Alexander Tschernek

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Alexander Tschernek (* 10. Juni 1966 in München) ist ein deutscher Schauspieler, Hörspielsprecher und Autor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alexander Tschernek begann seine künstlerische Laufbahn im Alter von zehn Jahren als Tölzer Sängerknabe und nach ersten Erfahrungen als Schauspieler bei den Burgfestspielen Jagsthausen (1985–1987) besuchte Tschernek zwischen 1987 und 1990 die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main. Seitdem ist Tschernek mit seiner Stimme sprachforschend in der Kunst unterwegs. In Theatern und Opern, Hörspielen und Filmen, sowie Moderation und freier Rede.

Neben seiner schauspielerischen Tätigkeit ist Tschernek auch als Regisseur und Autor tätig und schreibt Lyrik, Hörspiele und Theaterstücke. 1998 wurde er Mitglied des Verbandes der Autorinnen und Autoren der Schweiz. Seit 2005 veranstaltet er die von ihm gestaltete Lesereihe Philosophie Pur und ist Mitwirkender am 2011 von Stefan Brotbeck gegründeten Philosophicum, einem freien Institut, das sich als Initiativraum für Forschung, Bildung und Kultur im Basler Kulturleben etabliert hat. Er widmet sein Schaffen seit mehr als 20 Jahren der Vermittlung von Erkenntnisfreuden und lebt und arbeitet in Wien und Basel.

Künstlerische Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tölzer Knabenchor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1976 bis 1980 war Tschernek Mitglied und Solist des Tölzer Knabenchores. Sein Bühnendebüt feierte er 1977 im Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz als 3. Knabe in Die Zauberflöte. Es folgten Engagements in der Inszenierung von Jean-Pierre Ponnelle bei den Salzburger Festspielen unter Dirigent James Levine, von Hans Werner Henze an der Oper Stuttgart, am Nationaltheater München in der Inszenierung von August Everding und dirigiert von Wolfgang Sawallisch. Ein Auftritt wurde auch im Grand Théâtre de Genève absolviert. Unter Herbert von Karajan sang Tschernek in der Matthäus-Passion bei den Osterfestspielen Salzburg.

Während der Zeit im Tölzer Knabenchor wurden auch zahlreiche andere Konzerte der klassischen Musikliteratur und volkstümlichen Musikliteratur unter Dirigenten wie Claudio Abbado, Nikolaus Harnoncourt, Carl Orff und dem Chorleiter Gerhard Schmidt-Gaden aufgeführt. 1979 spielte der Tölzer Knabenchor für Philips mit dem English Baroque Ensemble Giovanni Battista Pergolesis Stabat mater ein.

Beim Münchner Theaterfestival 1977, in dem von Eberhard Schoener initiierten Konzert-Event TRANCE-FORMATION sang er an der Seite von The Police Gregorianische Choräle.

Bühne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Schauspielstudium war Tschernek von 1990 bis 1993 als festes Ensemblemitglied am Staatstheater Darmstadt und am Theater Basel tätig. Sein künstlerischer Weg führte ihn als freischaffender Schauspieler in den kommenden Jahren an das Theater Freiburg, Theater am Neumarkt Zürich, Stadttheater Bern, die Volksoper Wien und das Musikfestival Steyr. 2010 folgte mit Nikola Weisse eine intensive künstlerische Zusammenarbeit in der Basler Inszenierung von Atlantik Mann, in dem die ungewöhnliche Liebesgeschichte zwischen Marguerite Duras und Yann Andréa erzählt und reflektiert wird. Diese „wunderbar gefüllte Stunde über die Unerklärlichkeit der Liebe“[1] ging anschließend auch auf Gastspielreise. Nachdem er bei den Festspielen Stockerau 2013 die drei Ehemänner in Friedrich Dürrenmatts Klassiker Der Besuch der alten Dame an der Seite von Anne Bennent spielte, verkörperte er bei den Sommerspielen Perchtoldsdorf 2014 drei Grafen in Das Käthchen von Heilbronn unter der Regie von Maria Happel.

