Alexander Ursenbacher

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Alexander Ursenbacher
Alexander Ursenbacher
Geburtstag 26. April 1996 (23 Jahre)
Geburtsort Rheinfelden AG
Nationalität SchweizSchweiz Schweiz
Profi 2013–2015; 2017–
Preisgeld 76.383 £ (Stand: 19. Mai 2019)
Höchstes Break 140[1] (Q School 2013 – Event 2)
Century Breaks 11 (Stand: 19. Mai 2019)
Main-Tour-Erfolge
Weltmeisterschaften
Ranglistenturniersiege
Minor-Turniersiege
Weltranglistenplatzierungen
Höchster WRL-Platz 69 (Juli–September, Oktober–November 2018 )
Aktueller WRL-Platz 70 (Stand: 25. März 2019)

Alexander Ursenbacher (* 26. April 1996) ist ein Schweizer Snookerspieler.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge und erste Profizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alexander Ursenbacher stammt aus Rheinfelden und wuchs dort und in Riehen im Kanton Basel-Stadt auf.[2] In seiner Kindheit war er auch im Tennis und im Kampfsport aktiv, aber als er mit 12 Jahren beim Billardspielen die Variante Snooker entdeckte, beschloss er, sich darauf zu konzentrieren, und er trat sofort dem Basler Snooker Club bei.[3] Bereits ein Jahr später wurde er Schweizer Meister in der Altersklasse U 19. Nur ein Jahr später nahm er erstmals an einem Pro-Am-Turnier teil: Am Paul Hunter Classic 2010 gewann er sein erstes Match gegen den Deutschen Ralf Günzel und verlor dann gegen Gareth Allen. Am 26. September 2010 erzielte Ursenbacher mit 101 Punkten sein erstes Century Break in einem Turnier. Damit ist er der jüngste Schweizer, dem dies gelang. Im Jahr darauf verhinderte mit Sam Harvey erneut ein Spieler von den Britischen Inseln seinen Einzug in die Hauptrunde am Paul Hunter Classic.

Nach mehreren Aufenthalten in England unter anderem an den Snooker Academys in Sheffield und Gloucester sowie Einzeltrainings mit Snooker-Profi Ian McCulloch gewann er in der Saison 2011/12 seinen ersten Schweizer Meistertitel in der Kategorie Herren. Seither dominiert er die schweizerische Snookerszene. Im August schaffte er am Paul Hunter Classic erstmals den Einzug in die Profirunde, wo er auf Craig Steadman traf und verlor. Seit Herbst 2012, nach der obligatorischen Schulausbildung, konzentriert er sich voll und ganz auf den Snookersport.[4] Ursenbacher verteidigte seinen nationalen Titel erfolgreich bei der Schweizer Meisterschaft 2013.[5]

Bei seiner ersten Teilnahme an der Q School qualifizierte er sich im Mai 2013 für die Main Tour der Profis. Nachdem er beim ersten Turnier im Achtelfinal ausgeschieden war, gewann er im zweiten Turnier seine Gruppe, wobei er lediglich einen einzigen Frame gegen Reanne Evans im Halbfinal verlor; im ersten Frame der dritten K.-o.-Runde spielte er ein Break von 140 Punkten gegen Adam Wicheard. Er erhielt ein Zweijahresticket für die Saison 2013/2014 und 2014/2015 und war der erste gebürtige Schweizer auf der Main Tour.

