Alexander Unzicker

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Alexander Gerhard Unzicker (* 13. März 1965 in München) ist ein deutscher Physiker und Sachbuchautor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unzicker studierte ab 1985 Physik und Rechtswissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München und erlangte 1993 das Diplom in Physik und das Staatsexamen in Rechtswissenschaft. 2001 wurde er am Institut für Medizinische Psychologie der LMU München in Neurowissenschaften promoviert. Er arbeitet als Gymnasiallehrer in München und ist Vater von drei Kindern.

Unzicker ist der Sohn des Schachgroßmeisters Wolfgang Unzicker. Zwischen 1983 und 1987 war er in der Schachbundesliga für die Mannschaft des Münchener SC 1836 als Ersatzspieler gemeldet, in der Saison 1983/84 kam er einmal zum Einsatz.

Autor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Vom Urknall zum Durchknall kritisiert er die Stringtheorie, der es an experimenteller Überprüfbarkeit fehle. Das Buch wurde 2010 von der populärwissenschaftlichen Zeitschrift Bild der Wissenschaft als Wissenschaftsbuch des Jahres in der Rubrik Zündstoff ausgezeichnet. Florian Freistetter kritisierte, das Buch sei "weit davon entfernt, eine vernünftige Kritik der modernen Physik zu sein. In 'Vom Urknall zum Durchknall' wird geschimpft, gemeckert und gezetert; physikalische Beschreibungen wechseln sich mit persönlichen Angriffen auf Wissenschaftlern ab und die “Kritik” an der Stringtheorie ist derart überzogen, dass sie beim besten Willen nicht mehr ernst zu nehmen ist."[1]

In seinem Buch Auf dem Holzweg durchs Universum wendet er sich vor allem gegen die Standardmodelle der Physik mit dem Argument, sie seien aufgrund ausufernder Spekulationen und freier Parameter („mit vielen Stellschrauben lässt sich gut justieren“) nicht mehr glaubwürdig. Insbesondere fehle es modernen Großexperimenten an Transparenz.[2]

Parallel zur Verleihung des Physiknobelpreises bezweifelte Unzicker in seinem 2013 im Selbstverlag auf Englisch erschienenen Buch The Higgs Fake, dass es sich bei den am CERN gemessenen Daten tatsächlich um das gesuchte Higgs-Teilchen handele.

Seit 2013 veröffentlicht er wissenschaftskritische Artikel im Magazin Telepolis.[3]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Psychophysik und formale Beschreibung visueller Klassifikationsleistungen. Dissertation. München 2001.
  • Vom Urknall zum Durchknall. Die absurde Jagd nach der Weltformel. Springer, Berlin/Heidelberg 2010, ISBN 978-3-642-04836-4.
  • Auf dem Holzweg durchs Universum. Warum sich die Physik verlaufen hat. Hanser, München 2012, ISBN 978-3-446-43214-7.
  • The Higgs Fake. How Particle Physicists Fooled the Nobel Committee. CreateSpace Independent Publishing Platform, 2013, ISBN 978-1-4921-7624-4.
  • Einsteins verlorener Schlüssel: Warum wir die beste Idee des 20. Jahrhunderts übersehen haben. CreateSpace Independent Publishing Platform (Selbstverlag), 2015, ISBN 978-1-5170-4545-6.
  • Wenn man weiß, wo der Verstand ist, hat der Tag Struktur: Anleitung zum Selberdenken in verrückten Zeiten, Westend Verlag, 2019, ISBN 978-3-86489-244-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Durchgefallen: Vom Urknall zum Durchknall. 10. September 2010, abgerufen am 25. November 2019 (deutsch).
  2. Rezension von Wolfgang Steinicke: Irrlichtern in den Welten der Physik. Spektrum.de, 29. November 2012.
  3. Alexander Unzicker bei Telepolis