Flugerprobung der „DFS 194“ mit Raketentriebwerk wurde ab Sommer 1941 begonnen. Es wurde ein Walter R 1-203-Raketentriebwerk mit 300 kp (2,9 kN) Schub verwendet, womit das Flugzeug 550 km/h erreichte. Die DFS 194 war ein Vorläufer der Messerschmitt Me 163 und ähnelte bereits stark deren ersten Prototypen Me 163 a V-4. Noch bevor die Me 163 b ihren ersten Flug mit Triebwerk absolviert hatte verließ Lippisch die Messerschmitt-Werke und gründete ein eigenes Konstruktionsbüro in Wiener Neustadt. Dort experimentierte u.A. mit dem Konzept des Deltaflügels und mit Staustrahltriebwerken die Kohle als Treibstoff benutzen sollten. Hierfür entwarf er einen wegweisenden Prototypen die Lippisch P.13a.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Lippisch im Rahmen der Operation Overcast von den USA rekrutiert. Er wurde dort als Berater für das Air Materiel Command eingesetzt. Zwar taucht sein Name auf keinem offiziellen NACA-Dokument auf, doch hat er mit großer Wahrscheinlichkeit an den Windkanalversuchen mit der DM-1 in Langley mitgewirkt,[1] deren Prototyp noch bis Kriegsende realisiert und nach dem Krieg zu Windkanaltests in die Vereinigten Staaten gebracht worden war.

1950 wechselte Lippisch zur Collins Radio Company, die zu der Zeit eine eigene Flugzeugabteilung unterhielt und blieb dort bis 1964. 1963 beim Collins Hydrodynamic Laboratory war er der Erste, der teilweise erfolgreiche Versuche mit einem Bodeneffektfahrzeug X-112 unternahm. 1969 setzte Lippisch seine Versuche in Deutschland bei Rhein-Flugzeugbau fort, und 1970 unternahm sein Entwurf RFB X-113 den ersten erfolgreichen Flug eines Bodeneffektfahrzeuges. 1972 flog der unbemannte Dornier Aerodyne, welcher unter Beteiligung von Lippisch bei Dornier entwickelt wurde. Kurz nach Lippischs Tod nahm 1977 die RFB X-114 die Erprobung auf. Nach Lippischs Tod wurden seine Erkenntnisse für die Entwicklung und Erprobung von neuen Bodeneffektflugzeugen weiterverwendet. Gegenwärtig werden weltweit mehrere Projekte verfolgt, deren Form auf den ersten Prototyp X-112 zurückgehen.

Wirkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Entwürfe und konzeptionellen Vorstellungen beeinflussten maßgeblich die Entwicklung von Jagdflugzeugen bei der Consolidated Vultee Aircraft Corporation. Als erstes entstand hier die Convair XF-92 als Prototyp. Aus dieser wurden die Convair F-102 und als Folgemuster die Convair F-106 als erfolgreiche Jagdflugzeuge in Serie gebaut. Ebenfalls aus der Auslegung als Deltaflügel entstand der überschallschnelle strategische Bomber Convair B-58. Diese Flugzeuge stellten allesamt eine Reihe von Luftfahrtrekorden auf, die zum Teil noch heute Bestand haben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Alexander Lippisch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bill Yenne: Convair Deltas, Specialty Press, 2009, ISBN 978-1-58007-118-5, S. 13.