In seinem ersten Jahr gab es jedoch fast nur Auftaktniederlagen. Erst im November 2013 gelang ihm am Kay Suzanne Memorial Cup sein erster Sieg gegen Ken Doherty. Er gewann mit 4:1 und verlor anschliessend nur knapp mit 3:4 gegen Peter Ebdon. Einen positiven Abschluss nahm die Saison mit einem 10:7-Erstrundensieg gegen David Morris bei der Snookerweltmeisterschaft 2014. Zu Beginn der Saison 2014/15 konnte er sich am Wuxi Classic erstmals für die Hauptrunde eines Weltranglistenturniers qualifizieren. Er besiegte Kyren Wilson mit 5:4, konnte dann aber in China nicht antreten. Anschliessend gelang ihm auch am Australian Goldfields Open ein knapper 5:4-Sieg gegen Martin O’Donnell in der ersten von vier Qualifikationsrunden. In der aktuellen Weltrangliste verbesserte er sich dadurch bis auf Platz 102. Danach gab es aber bis einschliesslich der Weltmeisterschaft nur noch Auftaktniederlagen, er fiel wieder zurück und hatte keine Chance auf den Verbleib auf der Main Tour.

Zweiter Anlauf als Profi[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursenbacher versuchte unmittelbar die Wiederqualifikation über die Q School und erreichte im ersten Turnier auch erneut seinen Gruppenfinal, verlor aber dann gegen den Waliser Daniel Wells mit 1:4. Auch im zweiten Turnier blieb er erfolglos, so dass ihm in der Saison 2015/2016 nur die Teilnahme an der Players Tour Championship blieb. Bei drei Turnieren trat er an, und bei den Ruhr Open 2015 erreichte er mit dem Einzug ins Hauptturnier sein bestes Ergebnis. Bei der U21-Weltmeisterschaft in Rumänien kam es im Achtelfinal zum Duell der Ex-Profis mit Kacper Filipiak, das der Pole knapp mit 5:4 für sich entschied. Bei der Europameisterschaft trafen die beiden erneut aufeinander, und wieder gewann Filipiak. Und bei der Junioren-EM war zum dritten Mal der Achtelfinal Endstation für den Schweizer, diesmal war gegen Josh Boileau Schluss. Die Saison beendete Ursenbacher mit dem erneuten Versuch, über die Q School auf die Main Tour zurückzukehren. Wieder erreichte er einen Gruppenfinal, diesmal beim zweiten Turnier, und wieder verpasste er die Qualifikation durch ein 2:4 gegen Alex Borg.

In der Saison 2016/17 nahm er erneut an der U21-Weltmeisterschaft teil. Diesmal erreichte er den Final und verlor nur knapp mit 5:6 gegen den Chinesen Xu Si. Bei seinem ersten Auftritt bei der Amateurweltmeisterschaft erreichte er den Achtelfinal. Anfang 2017 spielte er in der ersten Runde der Three Kings Open in Österreich sein erstes Maximum Break. Dieses Turnier gewann er schliesslich auch.[6] Da dieses Turnier kein Profiturnier war, wurde dieses Maximum Break nicht in die offizielle Liste aufgenommen. Im März 2017 erreichte er bei der Junioren-Europameisterschaft den Final. Er gewann mit 6:4 gegen den Waliser Jackson Page und wurde U21-Europameister. Damit qualifizierte er sich auch für zwei weitere Jahre auf der Main Tour ab Juni 2017. Zuvor bekam er noch eine Wildcard für die Snookerweltmeisterschaft 2017. Dort besiegte er Robert Milkins mit 10:6 und anschliessend auch Scott Donaldson mit 10:9 und erreichte erstmals überhaupt die dritte Runde eines Weltranglistenturniers.[7]

In der Saison 2017/18 startete Ursenbacher mit einem 4:0-Sieg über Billy Joe Castle in der Qualifikation für die Riga Masters 2017. Im weiteren Verlauf des Turnieres kam er durch einen 4:0-Sieg über Elliot Slessor in der Ersten Hauptrunde bis in die Zweite Hauptrunde, wo er mit 2:4 Robbie Williams unterlag. Beim China Championship verlor Ursenbacher sein Qualifikationsspiel mit 2:5 gegen Mark Davis, bei der Qualifikation für die Indian Open 2017 konnte er aber mit 4:1 Jamie Jones besiegen, wodurch er in die Erste Hauptrunde einzog. Dort gewann er mit 4:1 gegen Andrew Higginson, verlor anschliessend aber mit 2:4 gegen Mark Allen.