Sein 1994 in Basel uraufgeführtes Stück Vive la..! wurde aus mehr als 200 Einreichungen ausgewählt und 1995 das Berliner Theatertreffen der Jugend zu eröffnen. Unter der Regie von Tschernek schürft Vive la..! „nach Spuren vergangener Revolutionen, kindlich-alberne Frechheiten und anarchische Phantasien triumphieren über Ordnungswahn, Ideologien und Machtstrukturen.“[2], fasste die Berliner Zeitung den Auftakt des Berliner Theatertreffen der Jugend später zusammen.

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste Mal im Fernsehen zu sehen war Tschernek 1987 als Polizeischüler in der Serie Löwengrube unter der Regie von Rainer Wolffhardt. 1997 war er in Der Bulle von Tölz: Eine Hand wäscht die andere, nachdem er als Landrevoluzzer für eine bessere Welt kämpfte, die „schöne Leich“. 1998 durfte er als Assistent des Schweizer Ermittlungsteams in der Tatort–Episode Am Ende der Welt selber ermitteln.

Nach einigen Engagements in Fernsehproduktionen entdeckte Tschernek auch das Kino für sich. So spielte er in erfolgreichen Kinoproduktionen wie Jörg Kalts Crash Test Dummies (2005), und neben Moritz Bleibtreu in Hans Weingartners erfolgreicher Medien-Satire Free Rainer (2007). 2013 hatte er an der Seite von Barbara Sukowa in Margarethe von Trottas Hannah Arendt (Film) einen Kurzauftritt als Professor. Der Film schaffte es sogar auf die Longlist der Academy Awards.

2003 veröffentlichte Tschernek mit Badewannenmonolog seinen ersten künstlerischen Experimentalkurzfilm mit Tiefgang in Eigenproduktion.

Auch als Sprecher und Erzähler war Tschernek immer wieder in Kinoproduktionen vertreten. Der Dokumentarfilm Wild Boy 1993 unter der Regie von Josy Meier und Stefan Jung erhielt 1994 den Zürcher Filmpreis und die Bundesqualitätsprämie. 2009 bei dem mit dem Zürcher Filmpreis und dem Europäischen Dokumentarfilmpreis – „Prix ARTE“ ausgezeichnetem Film The Sound of Insects (Das Summen der Insekten) von Peter Liechti lieh er, als Erzähler der Tagebucheinträge, einem im Wald verhungernden Mann seine Stimme.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit seiner stimmlichen und künstlerischen Ausbildung im Tölzer Knabenchor trat Tschernek immer wieder auch als Sänger in Erscheinung. 1989 verkörperte Tschernek unter der Regie von Werner Eggenhofer den Zahnarzt in Little Shop Of Horrors (Musical) am Staatstheater Darmstadt. Auf seine Stimme aufmerksam geworden, engagierten weitere Regisseure Tschernek für ihre Stücke. So spielte er 1992 den Torero Tarugo und die Tanzschülerin Quica in Zarzuela (Regie: Herbert Wernicke) und 1997 den Herzog im von Tom Waits komponierten Musical The Black Rider unter der Regie von Pavel Mikulastik. 2004 kehrte er auch zur Oper zurück und sang beim Musikfestival Steyr den Sciarrone in Giacomo Puccinis Tosca.

Als Gast von Martin Stepanik und seiner Band Lovely Rita veranstaltete Tschernek 2001 mit eigenen Texten und Gedichten einen experimentellen Liederabend im Wiener Porgy & Bess (Jazzclub) unter dem Titel h.i.c. hedonistic improvisation concept. In diesem Popexperiment suchte Tschernek die Lücke zwischen Sprache und Pop zu schließen. Dieses einzigartige Experiment fand sowohl bei Zuhörern, als auch bei Kritikern Anklang. „Zärtliche Avantgarde – gehört zum Schönsten, was an Zeitgenössischem in der Musik denkbar und wünschenswert ist. Allein dieser gesampelten Songperle wegen:go for it!“[3], resümierte Reinhold Aumaier von der Wiener Zeitung den Abend.