Bei den World Open 2017 bezwang Ursenbacher in der Qualifikation Liam Highfield mit 3:5, verlor dann aber in der Ersten Hauptrunde mit 0:5 gegen John Higgins. Auch bei den European Masters schied er nach einem 4:1-Sieg in der Qualifikation über Li Hang mit 0:4 wieder gegen John Higgins aus.

Bei den English Open 2017 sorgte Ursenbacher für eine Überraschung. Er besiegte in der Ersten Runde Anthony Hamilton mit 4:2, in der Zweiten Runde Gerard Greene im Decider (Endstand 4:3), und auch im Drittrundenduell gegen Stuart Carrington gewann er mit 4:2. Sein Weg setzte sich mit einem 4:1-Sieg im Achtelfinal gegen Shaun Murphy und einem 5:0-Sieg im Viertelfinal gegen Michael White fort. Ursenbacher verlor erst im Halbfinal gegen den späteren Zweitplatzierten Kyren Wilson mit 3:6. Während des Turnieres schaffte Ursenbacher ein 123er-Break.

In der Qualifikation zum International Championship verlor er mit 5:6 gegen Matthew Selt, auch in der Qualifikation zu den Shanghai Masters verlor er, diesmal mit 2:5 gegen John Higgins.

An den Welsh Open 2019 in Cardiff machte Ursenbacher erneut Schlagzeilen; er schlug den 5-fachen Weltmeister und die mehrfache Weltnummer 1, Ronnie O’Sullivan, mit 4:2 und qualifizierte sich für die Achtelfinals. Er war zum gegebenen Zeitpunkt die Weltnummer 71.[8][9]

Spielerstatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nationale Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schweizer Meister Junioren – 2009
  • Biel Open – 2010
  • Basel Open – 2011
  • Salsiccia Open, Zofingen – 2011
  • Pot Belly’s Open – 2011, 2013
  • Schweizer Meister Herren – 2012, 2013[5]
  • Döttinger Snooker Open – 2012
  • KABA-Safes.com Zürich Open – 2012
  • Aargauer Christmas Open – 2012

Internationale Amateurerfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Profil von Alexander Ursenbacher bei CueTracker (Stand: 11. Oktober 2018).
  2. Jeremias Schulthess: Dieser Basler ist der Grund, warum Sie plötzlich Snooker schauen wollen. In: TagesWoche. 29. März 2017.
  3. Alexander ist der einzige Profi-Spieler der Schweiz. In: 20 Minuten. 15. April 2017.
  4. Michael Schenk: Alexander Ursenbacher verteidigt seinen Schweizer Meistertitel (Memento vom 3. Mai 2013 im Internet Archive). In: Basellandschaftliche Zeitung. 22. April 2013.
  5. a b Pascal Nydegger: Ursenbacher verteidigt mit 139er Total Clearance erfolgreich seinen SM Titel! In: SwissSnooker.ch. 22. April 2013, abgerufen am 15. Mai 2013.
  6. Thomas Hein: 3 Kings Snooker Open gewinnt der Maximiser Alexander Ursenbacher (Memento vom 14. Januar 2017 im Internet Archive). In: Snookermania.de. 9. Januar 2017.
  7. Pascal Nydegger: WM Quali 2017: Ursenbacher scheitert am Chinesen Yang Bingtao. In: SwissSnooker.ch. 12. April 2017, abgerufen am 14. Mai 2017.
  8. Coup an den Welsh Open – Ursenbacher schlägt Snooker-Legende O’Sullivan. 14. Februar 2019, abgerufen am 15. Februar 2019.
  9. Alex Harris: Ronnie O’Sullivan breaks silence after Shock Alexander Ursenbacher Welsh Open defeat. 15. Februar 2019, abgerufen am 15. Februar 2019 (englisch).
  10. U21 EM – Hervorragender 5. Schlussrang für Ursenbacher. In: SwissSnooker.ch. 22. März 2013, abgerufen am 15. Mai 2013.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]