2014 nahm Tschernek im Zuge seiner CD-Veröffentlichung Geist und Geld und Gutesleben mit dem Wiener Musikproduzenten Thomas Mauerhofer und Violinist Klemens Bittmann das Lied von der belebenden Wirkung des Geldes von Bertolt Brecht und Hanns Eisler auf.

Hörspiel und Radio[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Radiodebüt gab Tschernek 1982 im Bayerischen Rundfunk in der Reportage Kind und Verkehr. Seit 1988 ist seine Stimme in ca. 50 Hörspielen und Hörbüchern zu hören. 1990 erschien das ebenfalls mit dem Hessischen Rundfunk produzierte Hörspiel Ripley Under Ground von Patricia Highsmith, das später auch als Hörbuch veröffentlicht wurde.

Ab 1992 verschaffte sich Tschernek im Schweizer Radio DRS auch in der Schweiz Gehör. Bis 2002 ergaben sich aus dieser Zusammenarbeit zahlreiche Hörspiele, darunter auch das mit dem Prix Europa 1997 ausgezeichnete Der Olympiafähndler und das mit dem Prix Suisse 2002 prämierte Hörspiel Das Duell. Sowohl bei Der Olympiafähndler als auch Das Duell führte Fritz Zaugg Regie, mit dem Tschernek weitere Hörspiele aus der Schweizer Krimikultserie Schreckmümpfeli aufnahm.

Seit 2001 ist Tschernek auch dem Österreichischen Rundfunk, ORF, insbesondere dem Kultursender Ö1 als Sprecher und Moderator verbunden. Dort gestaltete er unter anderem mit Helmut Jasbar die Live-Sendung Ach der Zeitenwandel – die Musik der Ideen, zu Weihnachten 2013 unter dem Titel Seit ein Gespräch wir sind und hören voneinander ein stimmungsvolles Hörbild mit Friedrich Hölderlins Hymnus Friedensfeier.

Philosophie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2005 widmet sich Tschernek zunehmend der Philosophie und der Vermittlung von Erkenntnisfreuden und veranstaltet seitdem die Lesungsreihe Philosophie Pur in Wien, Graz, Basel und München. In diesen trägt er philosophische und theologische Texte vom Evangelium nach Matthäus bis zu Hannah Arendts Vita activa oder Vom tätigen Leben vor. Erklärtes Ziel ist Philosophie in ihrem Originalklang hörbar, und damit zugänglicher und erlebbarer zu machen. Tschernek will in seinen Philosophie-Lesungen als Sprecher einen Denk-Ort kreieren in dem jeder Anwesende nicht nur als bloßer Zuhörer, sondern gleichsam als Co-Komponist des offen Denk-Raumes fungiert. 2005 setzte sich Tschernek auf diese Weise in seinem Programm 4x4 Philosophie Pur: Kierkegaard-Nietzsche-Heidegger-Hölderlin in einer „Philosophischen Performance im Permanenten Provisorium“ mit diesen vier großen Denkern auseinander.

Im weiteren Verlauf gestaltete Tschernek thematische Lesungsreihen zu Hannah Arendt und Ueber den Tod. Mit ARBEIT – MUßE – FAULHEIT! entführte er die Zuhörer auf eine Gedankenreise über den Arbeitsbegriff und den gesellschaftlichen Wandel unserer Arbeitskultur.

Mit Geist und Geld und Gutesleben 2014, füllte er das Wiener Radiokulturhaus. Darin beleuchtete er die Beziehung von Geist und Geld und stellte fest, dass Geld nicht glücklich macht und der Geist eigentlich unser größtes Kapital darstellt.

Mit dem ORF produzierte er das gleichnamige Hörbuch, auf dem Tschernek der Frage nach dem guten Leben auch mit Kurzhörspielen (u. a. mit den Stimmen von Anne Bennent, Daniel Häni, Kathrin Resetarits und Markus Schleinzer) auf unterhaltsame Weise weiter nachgeht.

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schauspiel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oper und Musical[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filmographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diskographie und Hörspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diskographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Neue Zürcher Zeitung vom 15. April 2010
  2. - Berliner Zeitung vom 31. Mai 1995
  3. Porgy & Bess: Do, 21. Juni 2001 21:00 h: A Lovely Affair